Samstag, 21. April 2018

Blogtour "Teufelsfarbe" - Aberglauben im Mittelalter




Am Tag 5 unserer Blogtour geht es um das Thema Aberglaube im Mittelalter.

Die Handlung in "Teufelsfarbe" ist geprägt vom Aberglauben der Menschen dieser Zeit.Ab wann der spezifizierende Begriff "Aberglaube" wörtlich belegt ist, wird zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert angesiedelt. Hier gibt es sehr unterschiedliche Quellenangaben.
Aberglauben steht für die Abweichung vom allgemeinen christlichen Glauben. Heute werden Dinge, deren Ursache und Wirkung sich nicht erklären lässt und die mehrmals in einem analogen Zusammenhang auftreten mit Aberglauben gleichgesetzt. Dabei kann es sich sowohl um positive als auch negative Ereignisse handeln.

Die Menschen im Mittelalter richtet ihr Leben nach den Gesetzen der Natur und der Kirche aus. Unwetter, verdorbene Ernten, Krankheiten oder sonstige negative Begebenheiten wurden auf falsches Verhalten oder Hexenwerk geschoben. Die Unwissenheit wurde gerade der einfachen Landbevölkerung oft zum Verhängnis. Die Kirchenvertreter taten ihr Übriges bei und versuchten die Leichtgläubigkeit und das Unwissen der Menschen zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen.

Nicht selten arteten persönliche Streitigkeiten aus und endeten mit Verleumdung bzw. dem Tod.
Gerade während der Inquisition reichte eine falsche Bemerkung aus und man wurde der Hexerei beschuldigt. Nur selten gelang es den Betroffenen ihre Unschuld zu beweisen und dem Tod zu entrinnen. Gerade unter den Richtern und Kirchenvertretern fanden sich Fanatiker, die in ihrem unendlichen Machtbewusstsein, viel Schaden anrichteten.


In "Teufelsfarbe" waren es die Angst vor dem Neuen, Neid, Missgunst, verschmähte Liebe und die Angst vor einem Machtverlust, die dem Aberglauben Nährboden verschafften und letztendlich zu einer Tragödie führten.

Kräuterkundige mussten in diesen Zeiten besonders auf der Hut sein. Zwar wurde ihr Wissen zur Heilung von Krankheiten gern gesehen. Dennoch schon man vielen Kräutern auch dämonische Kräfte zu. Sie konnten ebenso Dämonen bannen (Knoblauch im Fenster) oder den Geist der Betroffenen verzaubern. Noch heute gibt es Riten des Aberglaubens, die fast jeder kennt und insgeheim vielleicht auch schon ausprobiert hat bzw. hoffnungsvoll daran festhielt. Hier nun einige Beispiele hierfür.

Schwarze Katzen


Teufelsbrut, Hexentiere. So wurden diese Katzen im Mittelalter genannt. Man fürchtete die Macht dieser Tiere.

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"Schwarze Katze von links nach rechts - Unglück brechts" ist ein Ausspruch, bei dem ich als Kind immer überlegen musste, von welcher Seite gesehen, das Unglück auf mich zurennen würde. :)


Käuzchen


Wenn du den Ruf eines Käuzchens hörst, dann nimm dich in acht.


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In früheren Zeiten galten Eulen als Teufelsvögel und es herrschte der Aberglaube, dass wenn man einen Käuzchenruf hört, jemand sterben muss.

Scherben


Scherben bringen Glück. Der Lärm, der dabei verursacht wird, soll böse Geister vertreiben.

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Dagegen drohen bei Spiegelscherben gleich sieben Jahre Pech.


Wunschbrunnen


Wirfst du eine Münze über die Schulter in den Brunnen, bringt dies das Glück zu dir bzw. dein dabei gedachter Wunsch geht in Erfüllung.

In Rom gibt es einen der bekanntesten Wunschbrunnen der Welt, den Trevi-Brunnen.

Datei:Trevi Fountain, Rome, Italy 2 - May 2007.jpg
Trevi-Wunschbrunnen
Quelle: Wikipedia

Die Legende besagt, dass eine in den Brunnen geworfene Münze mit Sicherheit zur Rückkehr nach Rom führt. Bei zwei Münzen verliebt man sich in eine Römerin bzw. einen Römer und bei drei Münzen führt dies sogar zu einer Heirat.


Zum Gewinnspiel:

Der Dryas Verlag verlost 2 Exemplare von "Teufelsfarbe" für die Leser der Bloggerrunde.
Ihr müsst für die Teilnahme nur die nachstehende Frage mit einem Kommentar beantworten:

Welcher Aberglaube ist heute noch vorherrschend bzw. welche kennt ihr außer den bereits genannten?

Teilnahmebedingungen

Für dieses Gewinnspiel gelten folgende Teilnahmebedingungen:
1. Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Eltern.
2. Es wird keine Haftung für den Postweg übernommen.
3. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
4. Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.
5. Der Versand der Gewinne erfolgt nur nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.
6. Verwendet der Teilnehmer Bildmaterial, so bestätigt er mit der Teilnahme, dass er sämtlich Bildrechte innehat.
6. Der Gewinner ist im Falle eines Gewinns mit namentlicher Nennung auf dem Verlagsblog “Bakerstreet Bibliothek” und Facebookseite des Dryas Verlags einverstanden.
7. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel gelten die Teilnahmebedingungen als im vollem Umfang akzeptiert.

Gewinnspielende: 30.April 2018 23.59 Uhr.

Dienstag, 17. April 2018

Rezension "Drei Schwestern am Meer" von Anne Barns - MIRA Taschenbuch




Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (5. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956497929
ISBN-13: 978-3956497926
D: 9,99 Euro







Inhalt:



Das Weiß der Kreidefelsen und das Grün der Bäume spiegeln sich türkis im Meer – Rügen! Viel zu selten fährt Rina ihre Oma auf der Insel besuchen. Jetzt endlich liegen wieder einmal zwei ruhige Wochen voller Sonne, Strand und Karamellbonbons vor ihr. Doch dann bricht Oma bewusstlos zusammen, und Rina muss sie ins Krankenhaus begleiten. Plötzlich scheint nichts mehr, wie es war, und Rinas ganzes Leben steht auf dem Kopf.
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei.
Quelle: Amazon




Rezension:


Manchmal muss man nach Hause kommen, Altes hinter sich lassen und einen Neubeginn wagen.

In "Drei Schwestern am Meer" warten viele sehr unterschiedliche Charaktere auf Euch, die sich dennoch wunderbar ergänzen. Drei Schwestern, die sich in Liebe verbunden sind und gemeinsam die Höhe und Tiefen des Lebens bewältigen. Immer an ihrer Seite eine Oma, wie man sie sich nur wünschen kann. In schwierigen Zeiten stehen die vier uneingeschränkt zueinander und irgendwie befinden sich alle auf einer Suche nach etwas, dass sie im Leben vermissen. Doch zuvor müssen sie einige Turbulenzen überwinden, ihre Gefühle ergründen und es gilt ein lang gehütetes Geheimnis zu lüften. Alter Groll, Halbwahrheiten und Sehnsüchte treten zu Tage. 

Begleitet die drei Schwestern und Oma Anni auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Glück.

Anne Barns Roman "Drei Schwestern am Meer" hat etwas Heimeliges an sich und strahlt sehr viel Wärme aus. Dabei ist die Handlung sehr abwechslungsreich und humorvoll. 
Wir erleben mit den Protagonisten Freude, Trauer, Liebe, Verletzlichkeit, Sehnsüchte und lösen ganz nebenbei ein großes, lang gehütetes Geheimnis. 
Auch wenn man schon recht früh die ersten Vermutungen hegt und das Familiengeheimnis weit vor Schluss gelüftet wird, hat mich die Autorin bis zum Schluss gut unterhalten.

