Donnerstag, 5. Oktober 2017

Rezension "Der Näher" von Rainer Löffler - Bastei Lübbe



Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (24. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404174542
ISBN-13: 978-3404174546
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Originaltitel: Der Näher
D: 12,00 Euro





Inhalt:


Ein Thriller wie ein Stich ins Herz
In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet nicht nur, sondern platziert etwas im Körper der Toten ...
Der dritte Band aus Rainer Löfflers fesselnder Thriller-Reihe um den Fallanalytiker Martin Abel.
Quelle: Bastei Lübbe




Der Autor:


Rainer Löffler, geb. 1961 und im "Hauptberuf" technischer Kaufmann, begann mit dem Schreiben beim deutschen MAD-Magazin unter Herbert Feuerstein. Danach folgten einige erfolgreiche Science-Fiction-Romane für die Serien Atlan und Perry Rhodan. Gleich sein erster Thriller Blutsommer landete auf Platz 12 der Spiegel-Bestsellerliste. Der Näher ist sein dritter Thriller um den Fallanalytiker Martin Abel. Rainer Löffler lebt mit seiner Frau und drei Kindern in der Nähe von Stuttgart.
Quelle: Bastei Lübbe




Rezension:


Dies ist mein erster Thriller aus der Feder von Rainer Löffler. Doch auch ohne Vorkenntnis der bisherigen Reihentitel ist ein flüssiges Lesen kein Problem.

Nach der Lektüre dieses Werkes habe ich wirklich darüber nachdenken müssen, was uns an Thrillern und den darin von den Tätern begangenen Grausamkeiten immer wieder fasziniert. 
Ist es deren Handeln, die Suche nach Gründen oder die Ermittlungsarbeit zur Überführung der Verbrecher?

Ich selbst lese schon immer gern Krimis und Thriller - wahrscheinlich ein Erbe meiner Oma. Mich interessieren vor allem die Hintergründe und Entwicklungen, die zu dermaßen schockierenden Verbrechen führen. Die psychologische Seite ist es, die mich hier verweilen lässt und zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig ist es spannend, die Schritte der Fallermittlung und Spurensuche zu verfolgen. Bei Reihen, in denen wir mit demselben Ermittlerteam unterwegs sein dürfen, kommen die zwischenmenschlichen Beziehungen und Entwicklungen der bekannten Charaktere hinzu.




"Der Näher" fasziniert durch seine morbiden Ereignisse und die Grausamkeit der begangenen Morde. Dabei ist der Plot gut geplant und strukturiert. Man kann die Entwicklung des Täters von seiner frühen Kindheit bis hin zu den begangenen Morden verfolgen und zumindest ein Stück weit verstehen. Hier meine ich die Grundbedingungen, die als Auslöser fungierten, nicht die Umsetzung der verqueren Fantasien. Als Leser entwickelt man sicher kein Verständnis für den Täter, denn die begangenen Morde stellen ein hohes Maß an Grausamkeit in den Raum. Gerade als Frau und Mutter muss an einigen Stellen schwer schlucken. Hier kommen viele Gefühle hoch und lassen nicht so einfach verarbeiten. Aber es mischt sich unter alle Wut auch ein Funken an Traurigkeit über ein derartiges Schicksal. 
An manchen Stellen hätte ich mir weniger Ekel erzeugende bildliche Darstellungen, dafür mehr Freiraum an Fantasie gewünscht. Für diesen Thriller bedarf es definitiv ein hohes Maß an Nerven.

"Der Näher" schockiert, ist unendlich düster, geht unter die Haut und zeigt das Bild eines psychopatischen Täters ohne Moralvorstellungen und zwischenmenschliche Werte. Raffiniert wird der Spannungsbogen immer wieder gepuscht. Am Ende überrascht Rainer Löffler durch eine fundierte und nicht vorhersehbare Auflösung. 
Definitiv nicht mein letztes Buch, das ich von diesem Autor lesen werde.




1 Kommentar:

Irve hat gesagt…

Liebe Anja,
na das klingt ja ganz gut...bis auf diese Grausamkeiten, die wohl recht intensiv dargestellt oder zumindest angedeutet werden. Danach ist mir gerade so gar nicht. Aber die psychologische Seite des Thrilelrs klingt durchaus reizvoll.
Liebe Lesegrüße, Heike