Mittwoch, 28. Februar 2018

Blogtour "Waldsterben in Vertikow - Tag 1 - Peer Wesendonk ermittelt





Willkommen zum ersten Tag unserer Blogtour.

Zum Einstieg möchte ich Euch unseren Ermittler - Peer Wesendonk - einmal näher vorstellen.


Peer ist kein einfacher Mann. Er findet als zugezogener Städter nur schwer Anschluss an das Dorfleben in Vertikow. Doch als Organist in der Vertikower Kirche hat er sich zumindest die Anerkennung der Dorfbewohner erarbeitet. Gerade, als er beginnt Fuß zu fassen, ereignet sich ein folgenschwerer Unfall. Niemanden, außer Peer selbst trifft hierfür eine Schuld. Eine Tatsache, an der er noch lange zu knabbern haben wird.

Nicht genug, dass er sich nun auf einen Lebensalltag im Rollstuhl einstellen muss, kann er seinen Beruf als Organist nicht mehr ausüben. Seine Passion, sein Leben, ist aber die Musik und durch seine Behinderung fühlt er sich noch ausgegrenzter als zuvor. Täglich muss er mit physischen und psychischen Belastungen kämpfen. Seine Bewegungs- und Handlungsfreiheit ist massiv eingeschränkt. Doch dann wird er Zeuge eines Mordes.

Mit "Erntedank in Vertikow" beginnt die Krimireihe um Peer Wesendonk. Ich habe diesen etwas schrullig wirkenden Egozentriker bereits im ersten Teil rasch ins Herz geschlossen. Dabei droht Peer anfangs in Selbstmitleid zu versinken. Seine Frau ist ihm gefühlstechnisch zu nah, um eine wirkliche Hilfe sein zu können. Der von ihm beobachtet Mord ist seine Rettung und wirkt wie eine Therapie. Peer mobilisiert seine Lebensgeister neu. Fast schon paranoid verbeißt er sich in den Fall und verfolgt jede noch so winzige Spur. Gleichzeitig stellen die Ermittlungen eine Art Selbstfindungstrip für ihn dar und er findet zu neuem Selbstbewusstsein. So schafft er es, die Ereignisse der Vergangenheit zu bewältigen.

Nach gelungener Mordaufklärung ist er der Held von Vertikow. Geschmeichelt und mit gestärktem Ego, lässt er sich nicht lange bitten, als erneut ein Verbrechen die Dorfidylle aufschreckt.

Peer hat sich weiter entwickelt. Noch immer stur und mit dem Schicksal hadernd, öffnet sich sein Blick für die Menschen um ihn herum. Er akzeptiert seine Grenzen, ist aber auch intensiv dabei, sich neue Freiheiten zu erobern. In "Waldsterben in Vertikow" ist er häufiger auf die Unterstützung anderer angewiesen und mittlerweile auch bereit, diese Hilfe anzunehmen. Es gibt Hoch und Tiefs. Manchmal lässt er sich blenden, verfolgt falsche Spuren und lernt, in das Innere seiner Mitmenschen zu blicken. Dabei bewahrt er sich seinen Sarkasmus und die Dialoge entbehren nicht einem unterhaltsamen ironische Unterton. 
Peer Wesendonk ist ein vielschichtiger, interessanter Charakter, den ich gern bei weiteren Kriminalfällen begleiten möchte.



Gewinnspiel:

Am Ende unserer Blogtour gibt es tolle Gewinne für Euch. Beantwortet einfach täglich die Frage zum jeweiligen Blogbeitrag und sichert Euch Lose für die Endziehung.

Heute bitte ich Euch um Ideen für weitere spannende Fälle, die Peer Wesendonk in Vertikow lösen könnte.


Was gibt es zu gewinnen?
Hach, ich finde diese Preise einfach wundervoll und wünschte, ich könnte mitmachen. :)

1. Preis: Wandbehang mit Buchenwald, 150 x 120 cm
2. Holzbrett mit Gravur "Vertikow", ca. 20 cm lang
3. Baumkuchen mit Zartbitterglasur


Das Gewinnspiel läuft bis 5.3.18 um 23:59 Uhr.
Es gelten wie immer unsere Teilnahmebedingungen.
Die Gewinner werden zeitnah auf der Agenturseite bekannt gegeben.



Unser Tourfahrplan:

28.02. - Peer Wesendonk ermittelt
hier bei mir
01.03. - Nichts ist wie es scheint bei Marion von Buchlieblinge
02.03. - Die Sache mit den Fördermitteln bei Sandy von Sandys Welt
03.03. - Keiner will es gewesen sein bei Eva von Astis Hexenwerk
04.03. - Autoreninterview bei Marie von Vielleserin

Montag, 26. Februar 2018

Rezension "Nichts ist je vergessen - Dark Memories" von Wendy Walker - FISCHER Scherz Verlag



Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 2 (23. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 365102542X
ISBN-13: 978-3651025424
D: 14,99 Euro









Inhalt:


Eine Klasse für sich: Wendy Walkers ›Dark Memories – Nichts ist je vergessen‹ ist hoch manipulative Psycho-Spannung auf internationalem Bestseller-Niveau.

Du musst dich erinnern, Jenny. Du musst dich erinnern, was in jener Nacht im Wald geschehen ist.

Fairview, eine beschauliche Kleinstadt in Connecticut. Die 16-jährige Jenny Kramer wird Opfer einer brutalen Attacke und kommt schwer traumatisiert ins Krankenhaus. Dort wird ihr auf Wunsch ihrer Eltern ein Medikament verabreicht, das ihr helfen soll. Ein Medikament, das jegliche Erinnerung an den schrecklichen Vorfall auslöscht.

Danach hat Jenny keine Bilder mehr für das, was passiert ist. Da ist nur noch Schwärze. Sie bemüht sich weiterzuleben wie zuvor, beinahe so, als ob nichts geschehen wäre, während ihre Mutter Charlotte krampfhaft versucht, so etwas wie Normalität wiederherzustellen, und ihr Vater Tom wie besessen ist von dem Gedanken, den Täter, der seiner Tochter das angetan hat, zu überführen.

Doch das Nicht-Erinnern-Können wird für Jenny mehr und mehr zu einem Albtraum. Denn ihr Körper weiß noch immer, was ihm angetan wurde. Gemeinsam mit dem Psychiater Alan Forrester, der auf Fälle wie Jenny spezialisiert ist, versucht sie, Stück für Stück Licht in das Dunkel jener Nacht zu bringen, die Chronologie der Ereignisse wiederherzustellen. Aber kann sie denen, die sie dabei unterstützen wollen, vertrauen? Wie manipulierbar ist Erinnerung? Und helfen die Erinnerungen, die langsam zu ihr zurückkommen, wirklich, den Schuldigen zu finden?