Es war wie ein Kurzurlaub auf Rügen, mit dem Wind des Meeres im Gesicht und in charmanter Gesellschaft.

Mein Highlight am Ende des Buches waren wieder die Rezepte, denn beim Lesen tropfte des Öfteren der Zahn und gerade die süßen Verführungen hatten es mir angetan. 

Ich hatte das Glück, Anne Barns auf der Buchmesse zu treffen und wollte Euch das Buch doch so gern umrahmt von ihren leckeren Karamellbonbons präsentieren. Leider haben es diese nicht bis nach Hause geschafft. Sie waren einfach zu lecker.



Auslosung zu "Dumplin" von Julie Murphy - FISCHER FJB

Ich schulde Euch noch die Gewinnbekanntgabe zu meinem Gewinnspiel anlässlich der Buchbotschafteraktion zu "Dumplin" von Julie Murphy aus dem Verlag FISCHER FJB.
Ich hoffe, Willowdean hat unter Euch viele Freunde gefunden.


Dann mache ich es auch ganz kurz. Gewonnen hat:

myharz (Sandra)

Herzlichen Glückwunsch!

Damit ich Dir Dein Überraschungspaket zusenden kann, schicke mir bitte Deine Anschrift an: schmidt.anja73@gmail.com

Sonntag, 15. April 2018

Rezension "Neues Zuhause gesucht!" von John Chambers & Henrike Wilson -- Carlsen Verlag



Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Carlsen (21. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551518556
ISBN-13: 978-3551518552
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 8 Jahre
D: 14,99 Euro






Inhalt:


Ankommen in einer anderen Welt: "Neues Zuhause gesucht!" vermittelt Kindern auf anschauliche Weise, wie es sich anfühlt, seine Heimat verlassen zu müssen und auf der Flucht zu sein. Die Pinguine riskieren eine bedrohliche Reise, um in ein neues Land zu gelangen. Werden sie dort ankommen und sich wohlfühlen?
Quelle. Carlsen Verlag



Der Autor und weitere Mitwirkende


John Chambers
ist 1968 in Irland geboren und dort zur Schule gegangen. Er ist Zeichner und Autor von Bilder- und Kinderbüchern. Als Drehbuchautor ist er an der Verwirklichung vieler Animationsserien beteiligt, für die er auch Auszeichnungen erhielt. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.


Die Illustratorin Henrike Wilson studierte in Washington D. C. und Köln Malerei und Grafikdesign und unternahm lange Reisen in die Karibik und nach Indien. Die intensiven Farben ihrer Reiseziele finden sich in ihren kraftvollen Illustrationen wieder. Henrike Wilson lebt in Berlin und hat sich als Kinderbuchillustratorin international einen Namen gemacht. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2007 wurde sie für ihre Illustrationskunst mit dem New York Times-Award ausgezeichnet.
Quelle: Carlsen Verlag



Rezension:


Wir fahren gern in den Urlaub, wohl wissend, dass wir zwar bedauernd wieder Abschied nehmen müssen, aber schöne Erinnerungen im Gepäck bald wieder in unseren eigenen vier Wänden ankommen werden. Nach Hause kommen, ein Zuhause zu haben, lernen wir erst schätzen, wenn es uns genommen wird. Die vertraute Umgebung vermittelt Sicherheit und Geborgenheit.

Die Pinguine sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, eine gefährliche Flucht zu wagen und ein neues Leben in einem fremden Land zu beginnen. Sie haben Angst, sind unsicher und voller Hoffnung.

Dieses Kinderbuch erklärt auf einfühlsame Weise, wie es sich anfühlt, die Heimat zu verlieren und in einem neuen Land anzukommen. Es zeigt, die Ängste die sich mit dem Umgang einer neuen Kultur, fremden Nachbarn und ohne die bekannten Freunde auftun. 
Man muss gar nicht erst in ein fremdes Land ziehen, um diese Gefühle nachempfinden zu können. Schon der Wechsel in eine neue Stadt, einen neuen Kindergarten oder eine andere Schule lassen erahnen, wie sich die Pinguine im Buch fühlen müssen. 

Mit Tieren haben mit oftmals eher Mitgefühl, als mit den Menschen rings um uns herum. Eine Tatsache, die nachdenklich stimmt. Warum ist das so? 
Aber auch genau aus diesem Grund kann man mit Hilfe von "Neues Zuhause gesucht!" Kindern sehr gut das Verständnis für Flüchtlingskinder bzw. Flüchtlinge im Allgemeinen nahe bringen. 
Die kurzen prägnanten Sätze und eindringlichen Illustrationen sind kindgerecht und prägend. 

Ein warmherziges Kinderbuch für mehr Verständnis und ein besseres Miteinander. 



Mittwoch, 11. April 2018

Auslosung #Gewinnspiel zu Read & Speak #Blogtour von "Nachtwild" von Gin Phillips - dtv Verlag




Wir haben uns über die rege Teilnahme an unserer Blogtour gefreut. Insgesamt durften 80 Lose in den Topf wandern und die Glücksfee hat drei Gewinner ermittelt.

Sabine Kettschau
Kathrin Hanke
Jacqueline Oestringer

Herzlichen Glückwunsch!

Bitte teilt uns Eure Adressdaten über nachtwild@gmx.de mit. Die Bücher werden dann direkt vom Verlag aus vergeschickt.

Rezension "Nachtwild" von Gin Phillips - dtv Verlag



    Broschiert: 304 Seiten
    Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (29. März 2018)
    Sprache: Deutsch
    übersetzt von Susanne Goga-Klingenberg
    ISBN-10: 342326196X
    ISBN-13: 978-3423261968
    Originaltitel: Fierce Kingdom
    D: 15,90 Euro




    Inhalt:


    Dunkler als die Nacht. Wilder als ein Tier. Näher als du glaubst.

    Es ist ein herrlicher Tag und Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo – da hört sie plötzlich Schüsse. Am Ausgang sieht sie Tote auf dem Boden liegen. Sie weiß nicht, ob die Polizei unterwegs ist, ob der oder die Täter noch in der Nähe sind. Als weitere Schüsse fallen, flüchtet sie mit Lincoln in ein leer stehendes Gehege. Das Leben ihres Sohnes hängt jetzt allein von ihr ab und davon, ob sie einen Weg finden wird, sie beide zu retten. Jedes Geräusch, jede Bewegung kann tödlich sein. Sie muss Entscheidungen treffen und Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätte.
    Quelle: Amazon

    Die Autorin:


    Gin Phillips, geboren in Montgomery, Alabama, studierte politischen Journalismus und arbeitete als Freelancer für verschiedene Magazine. Nach Stationen in Irland, Thailand, New York und Washington, D.C., lebt sie heute mit Mann, Kindern und Hund in Birmingham, Alabama.
    Quelle: Amazon

    Rezension:


Ich hoffe, Euch hat unsere Blogtour gefallen und Ihr habt bereits einen guten Ausblick auf "Nachtwild" von Gin Phillips aus dem Verlagshaus dtv erhalten.

Bei diesem Thriller hat mich beeindruckt, dass Gin Phillips mit einer sehr kleinen Handlungsebene auskommt. Sie manipuliert ihre Leser dafür umso mehr auf psychischer Ebene. Die Handlung selbst gerät fast ein wenig in den Hintergrund, wodurch einige Leser sich mit „Nachtwild“ nicht so recht anfreunden konnten. Es sind die Gedanken und Gefühle von Joan, die die Ereignisse reflektieren und so gewaltige wirken lassen.

Als Mutter war ich bereits nach wenigen Seiten gefühlsmäßig in einen Bannkreis geraten, der mich bis zur letzten Seite festhielt. Die unentwegte Angst einer Mutter um das Leben ihres Kindes, dieser Urinstinkt, ist genau das, was diesen Thriller trägt. Für mein Empfinden war ich Joan oftmals viel zu nah, denn ich sah mich mit meinem Kind in dieser Situation. Mein Jüngster ist fünf Jahre alt und es gab unheimlich viele Parallelen, die meine Gefühlswelt auf den Kopf stellten.

Ein ganz normaler Zoobesuch entwickelt sich zu einem wahren Alptraum.
Anfangs noch überlegt und relativ ruhig, merkt man Joan nach fast drei Stunden Flucht durch das Zoogelände die Anspannung immer mehr an. Ihre Gedankengänge verfangen sich, irren durch Erinnerungsfetzen, suchen nach einem Halt, einem Anker. Ihre Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar, scheinen teilweise irrsinnig. 



Und doch, versetzt Euch in die Situation der Protagonistin. Die Angst um das eigene Leben kann man vielleicht noch verdrängen, doch geht es um das eigene Kind und dessen Sicherheit, zählen logische Verknüpfungen nicht. Jede einzelne Entscheidung kann über Leben und Tod entscheiden, dabei liegen so viele Variablen im Dunkeln und lassen sich nicht beeinflussen. Die Psyche leidet und da kann es auch zu unüberlegten Kurzschlussreaktionen kommen. Man darf nicht vergessen, wir befinden uns bei „Nachtwild“ in einer Ausnahmesituation, die die Protagonistin an den Rand ihrer psychischen und physischen Kräfte bringt. 

Ja, ich habe oft überlegt, wie würde ich reagieren? Fern ab des Geschehens wären meine Antworten andere gewesen, doch mental mit Joan verbunden, hätte ich bis auf wenige Ausnahmen zum Ende hin, wahrscheinlich genau so reagiert. Es ist leicht zu sagen, ich würde mich um fremde Kinder, Babys oder alte Menschen kümmern und helfen. Wenn es nur um einen selbst geht, vielleicht. Steht aber das Leben des eigenen Kindes auf dem Spiel, wahrscheinlich nur bedingt. Im Rahmen unserer Read & Speak Tour (folgt der Verlinkung) habe ich Euch an meinen Gedanken hierüber bereits teilhaben lassen.

Gin Phillips hat mit „Nachtwild“ einen Thriller geschaffen, der besonders Eltern ansprechen und gefühlsmäßig sogar an den Rand der Belastbarkeit bringen wird. Mich hat schon lange kein Thriller mehr so in Atem gehalten.


Sonntag, 8. April 2018

Rezension "Der zauberhafte Trödelladen: Roman (Valerie Lane, Band 3) von Manuela Inusa - Blanvalet Verlag - hello Sunshine - (#Werbung)


Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734106257
ISBN-13: 978-3734106255
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Willkommen zurück in der Valerie Lane – wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ruby verkauft in ihrem kleinen Antiquitätenladen Trödel aus aller Welt, den sie mit liebevoller Sorgfalt restauriert. Auch wenn sie insgeheim von einem Buchladen träumt, liebt sie die Arbeit in Ruby's Antiques, das sie von ihrer Mutter übernommen hat, und verliert sich oft in der Vergangenheit der Stücke. Und ein Leben ohne ihre Freundinnen aus der Valerie Lane kann sie sich sowieso nicht mehr vorstellen! Diese sind in diesem Frühling noch stärker für Ruby da, denn nicht nur das mit der Liebe gestaltet sich schwieriger als gedacht, sondern auch Rubys eigene Vergangenheit holt sie ein – und wird die eine oder andere Überraschung bereithalten ...
Quelle: Amazon





Die Autorin:


Manuela Inusa hat bereits Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher sowie Chick Lit- und Liebesromane - sowohl unter ihrem richtigen Namen wie auch unter Pseudonym - veröffentlicht. Mit acht im Selfpublishing erschienenen eBooks erreichte sie die Kindle-Top-100. Im November 2015 erschien ihr erster Verlagsroman "Jane Austen bleibt zum Frühstück" bei Random House/Blanvalet, im März 2017 folgte "Auch donnerstags geschehen Wunder". Der im Oktober 2017 erschienene Auftakt der Valerie-Lane-Reihe - "Der kleine Teeladen zum Glück" - stieg bereits nach einer Woche in die SPIEGEL-Bestsellerliste ein. Im Januar 2018 dürfen sich die Fans der Reihe, die sich um die fünf Ladeninhaberinnen der gleichnamigen Straße in Oxford, England dreht, auf Band 2 - "Die Chocolaterie der Träume" - freuen.

Die Autorin ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Hamburg. Sie liebt Sonnenuntergänge, Kerzen, Tee und Kuschelsocken. Zu ihren Hobbys gehören Lesen und Reisen.
Quelle: Amazon




Rezension:


Die Valerie Lane ist noch ein nostalgisch anmutender Ort, wohin ich mich gern zurückziehen würde. In dieser geschichtsträchtigen Straße, mit ihrer spannenden Vergangenheit, öffnen täglich kleine,  liebevoll geführte Läden ihre Türen. Der Geist von Valerie scheint noch immer präsent und ein ganz besonderes Flair auszustrahlen. 

Im dritten Teil rund um die Frauen in der Valerie Lane dürfen wir Ruby ein Stück ihres Weges begleiten. Der von ihr geführte Antiquitätenladen ist zauberhaft und dennoch scheint sie das Vermächtnis ihrer Mutter langsam zu erdrücken. Neben die eigene Unzufriedenheit gesellen sich finanzielle Nöte und vor allem die Sorgen um ihren Vater. Doch Ruby ist nicht allein. Die Freundinnen aus der Valerie Lane stehen ihr zur Seite. Und dann ist da ja auch noch Gary, der ihr Herz aus dem Takt bringt. Wird Sie sein von Schuldgefühlen verfressenes Herz heilen können? 

"Der zauberhafte Trödelladen" ist ein Buch über Träume, Selbstzweifel, Scheitern, Hoffnungen und Neuanfänge. In der Valerie Lane treffen verwandte Seelen aufeinander, Schicksale erfüllen sich und es herrscht eine warme Atmosphäre voller Liebe und Freundschaft. Es ist ein Ort, der Geborgenheit ausstrahlt und auf mich wie eine wahre Wohlfühloase wirkte. 
Ein Part der Geschichte hat mich sehr berührt. So treffen wir auf Mrs. Witherspoon, an deren Beispiel uns Manuela Inusa zeigt, dass man auch in einem reiferen Alter noch einmal der großen Liebe begegnen kann. 

Lasst Euch an einen Ort entführen, wo man noch füreinander da ist und es einem mit ein wenig Mut und Inspiration gelingt, neue Wege zu beschreiten und Träume zu verwirklichen.




Donnerstag, 5. April 2018

Read & Speak - Nachtwild - Tag 3 - Gefühle und Gedanken aus der Sicht einer Mutter












Schon den dritten Tag folgen wir auf leisen Sohlen den Spuren von "Nachtwild" aus der Feder von Gin Phillips, erschienen im dtv Verlag, nach.