»Dieses Buch dürfen Sie auf keinen Fall verpassen!« Karin Slaughter
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Wendy Walker ist Anwältin für Familienrecht und Autorin. Ihr Spannungsdebüt »Dark Memories – Nichts ist je vergessen« wurde auf Anhieb zum Bestseller, erschien weltweit in 20 Ländern und wird in Hollywood verfilmt. Wendy Walker lebt mit ihrer Familie in Connecticut.
Quelle: Amazon




Rezension:


Es ist immer schwierig, Bücher in eine bestimmte Kategorie oder Schublade zu stecken. Auf dem Cover von "Nichts ist je vergessen - Dark Memories" steht einfach nur Roman. Für mich war es ein buntes Gemisch aus Roman und Psychothriller, der mich bis zum überraschenden Ende hin gut unterhalten hat.


Während des Lesens bekommt man sehr viele Gedanken mit auf den Weg, die noch lange nach Abschluss des Buches im Kopf herumwirbeln. Sich nicht mehr zu erinnern, schmerzhafte Momente einfach ausblenden zu können, wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht. Doch was stellt das mit uns und unserer Psyche an? Der Körper speichert Erinnerungen. Gerüche, Geräusche oder Berührungen lösen Gefühle aus, die jenseits unseres objektiven Bewusstseins liegen. Wenn genau diese Gefühle unterdrückt, Erinnerungen blockiert werden, sind wir dann noch wir selbst? Ist es da nicht besser, Erlebnisse verarbeiten zu können, darüber zu reden?

Wendy Walker agiert hochmanipulativ. Ein gut durchdachter Plot, vielschichtige Charaktere, überraschende Wendungen und ein Ende, das ich so nicht erwartet hätte, hielten mich in Atem. 

Der Blick auf die Ereignisse erfolgt aus Sicht eines Psychologen. Alan Forrester ist für seinen Berufsstand mehr als skrupellos und scheut sich nicht, seine Patienten für eigene Obsessionen zu missbrauchen. Dadurch verbleibt immer eine gewisse klinische Distanz, die die Ereignisse umso erschreckender wirken lässt. Für mich war dieser Blickwinkel ebenso spannend, wie interessant. Mir ist bewusst, dass die Autorin einen gewöhnungsbedürftigen Schreibstil besitzt und somit nicht jeden Leser anspricht. Mir selbst gefällt ihre Art, die Dinge zu beschreiben. 

Das Buch ist nichts für hartgesottene Thrillerliebhaber. Wer es ruhiger mag, mit Zeitsprüngen in der Handlung gut zurechtkommt und sich in psychologisch ausbalancierten Spannungsromanen wohlfühlt, dem würde ich das Buch empfehlen.




Sonntag, 25. Februar 2018

Leserunde Let´s (sp)read "Unter schwarzen Federn" von Sabrina Schuh - 1. Leseabschnitt


Willkommen zum ersten Teil unserer Leserunde von "Unter schwarzen Federn" von Sabrina Schuh.

Wir haben in der vergangenen Woche den ersten Leseabschnitt beendet und uns auch bezüglich unserer Leseeindrücke ausgetauscht. Es fiel mir wahnsinnig schwer, nach dem 20. Kapitel eine Pause einzulegen, denn ich wollte doch so gern wissen, wie es mit Fee und Markus weitergeht.

Schon nach wenigen Seiten war ich mitten drin in den Ereignissen. Die Seiten haben sich rasch weg gelesen und der Schreibstil von Sabrina Schuh trifft den Nerv der Leserzielgruppe. Sie schafft es den jugendlichen Tonfall ihrer Protagonisten gut wiederzugeben. Bei einem Streit fallen auch einmal Sätze wie "Halt die Schnauze.", was in der besagten Situation auch gepasst hat. Gerade dieser Ausdruck kam in wütenden Wortwechseln noch mehrfach vor und passte für mich dann irgendwie nicht in den Kontext, in dem sich die beiden Protagonisten eigentlich unterhalten. Wenn im nächsten Satz das Wort Suizidversuch anstatt Selbstmordversuch  verwendet wird, mutet die genannte Ausdrucksweise merkwürdig an. Im weiteren Verlauf der Handlung fand ich die Dialoge dagegen sehr stimmig und passend.

Fee und Markus wirken authentisch und sympathisch. Ich habe beide direkt ins Herz geschlossen. Sie tragen jeder ein eigenes Päckchen an Schicksalsschlägen und Problemen mit sich herum und doch scheinen sie einander ähnlicher, als man auf den ersten Blick erahnen möchte. Zwischen beiden herrscht von Beginn an eine besondere Verbindung.

Fee ist in sich recht widersprüchlich. Nach außen hin rebelliert sie, trägt Springerstiefel und schwarze Klamotten. Trotz der Ausgrenzung durch ihre Mitschüler ist sie nicht bereit, sich anzupassen. Sie ist sich ihrer wahren Stärke nicht wirklich bewusst und dennoch sehr verletzlich. Fee sehnt sich einfach nur nach Verständnis und Geborgenheit.
Markus ist beliebt, Schulsprecher und wird von allen anerkannt. Seine Vergangenheit und die damit verbundene Traurigkeit verbirgt er geschickt vor der Außenwelt. Er hat sich eine eigene heile Welt aufgebaut, hinter deren Mauern er sich sicher fühlt. Durch Fee wird ihm bewusst, dass er mehr Rückgrat zeigen muss.


"Unter schwarzen Federn" ist nicht einfach nur eine Märchenadaption. Hier werden vor allem die Themen Mobbing, Depressionen und Suizid angesprochen. Die Handlung gibt den Lesern sehr viele Gedanken mit auf den Weg.
Ich habe das Gefühl das Thema Mobbing ist seit einigen Jahren erst wirklich präsent und in seiner Form aggressiver geworden. Ja, in meiner Schulzeit gab es auch schon Anflüge dessen, aber nicht in diesem Ausmaß. Streitigkeiten wurden eher direkt ausgetragen. Doch über das Internet und die uns heute zur Verfügung stehenden Medien ist es einfacher geworden, jemanden anzugreifen, ohne mit dem Opfer in direkte Konfrontation zu geraten. Es bleibt anonymer bzw. distanzierter, dafür erreichen derartige Attacken eine breitere Masse und sind öffentlicher. Bisher empfand ich unsere Kinder immer offener und toleranter, als uns Erwachsene. Meine Mädels hatten bisher zum Glück keine Probleme und wurde so akzeptiert, wie sie sind. Leider musste ich feststellen, dass diese Tendenz nunmehr bereits in der Grundschule immer mehr verloren geht.