Dunkler als die Nacht. Wilder als ein Tier. Näher als du glaubst.
Es ist ein herrlicher Tag und Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo – da hört sie plötzlich Schüsse. Am Ausgang sieht sie Tote auf dem Boden liegen. Sie weiß nicht, ob die Polizei unterwegs ist, ob der oder die Täter noch in der Nähe sind. Als weitere Schüsse fallen, flüchtet sie mit Lincoln in ein leer stehendes Gehege. Das Leben ihres Sohnes hängt jetzt allein von ihr ab und davon, ob sie einen Weg finden wird, sie beide zu retten. Jedes Geräusch, jede Bewegung kann tödlich sein. Sie muss Entscheidungen treffen und Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätte.

Heute möchte ich Euch einen Einblick in die Gefühlswelt, die dieser Thriller in mir ausgelöst hat, geben. Dabei betone ich, dass es sich hier um meine subjektiven Gedanken und Empfindungen handelt. Jeder Mensch ist anders veranlagt und so empfinden auch Mütter unterschiedlich.

In der Regel ist es so, dass eine Mutter bereits das neue Leben liebt, wenn es gerade erst im Bauch heranreift. Der erste Moment, wenn man sein Baby im Arm halten darf, ist unbeschreiblich und lässt das Herz überfließen vor Gefühlen. Mir ist bewusst, es gibt Ausnahmen, doch mir ging es bei meinen drei Kindern jedes Mal so und ich konnte dies auch im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder beobachten.
Mit jedem Tag entwickeln und vertiefen sich die Gefühle für das eigene Kind. Kinder stellen die komplette Welt auf den Kopf, verändern uns in unserer Persönlichkeit. Mein Jüngster ist fünf Jahre alt und somit war ich Joan sehr viel näher, als ich es mir beim Lesen oftmals wünschte.

Die erste Reaktion zu Beginn des Überfalls, nach dem Begreifen der Situation, ist Panik. Doch dann kehrt wie auf Knopfdruck eine spontane innere Ruhe ein. Warum das so ist, kann ich nicht erklären, doch ich habe es in einer weniger gefährlichen Situation schon erlebt. Man wird ruhig, um das Kind nicht in Panik zu versetzten. Unwillkürlich sortieren sich die Gedanken, die Panik wird in die hinterste Ecke des Bewusstseins verdrängt und man versucht, dem Kind Sicherheit zu vermitteln, zu helfen oder Schmerzen zu lindern, um anschließend den richtigen Weg zu suchen. Joan handelt instinktiv. Es ist etwas, dass man weder logisch erklären, noch beeinflussen kann. Wie jeder Einzelne  in einer dermaßen gefährlichen Ausnahmesituation reagieren wird, kann man nicht voraussagen.


Eine Mutter kennt ihr Kind und kann verschiedene Reaktionen vorhersehen. Am schwierigsten ist es sicher, ein vierjähriges Kind in den Abendstunden, wenn es immer dunkler und kälter wird, Hunger und Durst hinzukommen, ruhig zu halten. Hier erscheinen bereits in normalen Situationen Minuten wie Stunden. Da hilft am Ende auch keine Strenge. Man kann nur noch versuchen, die Bedürfnisse zu befriedigen und das Kind mit Versprechungen zu locken. Alles andere wäre in dieser Situation kontraproduktiv gewesen.

Das eigene Kind und dessen Sicherheit stehen an erster Stelle, auch über dem Leben anderer Personen. Menschen, die Gefahr bedeuten, werden gemieden. Da ist es unerheblich, ob sie einem selbst zuvor geholfen haben. Man möchte es nicht, doch Gefühle wie innere Unruhe, Ungehalten sein, wenn das Verhalten anderer die Sicherheit des Kindes bedroht, sind einfach da.
Ja, als Mutter kann man sehr egoistisch sein. Sich selbst in Gefahr zu begeben, das eigene Leben zu opfern, um das des Kindes zu schützen, erscheint dagegen ganz normal. Da gibt es schon Gedanken, was wird aus meinem Sohn, wenn ich nicht mehr bin. Doch solange er am Leben bleibt, zählt einfach nichts anderes mehr.

Es gab ein paar Schlüsselszenen, bei denen ich sehr lange in mich gegangen bin. Wie hätte ich gehandelt? Spontan natürlich vollkommen anders. So wie Joan zu handeln, geht doch nicht, oder? Doch, in der Endkonsequenz hätte ich in dieser einen ganz speziellen Situation auch so gehandelt. Ich kann nur nicht näher darauf eingehen, ohne zu Spoilern. Ihr werdet es beim Lesen des Buches verstehen.

Ihre Gedanken sind nachvollziehbar, klar und schlüssig. Ihre Schuldgefühle allerdings auch.
Nichts ist wichtiger als das Überleben ihres Sohnes. 
Es ist einfach, auf der Couch sitzend, im sicheren Zuhause, über die Handlungen von Joan zu urteilen und den Kopf zu schütteln. Ihre Aktionen und Gefühle jedoch konnte ich vollkommen nachvollziehen. Beim Lesen muss sich jeder bewusst sein, Joan und Lincoln befinden sich in einer Ausnahmesituation.

Ich habe meine Kinder noch nie so oft in den Arm nehmen müssen, wie am Lesewochenende zu "Nachtwild". Ich habe mit dieser Mutter gelitten, gebangt, Panik bekommen und gehofft. Die letzten Seiten musste ich dann noch mitten in der Nacht lesen, um meinen Seelenfrieden zu finden. "Nachtwild" hat mich emotional in seinen Klauen gehalten, aufgewühlt und nachdenklich zurück gelassen. Ich war sehr nah am Geschehen dran und gefühlsmäßig manchmal auch zu nah.

Dabei ist ja ein Zoobesuch eigentlich ein schönes Erlebnis und selbst ohne Kinder liebe ich es, so vielen Tieren nahe zu kommen. Ich würde sehr gern einmal ein Wolfsgehege betreten, ganz nah bei einem Wolf stehen und ja, auch einmal einen Wolfswelpen streicheln. Ich weiß, es sind wilde Tiere und keine Kuschelhunde, aber träumen darf man ja. Und so komme ich auch schon zu meiner heutigen Gewinnspielfrage:

Welches Tiergehege würdet ihr gern einmal betreten und diesen Tieren ganz nah kommen?

Über Eure Kommentare freue ich mich, doch schickt bitte auch die Antwort an nachtwild@gmx.de, um Euch das Los für die Endauswertung zu sichern.

Was könnt Ihr gewinnen?

Wir verlosen drei druckfrische Buchexemplare von Nachtwild.

An jedem Tag der Tour wird es eine andere Gewinnspielfrage geben.
Beantwortet die Frage und schickt eure Lösung an: nachtwild@gmx.de.

Ihr könnt täglich an unserem Gewinnspiel teilnehmen und dabei Lose sammeln.
Je aktiver ihr teilnehmt, desto mehr Lose bekommt ihr gutgeschrieben und erhöht damit eure Gewinnchance.
Am Ende der Tour wird unsere Glücksfee dreimal tief in den Lostopf greifen.


Bitte beachtet auch unsere Teilnahmebedingungen:


Teilnahmeberechtigt sind alle Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr solltet über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötigen wir das Einverständnis eurer Erziehungsberechtigten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Für evtl. Verlust auf dem Postweg übernehmen wir keine Haftung. Mit der Teilnahme an diesem Gewinnspiel erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name für die Gewinner-Bekanntgabe auf unseren Blogs veröffentlicht wird und eure Adresse für den Versand des Gewinns an den Verlag weitergegeben werden darf. Nach der Gewinnerbekanntgabe habt ihr 48 Stunden Zeit, euch zu melden. Ansonsten müssen wir neu auslosen.





Montag, 2. April 2018

Rezension "Jahrhundertzeugen" von Tim Pröse - Heyne Verlag ***Gegen das Vergessen***




Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (31. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453201248
ISBN-13: 978-3453201248
D: 19,99 Euro






Inhalt:


Ob Widerstandskämpfer oder Holocaust-Überlebende – die Lebenswege dieser besonderen Menschen beeindrucken gerade in unserer so unruhigen heutigen Zeit. Denn sich gegen Hitler zu stellen, seine Schreckensherrschaft zu überleben und trotzdem nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern immer wieder aufzustehen, dem Leben positiv und mit einem großen Ja zu begegnen, macht Mut für den Umgang mit Terror und Krieg, Flucht und Vertreibung – Themen, die heute wieder von bedrückender Aktualität sind. Tim Pröse hat einige dieser letzten Zeugen über viele Jahre begleitet und erzählt in 18 eindrucksvollen Porträts von ihrem Leben und ihrer Botschaft: ein Plädoyer der Unangepassten für mehr Toleranz und gegen das Vergessen!
Quelle: Amazon



Der Autor:


Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, lebt als Autor und Journalist in München. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften, Politik und Psychologie war Pröse Chefreporter der Münchner Abendzeitung und schrieb für das „Reportagen“-Ressort des Magazins Focus. Eines seiner einfühlsamen Porträts wurde beim Katholischen Medienpreis ausgezeichnet.

2016 erschien bei Heyne sein Bestseller „Jahrhundertzeugen. Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler. 18 Begegnungen“ (in der 4. Auflage). 2017 dann die Biografie „Hallervorden. Ein Komiker macht Ernst“ im Verlag Hoffmann und Campe (kurz nach Erscheinen unter den Top 50 der Spiegel-Bestsellerliste).

Er hielt Lesungen auf Einladung von Udo Lindenberg (auf dessen „Rockliner“), der „Weißen Rose Stiftung“ in München und der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ in Berlin. Am 13. Januar 2018 trat er zusammen mit Dieter Hallervorden in dessen Berliner Schlosspark Theater auf für eine gemeinsame Lesung.

Kontakt: jahrhundertzeugen@web.de
Quelle: Amazon




Rezension:


Wenn wir zu Hause Ostern oder andere Feste feiern und in die Gesichter unserer Lieben schauen, dann gibt es auf der Welt viele Menschen, denen dies bereits vor Jahrzehnten für immer verwehrt wurde. Menschen, denen die Zukunft, eine Familie und viele Erlebnisse genommen wurden. Tim Pröse gibt diesen Menschen noch einmal eine Stimme.

Dabei sind viele, der in seinem Buch zu Wort kommenden Zeitzeugen, inzwischen bereits verstorben. Es werden immer weniger, die noch aus eigenem Erleben von der Zeit des Holocaust und Naziterrors berichten können.

"Jahrhundertzeugen" vereint Berichte über bekannte Persönlichkeiten wie den Geschwistern Scholl, Anne Frank, Claus Graf von Stauffenberg oder Oskar Schindler mit Zeitzeugenberichten von Überlebenden. Wir begegnen Menschen, die der Allgemeinheit nicht unbedingt bekannt sind, aber uns so einen erweiterten Blick auf die Ereignisse geben können. So auch Jurek Rotenberg, dem es eine Herzensangelegenheit war, seinem Retter, Berthold Beitz, noch einmal persönlich danken zu können. Eine Begegnung, die beiden Männern sehr viel bedeutete. 

"...Ich habe Deutschland nie gehasst. Ganz im Gegenteil. Auch wenn die Nazis uns gehasst haben, habe ich nie zurückgehasst. Sonst wäre ich doch wie ein Nazi gewesen..."

Tim Pröse zeigt uns die Menschen hinter den Namen und die, die für sie wichtig waren, aber in der Öffentlichkeit kaum Beachtung fanden bzw. in Erscheinung traten. Vergessene Helden einer Zeit, in der es nicht leicht war, den richtigen Weg zu wählen und seinen Idealen zu folgen. Helfer, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten, um andere vor dem sicheren Tod zu bewahren. Es geht ihm ganz normale Personen, die in einer gefahrvollen Zeit Größe zeigten.

Natürlich kommen viele Erinnerungen nur aus zweiter Hand, wie den Familienmitgliedern oder Freunden der im Naziregime ermordeten Widerstandskämpfer, Juden und Verfolgten. Mutige Menschen, die ihr Leben für eine bessere Zukunft opferten. Menschen die nur durch den Mut und die Opfer anderer überlebten. Aber es geht auch um ganz normale Leute, die von einer Ideologie geblendet, den Parolen Hitlers folgten, von ihren Erlebnissen geprägt, neue Wege gingen und gegen das bestehende Regime kämpften. 

Einige Kapitel des Buches hat der Autor den Widerstandskämpfern der Weißen Rose gewidmet.
Nicht nur die Geschwister Scholl standen für die Weiße Rose. Auch ihren Mitstreitern und Gefährten wir Tim Pröse in diesem Buch gerecht. An dieser Stelle hätte ich mir gewünscht, dass auch Hans Scholl mehr aus dem Schatten seiner Schwester hervorgehoben wird. Seine Person an sich verblasst in fast allen von mir gelesenen Ausführungen hinter dem Bild von Sophie Scholl, was ich sehr traurig finde.

Es geht Tim Pröse nicht darum, den hier genannten Personen einen Heiligenschein aufzusetzen. Sie alle hatten ihre Ecken und Kanten, waren nicht ohne Fehler und doch hat jeder Einzelne von Ihnen dazu beigetragen, die Welt ein Stückchen besser zu machen. 

"...Wenn mir heute einer sagt, dass jemand auf dem Feld der Ehre gefallen sei, dann ist das eine Lüge. Heute, wie damals. Ich weiß, was Diktatur und blinder Gehorsam unter Ausschaltung eigenen Denkens für ein grausames, weltweites Verbrechen nach sich ziehen können..."

Damit nicht noch einmal dieselben Fehler begangen und falschen Wege beschritten werden, ist es wichtig, die Erinnerung wach zu halten. Es ist keine dauernde Sühne, die von uns verlangt wird, es ist ein Aufruf, aus der Geschichte zu lernen und unsere Zukunft entsprechend zu gestalten. Für unsere Kinder und Kindeskinder eine Welt zu schaffen, in der sie ohne Angst leben können.

Sonntag, 1. April 2018

Ankündigung Blogtour "Read & Speak - Nachtwild"




Hallo ihr Lieben,

in den vergangenen Wochen hat uns dieser Thriller in Atem gehalten. Ein harmloser Ausflug in den Zoo wird zu einer tödlichen Bedrohung. "Nachtwild" von Gin Phillips ist nervenaufreibend und fesselnd.

Mit der tollen Unterstützung des dtv Verlages möchten wir Euch zu unserer anstehenden Blogtour vom 03.04.2018 bis 10.04.2018 einladen.

Passend zu den im Buch angesprochenen Themen, haben wir unsere Beiträge ausgerichtet und versprechen spannende Blogtourtage.


Ihr könnt die Tour gern auch über unsere Facebookveranstaltung Read & Speak - Blogthrillern mit "Nachtwild" verfolgen. Hier findet Ihr weitere Informationen sowie noch einmal die Links zu allen teilnehmenden Blogs.