Mit Voranschreiten der Mobbingattacken und dem höheren Stresspegel in Schule und Beruf bzw. dem Erfolgsdruck, haben auch die Fälle von Depressionen und Suiziden zugenommen.
Depression ist eine bösartige Erkrankung, da sie noch immer von der Gesellschaft nicht wirklich wahrgenommen wird. Es ist nichts, was man sehen oder fassen kann, da sich ja alles auf der psychischen Ebene abspielt. Dadurch trifft man oft auf wenig Verständnis. Die Betroffenen  sind sich ihrer Krankheit bewusst, stehen den damit einhergehenden Gefühlen aber hilflos gegenüber. Ich kenne dies aus der näheren Verwandtschaft. Es belastet die Betroffenen genauso wie Angehörige und Freunde.
Ein ehemaliger Schulkamerad von mir hat sich vor einigen Jahren das Leben genommen. Später erfuhren wir, dass er seit vielen Jahren unter Depressionen gelitten hat. Auch wenn wir eine lange Zeit keinen Kontakt hatten, war ich sehr betroffen. Da kommt man dann ins Grübeln und stellt sich die Frage nach den Warum. Oft begehen gerade diejenigen einen Suizid, von denen man es am wenigsten erwartet hätte. Es sind nicht die schwachen und hilfsbedürftig wirkenden Menschen, sondern oft diejenigen, die nach außen hin so stark erscheinen.
Um Hilfe zu bekommen braucht es jemanden, der einen unterstützt und den nötigen Halt gibt, aber auch den Willen, sich helfen zu lassen. Bei Fee ist der erste Schritt getan. Doch die Ursachen liegen nicht nur beim Mobbing in der Schule und ich bin gespannt, welche Entwicklungen sich im weiteren Verlauf der Handlung ergeben werden.



Mit Unterstützung von Sabrina Schuh gibt es für Euch am Ende unserer Leserunde 3x je ein signiertes Print von "unter schwarzen Federn" mit Lesezeichen und Postkarte zu gewinnen.

Auf allen teilnehmenden Blogs stellen wir Euch heute, am 04.03.18 und 11.03.18 jeweils eine Frage. So könnt ihr an jedem Sonntag 10 Lose, also insgesamt bis zu 30 Losen sammeln, mit denen ihr am Ende in den Lostopf hüpft.

Gewinnspielfrage:

Musstet ihr Euch schon einmal gegen Mobbing wehren oder habt ihr derartige Situationen schon einmal bei anderen Personen miterleben müssen?

Das Gewinnspiel startet am 25.2.18 und endet am 12.3.18 um 23:59 Uhr.
Beachtet bitte unsere Teilnahmebedingungen!





Freitag, 23. Februar 2018

Rezension "Besser essen nebenbei" von Kathrin Burger - Stiftung Warentest ***Werbung***


Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Stiftung Warentest (3. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868514759
ISBN-13: 978-3868514759
D: 16,90 Euro


hier bestellbar




Inhalt:


Gute Ernährung ist überraschend einfach!
Nicht weniger, sondern besser essen lautet die Devise! Superfood ist nicht immer super und Pommes sind besser als ihr Ruf: Dieses Buch entlarvt hartnäckige Ernährungsmythen mit wissenschaftlich fundierten Antworten und liefert zudem zahlreiche Tricks, um mühelos auf eine gesunde Ernährung umzustellen. 30 praktische Rezepte helfen, die guten Vorsätze im Handumdrehen in die Tat umzusetzen.
"Klar geschrieben, macht das Buch Lust, sich gut zu ernähren, ohne sich dabei zu kasteien." Der Tagesspiegel
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Kathrin Burger ist Ernährungswissenschaftlerin und Journalistin. Sie lebt in München. Ihre Artikel erscheinen u. a. in »Bild der Wissenschaft«, »mobile«, »DIE ZEIT«, »Süddeutsche Zeitung« und der »taz«.
Quelle: Amazon


Rezension:


Gesunde Ernährung wird täglich und überall proklamiert. Sei es im Zusammenhang mit Diäten, Fitness oder dem normalen Familienalltag. Ich gebe zu, ich war einfach einmal neugierig, welche Informationen dieses von der Stiftung Warentest herausgegebene Buch bereithält.

Vorweg, es handelt sich nicht um ein wahllos zusammengestelltes Koch- oder Diätenbuch. Zwar finden sich zu den einzelnen Abschnitten interessante und unkomplizierte Rezepte, doch das Hauptaugenmerk liegt an anderer Stelle. Die Grundidee besteht darin, gesünder zu kochen, anstatt weniger zu essen. 

Kathrin Burger geht es vorrangig um den Umgang mit unseren alltäglichen Ernährungsprodukten. Welche Vor- und auch Nachteile stecken in Obst, Gemüse & Co? Welche Wechselwirkung erziele ich bei der Zubereitung und Kombination der verschiedenen Nahrungsmittel? Frische Produkte, gefrorenes Gemüse oder lieber aus der Dose? Wo stecken die Vitamine und wie erhalte ich mir diese bei der Verarbeitung? Ich habe interessante und neue Einblicke gewonnen. Das Buch räumt mit Vorurteilen und Mythen auf. Viele Lebensmittel lassen sich auch nach der Verarbeitung konservieren. Ob Einfrieren oder Aufwärmen? Unsicherheiten werden hier aus dem Weg geräumt. Gut strukturiert und durchdacht aufgebaut, finden sich auf 224 Seiten Informationen zu einer Vielzahl von Themengebieten. Ein Großteil lässt sich leicht in den normalen Familienalltag einbinden und sorgt so für Abwechslung auf dem Speiseplan. 

Die in diesem Ratgeber aufgeführten Tipps geben Denkanstöße und Ideen für eigene Kreationen. Ein bewussterer Umgang mit unseren Lebensmitteln wird gefördert. 

Auch wenn mich viele der enthaltenen Rezepte auf den ersten Blick nicht wirklich reizen, inspirieren sie zu abgewandelten Kombinationen. Es ist ein praktisches Nachschlagewerk, das ich sich öfter zu Rate ziehen werde.



Mittwoch, 21. Februar 2018

Rezension "Unsere Seite des Himmels" von Hans Meyer zu Düttingdorf - Aufbau Verlag


Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (15. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746633796
ISBN-13: 978-3746633794
D: 12,99 Euro







Inhalt:


Solange die Liebe uns gehörte

Küstrin, 1941: Schon als Kinder waren Henriette und Hans unzertrennlich, dann verlieben sie sich. Doch ihre Liebe muss geheim bleiben, denn Henriette ist Jüdin. Als die politische Lage sich zuspitzt, entschließt sich ihre Familie zur Flucht und wird auseinandergerissen.
Jahrzehnte später kehrt Henriette zurück. Noch einmal möchte sie ihre alte Heimat sehen. Aber vor allem will sie eins: endlich Hans wiederfinden.