Wir haben uns natürlich auch ein Gewinnspiel für Euch überlegt und unter allen Teilnehmern dürfen wir mit Unterstützung des dtv Verlages drei Exemplare von "Nachtwild" verlosen. Mehr erfahrt Ihr zur Blogtour.

Zur Einstimmung schaut doch einmal in den Trailer zu "Nachtwild" oder traut Ihr euch nicht?




Unser Tourfahrplan im Überblick:

03.04. nichtohnebuch.blogspot.de
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Samstag, 31. März 2018

Rezension "Die Wolkenfischerin" von Claudia Winter - Goldmann Verlag


Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (18. Dezember 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442485738
ISBN-13: 978-3442485734
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec …
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Claudia Winter, geboren 1973, ist Sozialpädagogin und schreibt schon seit ihrer Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten. Als Tochter gehörloser Eltern lernte sie bereits mit vier Jahren Lesen und Schreiben, gefördert von ihrem Vater. Vor "Aprikosenküsse" hat sie weitere Romane sowie diverse Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Ihr neuer Roman "Glückssterne" erschien am 12. Dezember 2016 im Goldmannverlag, Randomhouse.
Ihre frühen Werke sind in Neuauflage unter dem Pseudonym "Carolin Wunsch" erschienen.

Die Autorin lebt mit ihrem Mann und den Hunden Kim und Luka in einem kleinen Dorf nahe Limburg an der Lahn.
Quelle: Amazon




Rezension:


Claire entspricht der typischen Karrierefrau. Dabei ist sie aber auch chaotisch, tollpatschig und schleicht sich mit ihrem französischen Charme rasch in die Herzen der Leser. Es war spannend, die wahre Claire hinter der Fassade zu erkunden, denn Claire hat sich aus Selbstschutz nach dem Tod ihres Vaters neu erfunden. Gerade, als sie ihre Ziele erreicht glaubt, reißt sie ein Anruf zurück in ihr altes Leben. Kindheitserinnerungen werden wach und bald ist sie nicht nur gedanklich in der Vergangenheit angekommen. Claire muss nun zu sich selbst und ihren wahren Wünschen fürs Leben finden. 

"Die Wolkenfischerin" ist ein Wohlfühlbuch. Es weckt die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer, aber auch nach einer Reise nach Berlin, Paris oder das ländliche Frankreich mit seinen urigen Bewohnern. Mal nachdenklich, traurig, dann wieder humorvoll, spritzig führt uns Claudia Winter durch die Seiten. 

Besonders Claire´s Schwester Maelys ist mir ans Herz gewachsen. Ihre Geschichte war für mich sogar greifbarer und ging mir näher, als die von Claire. 
Die Liebesgeschichte rund um Sebastian und Claire war mir manchmal zu vorhersehbar und entbehrte trotz einiger gut eingebrachter Wendungen des gewissen Etwas. Dennoch hat es Spaß gemacht das Katz- und Maus-Spiel der beiden zu verfolgen. 

Claudia Winter beweist ein feines Gespür für die Gefühle ihrer Protagonisten. Sie lässt die bretonische Landschaft bildhaft vor unseren Augen aufleben und versetzt uns so gefühlsmäßige an ihre Handlungsorte.

"Die Wolkenfischerin" erzählt von Träumen und Sehnsüchten, von Familie und Verlusten, Freundschaft, Schuld und Verzeihen. Es vereinbart eine große Bandbreite an Gefühlen und sorgt für gute Unterhaltung. Nebenbei bekommt man großen Appetit auf Bretonischen Butterkuchen, dessen Rezept uns die Autorin im Anhang des Buches verrät.


Donnerstag, 29. März 2018

Rezension "Hinterhofleben" von Maik Siegel - Divan Verlag




Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag: Divan (27. November 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863270460
ISBN-13: 978-3863270469
D: 15,90 Euro







Inhalt:


Was passiert mit einer Hausgemeinschaft, wenn auf einmal statt Mülltrennung Weltpolitik diskutiert wird?
Die Linde im Hinterhof grünt gerade erst, als die Bewohner der Nummer 68 im Prenzlauer Berg entscheiden, dem syrischen Kriegsflüchtling Samih Unterschlupf zu bieten.

Doch mit der Zeit spaltet sich die Hausgemeinschaft in hilfsbereite und um die eigene Sicherheit besorgte Menschen, deren Zentrum die Linde im Hof bildet und als Inbegriff des deutschen Raumes gilt.
Im Hinterhof erlebt sie als stumme Zeugin, das Verhalten und die Gedanken der 68er gegenüber ihrem neuen Nachbarn Samih. Die neuesten Entwicklungen, die er mit sich bringt und die gemeinsamen Entscheidungen der sehr heterogenen Hausgemeinschaft werden im Hinterhof ausgetragen. Bis das letzte Blatt der Linde im Herbst gefallen ist, werden die Bewohner einiges über sich und ihre wahren Absichten offenbart haben.

Maik Siegel hat mit Hinterhofleben ein Buch geschaffen, das ein Gesellschaftsroman im klassischen Sinne ist und aktuelle und gerade hoch brisante Themen behandelt, ohne dabei den Humor zu verlieren. Von den Kriegszuständen in Syrien, den Flüchtlingsströmen zu Land und zu Wasser, der deutschen Willkommenskultur, Homosexualität, Gewalt in Computerspielen, der europäischen Kolonialisierungsgeschichte, kindlicher Abenteuerlust und dem Helfer-Syndrom wird mal mit Ernsthaftigkeit, mal mit Witz und Sarkasmus erzählt. Dabei gibt die Komplexität der Charaktere den gängigen Argumenten in der Flüchtlingsdebatte ein Gesicht, das jenseits von Schwarz- und Weißmalerei liegt.

Inspiriert von klassischen und zeitlosen Werken wie Gerhart Hauptmanns Die Ratten und Ödön von Horvaths Geschichten aus dem Wiener Wald ergibt sich eine spannende und dicht erzählte Geschichte, die ihren Realitätsanspruch durch die detailgetreue Wiedergabe des Prenzlauer Bergs erhebt.
Quelle: Amazon




Der Autor:


Maik Siegel wurde 1990 in Salzgitter geboren. Er studierte Germanistik und Anglistik auf Lehramt in Braunschweig, Berlin, Leeds, Taipeh und London. Arbeitsaufenthalte in Tansania, Kanada und Uruguay. 2013 gewann er den A.E. Johann-Literaturpreis. Er ist Redaktionsmitglied des Literaturmagazins "metamorphosen" und lebt in Berlin-Neukölln.
Quelle: Amazon




Rezension:


Der von Maik Siegel vorgelegte Gesellschaftsroman schreckt auf und lässt seine Leser betroffen, aber vor allem nachdenklich zurück. 

Brisant ist das aktuelle Flüchtlingsthema, welches er hier anspricht und versteckt gehaltene Dünkel und Schubladendenken aufdeckt. Die Mitglieder der Hausgemeinschaft aus Nr. 68 entstammen verschiedenen Gesellschaftsschichten. Keiner ist am Ende frei von Schuld, der eine mehr, der andere weniger. Eine ganze Bandbreite von Emotionen wird losgelöst, von Wut, Angst, Neid, Eifersucht, Neugier, Misstrauen, Enttäuschung, aber auch Freude. 