Eine Rückkehr in die verlorene Heimat und eine hochemotionale Reise zu den Erinnerungen, die ein Leben prägen.
Quelle: Amazon




Der Autor:


Hans Meyer zu Düttingdorf wurde 1967 in Bielefeld geboren und wuchs auf dem ost-westfälischen Land auf. Er ist Musiker, Schauspieler und Unternehmenscoach und wurde für seine deutschsprachigen Chansons bereits mehrfach ausgezeichnet.

www.hadi-music.de

Seit vielen Jahren lebt er zusammen mit seinem Partner, Juan Carlos Risso, in Berlin und in der argentinischen Küstenstadt Necochea. Mit ihm entwickelte er auch die Idee zu seinem Debütroman "Das Bandoneon".

"Das Bandoneon" ist unter dem Titel "El Canto del Bandoneón" auf Spanisch unter unter "La Mélodie du Passé" auf Französisch (auch auf Amazon.es und Amazon.fr) erhältlich.
Quelle: Amazon


Rezension:


Viele mögen denken: "Das alles liegt doch Ewigkeiten zurück!". Aber was, wenn wir uns nicht mehr erinnern, Fehler der Vergangenheit erneut begangen werden? Die Grenze zwischen Vergangenem und dem Heute wird immer dünner. Bald wird es keine Zeitzeugen mehr geben, umso wichtiger sind ihre Erzählungen. Auch wenn die vorliegende Geschichte erfunden ist, zeigt sie uns ein Schicksal, wie es damals viele Menschen ereilte.

Henriette bedeuten ihre Erinnerungen alles, auch wenn Sie diese Jahrzehnte lang verdrängte. Erinnerungen und Erlebnisse prägen unser Denken und Handeln, sie steuern sogar unsere Gefühle. Manche sind so wundervoll, dass man ein Leben lang davon zehrt, andere wiederum so schrecklich, dass man sein Leben lang vor ihnen davon läuft.
Henriette konnte vor der Vernichtung gerade noch rechtzeitig fliehen, allerdings zu einem hohen Preis. Die geliebten Eltern blieben dem Tode geweiht zurück.

Einschränkungen, Verfolgung, Angst, Wut, Traurigkeit, Verluste und Entbehrungen erlebte Sie zuvor jedoch hautnah. Im Wissen, ihre Eltern womöglich nie wieder zu sehen, floh sie nach Argentinien bzw. später nach Montevideo in Uruguay. Hier starb später der letzte Funken Hoffnung, ihre Liebsten eines Tages in die Arme schließen zu dürfen.
Viele glückliche Umstände und Fügungen ermöglichten ihr einen Neuanfang. Doch gleichzeitig mit diesem verleugnete sie auch ihre eigene Identität. Am Ende eines langen Weges möchte Henriette die verlorenen Fäden ihres Lebens aufsammeln. Diese Spurensuche wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt der Gefühle. Seit 1941 hat sich viel verändert und erneut erlebt sie den Verlust der Heimat, von Freunden und einer unvergessenen Jugendliebe.

Der Part der Liebesgeschichte ist sanft in die eigentliche Handlung eingeflochten, überlagert das Hauptanliegen des Buches aber nicht. Für mich haben diese Einschübe noch einmal die Emotionen intensiviert. So durchleben wir mit den Erinnerungen unserer Protagonistin die gesamte Gedanken- und Gefühlspalette eines heranwachsenden Mädchens von der Machtergreifung Hitlers an, bis zum Kriegsausbruch und in den ersten Kriegsjahren. 

Hans Meyer zu Düttingdorf hat mit "Unsere Seite des Himmels" einen intensiven Roman geschaffen, der den Lesern die Schrecken und Grausamkeiten des Holocaust bildgewaltig vor Augen führt. Seine Figuren sind liebevoll und lebendig gezeichnet. Die Ereignisse empfand ich als sehr greifbar und authentisch beschrieben. 

Auch wenn es sich der Autor am Ende nicht versagen konnte, ein auf seine Art ganz eigenes "Happy End" mit einzubauen, konnte er mich mit dieser Geschichte überzeugen. Diese kurze Passage mag so Manchen mit dem Schicksal selbst auf besondere Weise versöhnen, doch notwendig empfand ich sie nicht. Auch so kamen mir am Schluss die Tränen und ich fühlte, dass Henriette glücklich am Ende einer langen steinigen Reise am Ziel angekommen war und ihren inneren Frieden finden konnte. 


Sonntag, 18. Februar 2018

Ankündigung: Leserunde zu "Unter schwarzen Federn" von Sabrina Schuh - Märchenspinnerei ***Werbung***

Wir starten in den nächsten Tagen mit "let´s (sp) read" einen ganz besonderen Leseevent und ihr dürft uns dabei begleiten.

Aus Kindertagen dürften eigentlich alle das Märchen "Das hässliche junge Entlein" kennen. Für alle anderen möchte ich den Inhalt einmal kurz zusammenfassen.
Das Märchen handelt von einem kleinen Entlein, das nicht zu seinen Altersgenossen passt. Schon rein optisch ist es anders als seine Geschwister. Dafür wird das hässliche junge Entlein ausgegrenzt und verspottet. Es muss sich allein durchs Leben schlagen. Einsam und traurig verzweifelt es fast am Leben und doch lernt es auch Freundschaft und Hilfsbereitschaft kennen. Trotz aller Widrigkeiten entwickelt es eine große innere Stärke und bewahrt sich seine Liebenswürdigkeit. Am Ende wird aus ihm nicht nur äußerlich ein wunderschöner Schwan.

Sabrina Schuh hat sich im Rahmen der Märchenspinnerei dieses Märchen als Grundlage genommen und mit "Unter schwarzen Federn" eine moderne Adaption herausgebracht.

Eine schnatternde Meute Teenager
Eine unscheinbare Außenseiterin
Eine Verwandlung unter Tränen
Fee’s Leben ist die Hölle. Auch der Wechsel an die neue Schule bringt keine neuen Chancen, sondern nur Psychoterror und Ausgrenzung. Eines Tages spitzen sich die Dinge so zu, dass Fee nur noch einen Ausweg sieht; und der ist endgültig. Statt sie jedoch von ihrem Leben zu erlösen, bringt der von Markus vereitelte Selbstmordversuch sie in die Therapie. Wird sie es mit seiner Hilfe schaffen, ihren Lebensmut wiederzufinden oder wurde sie bereits zu tief verletzt?
In "Unter schwarzen Federn" spinnt Autorin Sabrina Schuh mit den Elementen von Andersens hässlichem Entlein eine düster-romantische Geschichte über Ausgrenzung, Todeswünsche und den schweren Weg eines jungen Mädchens, auf der Suche nach ihrem wahren Selbst.




Was versteckt sich hinter "let´s (sp) read"?

In den nächsten drei Wochen lesen wir das Buch auf zehn Blogs gemeinsam, unterteilt in drei Abschnitte. An den nächsten Sonntagen, also am 25.02, 04.03 und 11.03.2018 beantworten wir auf den teilnehmenden Blogs Fragen zu den jeweiligen Leseabschnitten. So erfahrt ihr nach und nach unsere Meinungen zum Buch und der Entwicklung der Protagonisten.

Seid dabei!
Wer unsere Leserunde aufmerksam verfolgt und die Tagesfragen beantwortet, kann jeden Sonntag neue Lose sammeln. Am Ende habt ihr so die Möglichkeit, eines von drei signierten Exemplaren von "Unter schwarzen Federn" incl. Postkarte und Lesezeichen zu gewinnen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Sabrina  für die Bereitstellung der Bücher.

Übersicht der teilnehmenden Blogs:

hier bei mir auf Zwiebelchens Plauderecke
Mimis Leseecke
Sandys Welt Büchermomente Claudis Gedankenwelt Nickis Lesewelt Buchnotizen Jane’s-kleine-Ecke Die Zeilenschmiede Fräulein M liebt Bücher



Samstag, 17. Februar 2018

Rezension "You will pay - Tödliche Botschaft" von Lisa Jackson - Knaur HC





Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Knaur HC (12. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426654288
ISBN-13: 978-3426654286
Originaltitel: You Will Pay
D: 14,99 Euro







Inhalt:


Mobbing, Drohung, Rache, Mord: Im Thriller „You will pay – Tödliche Botschaft“ von der amerikanischen Bestseller-Autorin Lisa Jackson drängen grausame Geheimnisse eines verhängnisvollen Sommers nach zwanzig Jahren ans Licht – und die damals Beteiligten müssen bitter bezahlen …

Camp Horseshoe, Oregon: Vor zwanzig Jahren arbeitete eine Gruppe von Jugendlichen als Betreuer in einem Ferienlager. Nachts, wenn ihre Schützlinge im Bett lagen, schlichen sie sich aus ihren Hütten, hatten Sex, feierten wilde Partys mit Alkohol und Drogen, spannen Intrigen – bis etwas gründlich schief ging und zwei von ihnen spurlos verschwanden. Die polizeilichen Ermittlungen dazu liefen ins Leere, die Akte wurde geschlossen.

Heute, zwei Jahrzehnte später, tauchen Knochen auf dem Grundstück des Feriencamps auf. Detective Lucas Dalton, einer der damaligen Betreuer, möchte den Fall erneut aufrollen. Zunächst will keiner der ehemaligen Betreuer aussagen. Doch dann erhalten sie einer nach dem anderen ein grausiges Foto mit der unheilvollen Botschaft „You will pay" – „Strafe muss sein“. Und bald darauf geschieht ein Mord …

Ein neuer nervenaufreibender Thriller um geheime Affären, Intrigen und tödliche Rache von der Bestseller-Autorin (u.a. „Raubtiere“, „Zwillingsbrut“, „Desire“)!
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Lisa Jackson arbeitete nach ihrem Studium zunächst einige Jahren im Banken- und Versicherungswesen, bevor sie das Schreiben für sich entdeckte. Mittlerweile zählt Jackson zu den amerikanischen Top-Autorinnen, deren Romane regelmäßig die Bestsellerlisten der "New York Times", der "USA Today" und der "Publishers Weekly" erobern. Ihre Hochspannungsthriller wurden in 15 Länder verkauft. Lisa Jackson lebt in Oregon.
Quelle: Amazon




Rezension:


"You will pay - Tödliche Botschaft" gleitet relativ ruhig dahin und agiert eher auf psychologisch gut strukturierten Ebenen. Dieser neue Thriller von Lisa Jackson ist wie ein Gemisch aus Roman, Familiendrama, Krimi und Mysterie. 

Es scheint, als könnte niemand seiner Vergangenheit entkommen. Irgendwann und gänzlich unverhofft holt sie uns ein. Auch die ehemaligen Campbetreuer müssen dies schmerzlich erfahren. Vor zwanzig Jahren verschwanden drei Campmitarbeiter spurlos. Alle hüllten sich in Schweigen. Aus Angst oder aus Schuld? 

Es war spannend zu ergründen, wie die losen Fäden am Ende zusammen liefen und sich wesentlich mehr menschliche Abgründe auftaten, als zuvor gedacht. Jeder scheint auf den ersten Blick verdächtig und doch kann eigentlich keiner der Protagonisten ein Verbrechen begangen haben. 

Im Alter zwischen 15 und 19 Jahren hält das Leben so viel für uns bereit. Alle Türen stehen offen und doch erscheinen kleine Probleme um so vieles größer, als sie wirklich sind. Die Hormone spielen verrückt, Liebe, Neid und Eifersucht liegen dicht beieinander. Auch zwanzig Jahre nach diesem unheilvollen Sommer, kochen rasch alte Gefühle wieder hoch. Jeder Einzelne schwelgt in eigenen Erinnerungen und plötzlich ist alles wieder da, die Empfindungen - Ängste, Hoffnungen, Unsicherheiten...

Der Handlungsstrang wechselt immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Da wir auf recht viele Beteiligte treffen, kommt es zu mehreren Wiederholungen, denn jede einzelne Person erzählt ihre Sicht der Dinge. So werden die entscheidenden Ereignisse immer wieder neu beleuchtet. Ich weiß, dass sich durch die zuvor genannten Punkte die Gemüter sehr entzweien werden. Man muss auf das Zwischenmenschliche und psychologische Spannung stehen, um diesen Thriller zu mögen. Auch die Vielzahl der Perspektivwechsel wird für Zwiespalte sorgen. Ich allerdings mag diesen Schreibstil und empfand den Spannungsbogen über alle Seiten hinweg immer gegeben. 
Zwar hatte ich recht schnell eine Vermutung und für mich den Haupttäter/in bereits eine Weile vor der Auflösung ausgemacht, dennoch hielt das Ende einige Überraschungen bereit. Gern hätte ich noch ein wenig mehr Zeit zwischen diesen Buchseiten verbracht. 

Lisa Jackson hat mit "You will pay - Tödliche Botschaft" einen emotional fesselnden Thriller vorgelegt, der mich gut unterhalten hat.