Samih kommt als illegaler Flüchtling in dieses Kartengebilde, das nur vom schönen Schein her eine Stabilität vorgaukelt, die es nie gegeben hat. Er ist verschlossen und sondert sich scheinbar ab. Doch wenn man aufmerksam die Ereignisse verfolgt, fällt rasch auf, dass es niemanden gibt, der den Mut oder das Interesse aufbringt, Samih nach seiner Vergangenheit, seinem bisherigen Leben zu fragen. Alle erwarten, dass er kommt, von sich aus erzählt und sich seine Portion Mitleid bei den Nachbarn abholt. Dabei ist Samih wie ein Schiff ohne Segel, das keinen sicheren Hafen finden kann. Entwurzelt, allein unter Fremden, von den Erlebnissen seelisch gezeichnet, fühlt er sich nirgends zu Hause. Es sind vor allem die unterschiedlichen Erwartungen, die Maik Siegel beleuchtet. Was passiert, wenn einmal gesetzte Erwartungen nicht erfüllt werden?

Ott und der kleine Tumaini sind die Einzigen, die Samih ehrliches Interesse entgegenbringen. Inga sucht eher ein mütterliches Betätigungsfeld, um ihr eigenes Ego zu befriedigen. Dies ist keine Böswilligkeit, sondern entspringt ihrem Wesen und sie meint es dabei gut, beschreitet aber die falschen Wege. Selbst Ott ist mitschuldig an den sich zuspitzenden Ereignissen. Er führt die Menschen gerne vor, hält ihnen die eigenen Unzulänglichkeiten mit diebischer Freude unter die Nase. Sein dabei auf den Schultern des Flüchtlings ausgetragenen Experimente tragen nicht zur Harmonie der Wohngemeinschaft bei. Dennoch ist er fast der Einzige, der objektiv den richtigen Blick auf die Ereignisse behält. 

Selbst zum Schluss, ist es weniger das Schicksal von Samih, das die Gemüter bewegt. Der Mensch Samih verschwindet aus den Blickwinkeln. Jeder versucht sich selbst in einem positiven Licht darzustellen und die Schuld bei den anderen zu suchen. Tumaini, der Jüngste im Hause, reift in diesen wenigen Wochen heran und nur ihm gelingt, was den Erwachsenen verwehrt bleibt. 

Klug durchdacht und mit durchblitzendem Humor hält Maik Siegel unserer Gesellschaft einen Spiegel vor. Er zeigt unterschiedliche Denkweisen und Verhalten auf und regt zum Nachdenken an.

"Hinterhofleben" ist für mich ein sehr wichtiges Buch, das seine Leser hoffentlich etwas aufmerksamer durch das Leben schickt.



Montag, 26. März 2018

Rezension "Dumplin´ Go big or go home" von Julie Murphy - FISCHER FJB






Inhalt:


Die #1 der „New York Times“-Bestsellerliste: Dick UND schön? Unsicher UND mutig? Dumplin‘ ist all das und noch viel mehr.

Willowdean – „16, Dolly-Parton-Verehrerin und die Dicke vom Dienst“ – wird von ihrer Mutter immer nur Dumplin' genannt. Bisher hat sie sich in ihrem Körper eigentlich immer wohl gefühlt. Sie ist eben dick – na und? Mit ihrer besten Freundin Ellen an ihrer Seite ist das sowieso total egal.
Doch dann lernt sie den sportlichen und unfassbar attraktiven Bo kennen. Kein Wunder, dass sie sich hoffnungslos in ihn verknallt – dass er sie allerdings aus heiterem Himmel küsst, verunsichert sie völlig. Plötzlich macht es ihr doch etwas aus, nicht schlank zu sein.
Um ihre Selbstzweifel in den Griff zu bekommen, beschließt Will, sich der furchteinflößendsten Herausforderung in ganz Clover City zu stellen: Sie will am „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb teilnehmen und allen – vor allem sich selbst – beweisen, dass die Kleidergröße für das ganz große Glück überhaupt keine Rolle spielt.

„Badeanzüge haben so etwas an sich, das einen denken lässt, man müsste sich erst das Recht verdienen, sie zu tragen. Aber eigentlich ist doch die entscheidende Frage:
Hast du einen Körper?
Dann zieh ihm einen Badeanzug an.“

Quelle: S. Fischer Verlage






Hardcover 400 Seiten
Originalsprache: Englisch 
Übersetzt von: Kattrin Stier
ISBN: 978-3-8414-2242-2
Preis € (D) 18,99 | € (A) 19,60









Die Autorin:


Julie Murphy lebt mit ihrem Mann, der sie liebt, ihrem Hund, der sie vergöttert, und ihren Katzen, die sie akzeptieren, in Texas. Nachdem sie sieben Jahre als Bibliothekarin gearbeitet hat, widmet sie sich jetzt ganz dem Schreiben. Wenn sie nicht gerade schreibt oder in Erinnerungen an die guten alten Zeiten in der Bibliothek schwelgt, schaut sie Filme, die nur fürs Privatfernsehen gemacht wurden, fahndet nach der perfekten Pizza mit viel Käse oder plant ihre nächste große Reise. Julie Murphy lässt sich wie Dumplin' kein noch so verrücktes Abenteuer entgehen.

Quelle: S. Fischer Verlage


Rezension:

Sie ist 16 und lebt in einer Kleinstadt. Die größten Highlights im Jahr bilden Sportveranstaltungen und der jährliche Schönheitswettbewerb. Mit einer Mutter, die einst den „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb gewonnen hat und von der sie "Dumplin" (Knödel) genannt wird, hat Will sprichwörtlich die Nase voll von diesem Wettbewerb. Außerdem passt Willowdean nicht in das Schema F dieses Wettbewerbes, was sie täglich besonders von ihrer Mom zu spüren bekommt. 

Doch Dumplin ist ein starkes Mädchen. Sie weiß, dass sie dick ist, aber sie steht zu ihren Pfunden, hat eine wunderbare Freundin und weiß sich zu wehren. Alles scheint perfekt, bis sich unsere Heldin verliebt und dies sogar auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint. Bo ist nicht irgendein Junge, der plötzlich Interesse an ihr bekundet, sondern der Superstar der Schule. Auf einmal wird Willowdean von Selbstzweifeln geplagt und immer unsicherer. 

Bevor sie von ihren Gefühlen niedergedrückt wird, meldet sich Will in einer spontanen Reaktion zum Schönheitswettbewerb an. Es ist eine Art Trotzreaktion. Selbst noch schockiert von ihrem eigenen Verhalten, stößt sie überall auf Gegenwehr. Doch Will hat einen ganz besonderen Antrieb, sich entgegen aller Widerstände auf dieses Experiment einzulassen. Als sie auf ein lebenslang gehütetes Geheimnis ihrer geliebten und vor kurzem verstorbenen Tante stößt, hat sie ein nie vermutetes Ziel vor Augen. 
Ihr Verhalten zieht ungeahnte Konsequenzen nach sich, denn neben ihr gibt es noch weitere neue Teilnehmerinnen am Wettbewerb. Plötzlich ist Dumplin eine Vorreiterin und Vorbild für weitere Mädchen, die Normalerweise im Abseits stehen. Es wird ein Schönheitswettbewerb, wie es ihn zuvor nie gegeben hat. Die Mädchen bringen Seiten von sich zum Vorschein, die sonst verborgen geblieben wären, entwickeln ein positives Selbstwertgefühl. So gewinnt Will neue Freundinnen, es zeigen sich aber auch ihre eigenen Vorurteile und sie lernt sehr viel über sich selbst.
Eine sehr wichtige Rolle im Buch spielt die amerikanische Sängerin Dolly Parton. Sie ist das Idol von Willowdean und ihrer Tante. Für Will bedeutet diese Musik eine warme Oase der Erinnerung und Liebe. Aus ihr zieht sie die Kraft, sich im Leben zu behaupten. Dennoch überlagert dieser Part die eigentliche Geschichte nicht, was ich als sehr positiv empfunden habe.