Dienstag, 13. Februar 2018

Rezension "Der Wahnsinn den man Liebe nennt" von Clara Römer - Diana Verlag




Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Diana Verlag (9. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453358791
ISBN-13: 978-3453358799
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Die Geschichte einer Frau, die den schlimmsten Betrug erfährt, und ihr Weg zurück ins Leben

Ein Spediteur ruft bei Susa Bergmann an und will einen Kühlschrank abliefern. Der Name ihres Mannes steht auf dem Auftrag – allerdings mit einer falschen Adresse. Als sie nachfragt, hat Wolf eine einfache Erklärung, doch bald tauchen weitere Ungereimtheiten auf. Susa fährt zu der Adresse, eine junge Frau öffnet die Tür. In der Küche: der Kühlschrank. Auf der Kommode: Kinderfotos von Josie, dem Mädchen aus der Nachbarschaft, das ihrem Mann so ähnelt und den Namen seiner Großmutter trägt. Alle Puzzleteile passen zusammen, und Susas Welt zerbricht …
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Clara Römer hat Germanistik studiert und als Redakteurin gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Sie mag Familiengeschichten mit und ohne Happy End, geht gern ins Museum, weiß, wie wichtig Freundinnen im Leben sein können, und hat ein ausgesprochenes Faible für große und kleine Katzen. Sie lebt mit ihrem Mann in München.
Quelle: Amazon




Rezension:


Auch wenn Titel und Cover vielleicht einen kitschig seichten Frauenroman vermuten lassen, steckt zwischen diesen Buchdeckeln so viel mehr. 

Clara Römer ist ein weiteres Pseudonym einer meiner Lieblingsautorinnen und es fasziniert mich immer wieder wie facettenreich und unterschiedlich sie schreiben kann. Dennoch zeugen alle Romane von einem besonderen Tiefgang der Gefühle und übermitteln Botschaften, die noch lange nach dem Ende des jeweiligen Buches nachhallen.

Die Charaktere in "Der Wahnsinn den man Liebe nennt" sind sehr komplex angelegt. Mit Ecken und Kanten wirken Sie authentisch und erscheinen wie die Leute von nebenan. 
Susa ist die liebenswerte Hauptprotagonistin. Obwohl ihr Leben wie aus dem Nichts heraus einem in sich zusammenfallenden Kartenhaus gleicht, zeigt Sie große Stärke und lässt sich nicht unterkriegen. Mit einer Freundin wie Bille an ihrer Seite kann fast nichts mehr schief gehen, aber eben nur fast. 
Ihr Gegenpart ist Wolf. Er ist der pure Egomane und absolut kein Sympathieträger. Somit ergibt sich viel Potential für Verwicklungen und Turbulenzen.

Das Leben ist keine gerade Straße und manchmal begibt man sich in eine Sackgasse, muss umkehren und den Weg neu beginnen. So würde ich Susas Entwicklung beschreiben. Die Autorin schafft es, die Widrigkeiten des Lebens authentisch in diesem Roman zu verarbeiten. So treffen wir u. a. auf Ulf, den behinderten Bruder von Wolf, dessen Geschichte mich tief berührt hat. Mehr möchte ich gar nicht auf den Inhalt eingehen und kann nur entspannte Lesestunden wünschen.

Clara Römer hat eine intelligente, aber vor allem herzliche Geschichte geschaffen, die überall passieren könnte und trotz ernsthafter Passagen voller Humor und Romantik steckt.


Sonntag, 11. Februar 2018

Rezension "Schneezauber - Küss den Schneemann" von Hannah Siebern




Taschenbuch: 202 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (7. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1976373565
ISBN-13: 978-1976373565
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Katies Chef Leonard Frost macht seinem Namen alle Ehre. Er ist kalt wie Eis, hart wie Stahl und lässt jede Fröhlichkeit um sich herum erstarren. Als seine persönliche Assistentin ist Katie seinen Launen gnadenlos ausgeliefert und hat kaum Zeit für ihre kleine Tochter. Nach einer Auseinandersetzung muss Katie um ihren Job bangen, doch kurz darauf taucht ein Mann in ihrem Garten auf, der behauptet, ihr Boss zu sein. Allerdings besteht er nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Schnee! Angeblich wurde er verwandelt, weil in seinem Herzen keine Wärme ist und Katie soll ihm dabei helfen, das zu ändern. Doch wie erwärmt man das Herz eines Schneemanns, ohne ihn damit zum Schmelzen zu bringen? Ein modernes Wintermärchen.
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Hannah Siebern ist 1986 geboren und hat die meiste Zeit ihres Lebens im schönen Münsterland verbracht. Ihr erstes Buch schrieb sie im Alter von 12. Zugegeben. Das Buch war bloß 60 Seiten lang und wurde nur von ihren Freundinnen gelesen, aber früh übt sich. Eigentlich wusste sie damals schon, dass sie gerne Autorin werden wollte, aber das erschien ihrem Umfeld ungefähr so abwegig, als hätte sie vorgeschlagen Popstar oder Schauspielerin zu werden. Also studierte sie erst einmal Pädagogik.

Ihr erstes richtiges Buch schrieb sie dann während des Studiums im Alter von 23. Veröffentlicht wurde es aber erst 2011. Inzwischen sind noch zehn weitere dazu gekommen. Liebe, Fantasy, Erotik ... Hannah schreibt, wonach immer ihr gerade ist. Denn sie ist der Meinung, dass das Schreiben in erster Linie Spaß machen sollte, auch wenn sie inzwischen davon lebt. Denn wenn man nicht mit dem Herzen dabei ist, spüren die Leser das sofort.
"Die Menschen mitzunehmen in die Welten, die sonst nur in meinem Kopf existieren und ihnen Dinge zu zeigen, die nur in meiner Fantasie möglich sind. Das ist für mich die wahre Erfüllung meines Traumes Autorin zu sein."
Quelle: Amazon




Rezension:


In vielen Gegenden liegt er noch, der Schnee. Vielleicht eine letzte Gelegenheit für Euch, Euren ganz eigenen Schneemann zu entwerfen und ihm Leben einzuhauchen. Manchmal werden ja Märchen wahr....

Hannah Siebern erzählt in "Schneezauber - Küss den Schneemann" eine wundervolle Geschichte, die perfekt in die Weihnachtszeit passt, aber auch sonst das Herz erwärmt. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Katie und Leonard. Dadurch entstehen witzige Dialoge und die Komik einzelner Passagen kommt deutlicher zum Tragen. Die Mischung aus Witz, Romantik und ernsthaften Tönen ist gut gewählt und verspricht eine wunderschöne Geschichte.

Mit Katie hat sie eine starke Protagonistin geschaffen, die für ihre kranke Mutter und ihre kleine Tochter alles gibt. Ich musste sie einfach gern haben. Mit Leonard Frost schaut es da gänzlich anders aus. Kalt und gefühllos kommt er daher und doch steckt hinter seinem eisigen Wesen eine traurige Geschichte. Kennt man diese, entwickeln sich nach und nach Sympathien auch für ihn. 

Hannah Siebern erzählt ein verrücktes, fantasievolles und bezauberndes Wintermärchen, das wunderbar an die Erzählungen von Charles Dickens erinnert und doch einen vollkommen eigenen Weg beschreitet. Sie zeigt uns, wie wertvoll Freunde und Familie sind, aber auch, dass Arbeit bzw. Wohlstand allein, das Leben nicht lebenswert machen.

Lasst Euch von "Schneezauber - Küss den Schneemann" und Hannah Siebern verzaubern, es lohnt sich.




Freitag, 9. Februar 2018

Rezension "Blutzeuge" von Tess Gerritsen - Limes Verlag





Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Limes Verlag (20. November 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3809026387
ISBN-13: 978-3809026389
Originaltitel: I Know A Secret (Rizzoli & Isles 12)
D: 19,99 Euro





Inhalt:


In Boston wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – in der offenen Handfläche liegen ihre Augäpfel. Die Verstümmelung geschah post mortem, wie bei der Obduktion eindeutig festgestellt wird. Doch die genaue Todesursache bleibt unklar. Kurze Zeit später taucht die Leiche eines Mannes auf – Pfeile ragen aus seinem Brustkorb, die ebenfalls erst nach seinem Tod dort platziert wurden. Beide wurden Opfer desselben Täters, ansonsten scheint es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Detective Jane Rizzoli von der Bostoner Polizei steht vor einem Rätsel, bis eine Spur sie zu einem Jahrzehnte zurückliegenden Fall von Misshandlungen in einem katholischen Kinderhort führt 
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Sie schreibt knallharte Thriller, unter die Haut gehende Krimis und gilt international als Meisterin der Spannung. Dabei hat die in San Diego aufgewachsene Tess Gerritsen gar nicht vorgehabt, Schriftstellerin zu werden. Nach einem Medizinstudium und anschließender Tätigkeit als Internistin in Honolulu, Hawaii, schien ihre Laufbahn festgelegt. Während ihres Mutterschaftsurlaubs schrieb sie dann eine Kurzgeschichte, die sofort prämiert wurde. Damit stellten sich die Weichen ihres Lebens neu. Ihre Karriere als Medizinerin hat sie mittlerweile an den Nagel gehängt und ist „Vollzeitautorin“. Privat liebt sie es eher friedlich: Nach ihren Hobbys befragt, nennt sie Gartenarbeit und Musik. Gerritsen lebt mit ihrem Mann und ihren Söhnen in Camden, Maine.
Quelle: Amazon




Rezension:


Ich liebe ja auch die Verfilmung der Bücher von Tess Gerritsen. Dabei ist es immer schwierig, Serie und Buch getrennt zu betrachten. So unterscheiden sich sowohl die Haupt- wie auch Nebencharaktere in der Verfilmung stark von den buchigen Protagonisten. Dennoch ist es spannend, beim Lesen entsprechende Vergleiche anzustellen.

Nachdem ich euch vor einigen Tagen auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen habe, möchte ich euch heute den aktuellen Fall von Rizzoli & Isles ans Herz legen. 

Tess Gerritsen hat es mit "Blutzeuge" wieder einmal geschafft, einen Thriller vorzulegen, der die Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Atem hält. Spannend, mit packenden Wendungen und einer überraschenden Auflösung des Falls, konnte ich mich kaum von diesem Buch trennen. Mit dem 12. Fall von Jane Rizzoli und Maura Isles wird die Autorin wieder düsterer und nervenaufreibender. Dabei sind es weniger die blutigen Morde, eher das Spielen mit der Fantasie und den Emotionen ihrer Leser, mit denen die fesselt. 

Ereignisse der Vergangenheit werfen ihre Schatten bis in die Gegenwart. Handlungsstränge und Erzählperspektiven wechseln sich gekonnt ab und erzeugen einen immerwährenden Spannungsbogen.  Geschickt eingefügte Cliffhanger verleiten zu Spekulationen und führen gekonnt in die Irre. Aber auch das Privatleben der beiden Frauen wird erneut beleuchtet und fördert die Verbundenheit mit den Protagonistinnen. Diese Mischung aus Mordermittlung und der privaten Seite der Ermittler verspricht rundum gute Unterhaltung.

Ein für mich originell umgesetzter und spannungsgeladener Thriller mit meinen Lieblingsermittlern Rizzoli & Isles.




Mittwoch, 7. Februar 2018

Rezension "Was von mir bleibt" von Lara Avery - Carlsen Verlag


Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Carlsen (30. November 2017)
Sprache: Deutsch

übersetzt von Nadine Püschel
ISBN-10: 3551583730
ISBN-13: 978-3551583734
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Memory Book

D: 19,99 Euro





Inhalt:


Sammie ist klug, selbstbewusst und hat nur ein Ziel: den besten Schulabschluss machen und ihrer Heimatstadt so schnell wie möglich den Rücken kehren. Wäre da nicht diese unheilbare Krankheit, die ihr – so sagen die Ärzte – nach und nach alle Erinnerungen rauben wird. Doch Sammie will sie festhalten: die Erinnerung an Stuart und ihren ersten Kuss. An Maddie und den großen Streit. Und an Cooper, der wie kein anderer Sammie zum Lachen bringt. Sammie schreibt, um eins niemals zu vergessen: dass sie ihr Leben gelebt hat, bis zum Schluss.
Quelle: Carlsen Verlag




Die Autorin:


Lara Avery wuchs in Kansas auf, in einer sportverrückten Familie, zusammen mit einem Golden Retriever namens Rusty. Heute ist sie Verlagslektorin, lebt in Minnesota und widmet ihre Freizeit komplett dem Schreiben.
Quelle Amazon




Rezension:


Worin besteht der Sinn unseres Lebens? Welche Ziele gilt es zu erreichen, was macht uns glücklich?
Es gibt Menschen, die leben einfach nur so in den Tag hinein und können am Ende ihres Lebens auf keinen wirklichen Höhepunkt zurückblicken. Vergeudete Zeit und ungenutzte Talente sind alles, was zurück bleibt. 

Dagegen ist Sammie eigentlich noch viel zu jung, um über das Ende nachdenken zu müssen. Doch eine heimtückische Krankheit zerstört alle Zukunftspläne und Träume. Sammie ist klug, recht introvertiert und beginnt gerade erst aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen, als sie mit der alles verändernden Diagnose - Niemann – Pick Typ C - konfrontiert wird. Sie beginnt ein Tagebuch zu schreiben, um ihrem späteren ICH zu helfen, sich an wichtige Dinge erinnern zu können. Sie weiß um den Wert des Lebens und sie möchte jede Minute der ihr verbleibenden Zeit nutzen, um so viel wie möglich zu erleben. Ihr Tagebuch wird zu ihrem Vermächtnis für ihre Familie.