Will ist vielschichtig und oft sehr gegensätzlich. Sie vereint den Zwiespalt, den viele Teenager in diesem Alter mit sich herumtragen. 
Es ist eine Zeit des Umbruchs, des Erwachsenwerdens, der ICH-Suche. Freundschaft ist hier ein Schlüsselwort. Es geht darum, wie sich alte Freundschaften verändern können und neue entstehen, die Akzeptanz von Anderen. Dumplin hilft, die Augen für die Welt zu öffnen und zu erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben. Es geht um loslassen und neue Blickwinkel.


Es ist eine Geschichte, die sich gegen den ganzen Diätenwahn stellt und zeigt, dass Schönheit ein sehr weit gefächerter Begriff ist und sich auf vielfältige Weise zeigen kann. Willowdean ist schön. Durch ihre ganze Art, ihr Wesen und ihre besondere Ausstrahlung besitzt sie eine Schönheit, die von vielen nicht auf den ersten Blick wahrgenommen wird, aber echt ist. Sie besitzt neben aller Unsicherheit und Selbstzweifel eine große innere Stärke. Julie Murphy hat keine Heldin erschaffen, die ohne Fehl und Tadel ist. Auch Will begeht Fehler und befindet sich in ihrer eigenen Denkweise nicht immer auf dem richtigen Weg. Gerade dadurch wird eine sehr authentisch anmutende Geschichte erzählt. Nicht kitschig, sondern wie das Leben eben so spielt.

Da ich für den Verlag FISCHER FJB auch als Buchbotschafterin für "Dumplin´ Go big or go home" unterwegs sein darf, läuft auf meinem Blog noch bis zum 10.04.2018 eine Mitmachaktion für Euch. Ihr müsst ja nicht gleich alle drei Fragen beantworten, doch ich würde mich freuen, wenn Ihr euch beteiligt. Hier geht es zum Ationspost.



Donnerstag, 22. März 2018

Rezension "Unter Pechschwarzen Sternen" von Gereon Krantz - ProTalk Verlag





Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Pro Talk Verlag (6. November 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3939990442
ISBN-13: 978-3939990444
D: 14,90 Euro









Inhalt:


In Berlin wird die Leiche einer Frau gefunden, mit Messerstichen übersät und grausig in Szene gesetzt. Ein Ritualmord? Die Tat eines psychisch Kranken? Der Auftakt einer Mordserie, die die Hauptstadt in Atem halten wird? Den Fall übernehmen zwei Kommissare, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die perfektionistische und ehrgeizige Claudia Vogt und Thomas Harder, ein Alkoholiker mit Todessehnsucht, der nach einem Disziplinarverfahren gerade den Dienst wieder angetreten hat. Die Zusammenarbeit erweist sich als schwierig. Während Vogt sich beinahe besessen an die Dienstvorschriften hält, scheut Harder nicht davor zurück, auf der Jagd nach dem Mörder alle Regeln zu brechen. Immer wieder geraten die beiden aneinander und stehen sich selbst und der Lösung des Rätsels im Weg. Aber wenn sie den Täter fassen wollen, müssen sie ihre Konflikte überwinden. Und ihnen läuft die Zeit davon: Alles deutet darauf hin, dass es nicht bei diesem einen Mord bleiben wird.
Quelle: ProTalk Verlag




Der Autor:


Gereon Krantz, Jahrgang 1982, studierte Germanistik, Philosophie und Sinologie in Köln, Prag und Berlin. Er war als Lagerarbeiter, Archivaushilfe, Ashramhausmeister und Bartender tätig und lebt, schreibt und arbeitet heute in Köln.
Quelle: ProTalk Verlag




Rezension:


Das Cover von "Unter Pechschwarzen Sternen" ist, wenn man den Inhalt kennt passend und spricht für die teils sehr düsteren Szenen in diesem Thriller. Mich hat es auf jeden Fall dazu verleitet, nach dem Buch zu greifen. 

Anfangs recht gewöhnungsbedürftig, habe ich mich von Seite zu Seite mehr den Protagonisten angenähert. Thomas Harder erfüllt das Klischee des typischen, verkorksten Kriminalkommissars. Immer wieder muss er seine eigenen Dämonen bekämpfen. Wären da nicht die Menschen, die es zu retten gilt und die Täter, die er unbedingt fassen möchte, würde ihm der Sinn zu leben bereits völlig abhandengekommen sein. So aber steht er zwar immer am Rande des Abgrundes, schafft es jedoch letztendlich wieder einen Schritt zurück zu treten. 
Seine Kollegin Claudia Vogt dagegen steht mit beiden Beinen auf der Erde, ist zielstrebig und ehrgeizig. Dennoch versteht sie schnell, wie ihr Partner tickt und gibt ihm die Freiheiten, die er braucht. 

Einzigartig ist das Verständnis von Thomas Harder für die kranken Seelen der Täter. Anfangs war es für mich schwer an diesen recht skurrilen Ermittler heran zu kommen. Am Ende mochte ich ihn ganz gern. Sein Wesen fasziniert mich. Gegen Harder wirkt Claudia Vogt sehr kalt und glatt. Ihre Fassade muss man im Laufe der Ermittlungen erst durchbrechen.
Beide ergänzen sich perfekt und harmonieren trotz aller Unterschiede gut miteinander. Sie bilden ein Ermittlerduo, von dem man gern mehr lesen möchte.

Immer wieder befindet man sich als Leser im Kopf des Täters, kann ihn dennoch nie wirklich fassen. Man hofft und bangt mit den Opfern und wird in Atem gehalten. Dieser Thriller entwickelt seinen ganz eigenen Sog, wenn man der Entwicklung Zeit gibt.

Wer sich auf dieses Buch einlässt, muss sich auf die sehr direkte und manchmal recht derbe Schreibweise des Autors gefasst machen. Stellenweise blitzt immer wieder ein tiefschwarzer Humor durch. Auch wenn sich das Geschehen gerade durch die sehr deutlichen Worte und Beschreibungen realistisch anfühlt, musste ich mich an den Schreibstil von Gereon Krantz erst gewöhnen. 
Er hat auf jeden Fall einen spannenden Thriller entworfen, dessen Spannungsbogen den Leser bis zum Ende fesselt. Ein gut platzierter Cliffhänger am Ende trägt sein Übriges dazu bei.


Mittwoch, 14. März 2018

Auf nach Leipzig - die Buchmesse ruft! - #lbm18




In den nächsten Tagen kehrt hier auf dem Blog Ruhe ein, denn Zwiebelchen fährt zur Buchmesse.

Die Leipziger Buchmesse öffnet uns Literatursüchtigen wieder die Türen und ich reise zum ersten Mal bereits am Mittwochabend an. Drei mit Terminen vollgepackte Tage warten auf mich. Verschiedene Events, Bloggertreffen, Verlagstermine und natürlich Begegnungen mit lieben Freunden stehen auf dem Plan. Sollte ich an irgendjemanden kommentarlos vorbei rennen, haltet mich fest, stupst mich an. Ich habe leider manchmal Scheuklappen über den Augen.

Sollte es mit dem öffentlichen WLAN funktionieren, versuche ich ab und an ein Lebenszeichen zu senden. Ansonsten hört ihr nach der Buchmesse wieder von mir.

Jetzt freue ich mich auf ein paar buchige, inspirierende Tage.

Eure Anja