Sammie ist keine einfache Protagonistin. Soziale Interaktionen sind für sie schwierig und dementsprechend oft eckt sie bei ihrem Mitmenschen an bzw. zieht sich vom gesellschaftlichen Miteinander zurück. Kommunikation mit Gleichaltrigen fällt ihr schwer. Man könnte Sammie auch als "Elefant im Porzellanladen" bezeichnen und genau dieser Teil ihres Wesens hat mich immer wieder gerührt. Nur im Debattierklub scheint sie loslassen zu können und ist in ihrem Element.
Schon vor ihrer Krankheit war sie recht eigen und man muss sich auf sie einlassen, ihr Wesen verstehen, um ihre späteren Handlungen nachvollziehen zu können. 
Eine ihrer hervorstechenden Eigenschaften ist ihre Zielstrebigkeit. Diese Eigenschaft bewahrt sie an schwierigen Tagen davor, in Depressionen zu versinken und jeden neuen Tag, als einen besonderen zu betrachten. Sammy ist stark und klug. Sie hatte Pläne, die sie bis zum bitteren Ende versucht zu verwirklichen. Die Tragik, die sich hinter dieser Geschichte verbirgt lässt niemanden kalt.

Ich habe mit ihr gebangt, Erfolge gefeiert, die Liebe gefunden, manches Mal den Kopf geschüttelt, gelacht und geweint. Lara Avery schickt ihre Leser durch ein Kaleidoskop der Gefühle. Von Beginn an ist klar, dass es kein Happy End geben kann und doch hofft man bis zur letzten Seite auf ein kleines Wunder. Gefühlvoll und intensiv lässt uns Lara Avery in die Gefühlswelt ihrer Protagonistin eintauchen. Dabei verändert die Krankheit nicht nur Sammy, sondern auch ihre Familie und Freunde. 

"Was von mir bleibt" ist ein Buch, das uns über das Leben und unsere Ziele, Wünsche und Träume nachdenken lässt. Niemand weiß, wie lange ein Leben dauern wird und wir sollten keine Minute unserer Zeit vergeuden. Als Leser erwartet euch eine besondere, berührende Geschichte, wenn ihr mit offenem Herzen Sammie auf ihrem Weg begleitet und versucht, ihre Persönlichkeit zu verstehen.




Montag, 5. Februar 2018

Rezension "Mord am Waterberg" von Almut Hielscher und Uta König - ProTalk Verlag


    Taschenbuch: 232 Seiten
    Verlag: Pro Talk Verlag (15. Juli 2017)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 393999040X
    ISBN-13: 978-3939990406
    D: 11,90 Euro






    Inhalt:


    Der rätselhafte Mord an ihrer Schwester Anna bringt Katrin nicht nur näher an die namibisch-deutsche Vergangenheit, sondern auch zunehmend in Gefahr. Das ahnt sie aber nicht, als sie sich auf den Weg in den Süden Afrikas macht, um den Leichnam ihrer ermordeten Schwester nach Deutschland zu holen.

    Der eigentlich geplante Kurzaufenthalt nimmt eine unerwartete Wendung, als sie die Chance ergreift, den Mordfall an ihrer Schwester eigenständig aufzuklären. Dabei stößt sie nicht nur auf das Misstrauen der Namibier, die immer noch das Nachbeben des Völkermords an ihren Ahnen spüren, sondern auch auf einen Feind, der sein tödliches Augenmerk jetzt auf Katrin selbst legt.

    Mit dieser schrecklichen Erkenntnis steht sie vor einer folgenschweren Entscheidung: Verfolgt sie die gefährliche Spur weiterhin, um den Mörder ihrer Schwester zu entlarven? Oder bringt sie sich selbst in Sicherheit, indem sie unverzüglich abreist? Eine überstürzte Abreise würde aber nicht nur bedeuten, dass sie sich der Wahrheit um den Mord ihrer kleinen Schwester verweigert, sondern es würde ebenfalls bedeuten, das Leben eines Unschuldigen in den blutigen Händen des Feindes zurückzulassen.
    Quelle: Amazon


    Die Autorinnen:


Almut Hielscher wurde 1943 geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Münchner Journalisten-Schule arbeitete sie bei Tageszeitungen und Zeitschriften, unter anderem acht Jahre lang beim STERN und 15 Jahre beim SPIEGEL. Dort war sie unter anderem mehrere Jahre als Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Johannesburg tätig. Außerdem arbeitete sie für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) in Namibia. Almut Hielscher ist verheiratet und lebt in München.
Quelle: Amazon



Rezension:


"Mord am Waterberg" ist ein eher ruhiger unblutiger Krimi, der sich vorrangig auf das menschliche Miteinander stützt. Als Leser sollte man vor allem Interesse am afrikanischen Kontinent uns seinen Bewohnern mitbringen.
Es handelt sich um einen gut durchdachten und strukturierten Krimi bei dem man als Leser nebenbei sehr viel über Namibia und seine Einwohner lernt. 

Gerüche und Geräusche, die Farbenpracht der afrikanischen Gewänder und die vielseitige Landschaft werden beim Lesen lebendig. Dabei sind zwar Handlung und Personen frei erfunden, doch alle historischen Hintergründe sind geschichtlich fundamentiert. Gerade dieser Aspekt hat mich in den Seiten festgehalten.

Dem Autorinnen-Duo ist es geschickt gelungen, die Fäden der Handlung miteinander zu verknüpfen und den Spannungsbogen immer wieder zu intensivieren.
Ein weit gefächertes Spektrum an menschlichen Charakteren belebt das Geschehen. Lebens- und Denkweisen prallen aufeinander. Ebenso kulturelles und geschichtliches Erbe und damit verbundene Traditionen. 
Die Mentalität des afrikanischen Volkes ist geprägt von historischen Ereignissen, tief verwurzelten Traditionen, Aberglauben und modernen Einflüssen aus aller Welt. Unsere europäischen Vorstellungen eines guten, perfekten Lebens müssen hier neu überdacht und Vorurteile abgebaut werden. Dabei erfährt unsere Protagonistin nicht nur Ablehnung und Misstrauen, sondern auch sehr viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft. 

Vergangenheit und Gegenwart prallen aufeinander. In jeder Kultur gibt es Gut und Böse. Angst kann eine enorme Triebfeder sein und Missverständnisse können schnell zu einer Eskalation führen. 

All diese Aspekte unseres menschlichen Miteinanders haben Almut Hielscher und Uta König in diesem spannenden Krimi verwoben. Die Auflösung hat mich am Ende überrascht und mit einem bedauernden Blick auf Täter und Opfer traurig zurückgelassen.