Donnerstag, 31. August 2017

Rezension "Eisesgrün" von Felix Leibrock - Knaur Taschenbuch




Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516179
ISBN-13: 978-3426516171
D: 9,99 Euro







Inhalt:


In Felix Leibrocks zweitem Weimar-Krimi "Eisesgrün" entdecken zwei Landschaftspfleger merkwürdige Hügelgräber. Das erste, kaum größer als ein Maulwurfshügel, enthält eine Holzkiste mit einer Puppe. Das zweite einen Golden Retriever. Das dritte schließlich zwingt die beiden, die Polizei zu verständigen …
Quelle: Droemer Knaur




Der Autor:


Felix Leibrock ist Polizeiseelsorger bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei, leitet das Evangelische Bildungswerk München und ist Mitglied der Evangelischen Redaktion bei Antenne Bayern. Früher war er u.a. Buchhändler, Stadtkulturdirektor von Weimar und Pfarrer in Thüringen. Er lebt in München und Weimar.

Website: http://www.felixleibrock.de/
Quelle: Droemer Knaur



Rezension:


Auch "Eisesgrün" spiegelt erneut die Liebe von Felix Leibrock zu Weimar und seinen Einwohnern wieder. Gesellschaftskritisch räumt er mit so manchem Vorurteil (z. B. Jugendliche in der Gerberstraße) auf. Wir wandeln auf Goethes Spuren und erfahren viel über die kulturelle Entwicklung Weimars. Ein kurzweiliger und turbulenter Krimi erwartet seine Leser.

Der zweite Teil dieser Weimarer-Krimi-Reihe wird um einiges rasanter, als sein Vorgänger. Und ich bin wieder mitten drin. Als Leser muss man sich dieses Mal allerdings sehr auf die vielen neuen und unterschiedlichen Charaktere, ihre Handlungen, eventuelle Zusammenhänge und parallel verlaufende Handlungsstränge konzentrieren

Die Idylle der grünen Parkanlagen meiner Heimatstadt wird durch geheimnisvolle Hochgräber gestört. Es gilt gleich mehrere Morde aufzuklären. Diese werden durch die Täter - ich möchte es einmal so ausdrücken - recht kreativ ausgeführt.

Alte DDR-Lasten, Versuche der Pharmaindustrie, persönliche Bereicherungen, die Machenschaften einer dubiosen Sekte und moderne Bestattungsmöglichkeiten stehen auf dem Plan. Ein buntes Gemisch und nicht immer ist sofort klar, welche Rolle den einzelnen Personen, die in den Fall verstrickt scheinen, zugedacht ist. Doch nach und nach fügen sich die Puzzleteile zu einem großen Ganzen. Die Auflösung war wieder überraschend.

Neben vielen wundervollen Tipps für einen Aufenthalt in Weimar, tauchen wir nun etwas tiefer in das Privatleben von Woltmann ein. Er ist nicht einfach nur ein Polizist. Er wird uns vom Autor als Mensch präsentiert. Wir durchleben mit ihm seine Wünsche, Hoffnungen, Unsicherheiten und Enttäuschungen. Wir dürfen ihm über die Schulter schauen, wenn er Fehler wie jeder andere auch begeht. Sein Privatleben wird sicher noch um so einiges durcheinander gewirbelt werden.
Im Verhältnis von Woltmann zu seinen Eltern gibt es wieder einige Begebenheiten, die den Leser schmunzeln lassen.
Ich bin gespannt, wie sich die Figuren weiterentwickeln. Noch immer bleibt für mich ein Teil der Persönlichkeit von Mandy Hoppe im Schatten verborgen. Ich hoffe im neuen Buch auf weitere Erkenntnisse bzw. die Bestätigung meiner Vermutungen.

Ich habe das große Glück, bereits das neue Buch der Reihe - "Schattenrot" - vor mir liegen zu haben und freue mich auf die morgige Premierelesung in Weimar.



Mittwoch, 30. August 2017

#Blindverkostung - Wer hat diesen Thriller geschrieben? - Eine #Bloggeraktion von S. Fischer Verlage


Anfang des Monats habe ich Euch bereits auf Instagram dieses Foto vorgelegt und die alles entscheidende Frage gestellt:

"Wer hat diesen Thriller geschrieben?"

Eigentlich eine gemeine Frage, wenn man nur den Buchdeckel anschauen darf und keinerlei Informationen zum Inhalt bekommt.




Da hatten wir fünf Bloggerinnen schon einen kleinen Vorteil. Wir durften den Inhalt des Buches sichten, Vermutungen austauschen und eigene Ermittlungen anstellen. Es war kein leichtes Rätsel, das uns vom Verlag (S. Fischer Verlage) aufgegeben wurde.


Hier noch einmal die uns bekannten Eckdaten:

  1. Es handelt sich um einen Thriller.
  2. Wir alle haben schon einmal ein Buch des/der Autors/in gelesen.
  3. Das Buch erscheint am 07.09.2017





Mittlerweile haben wir so eine Idee entwickelt. Ich denke, es schadet nicht, wenn ich einen kleinen Tipp gebe. 

Es handelt sich um eine Autorin. 

Ihr Schreibstil ist recht prägnant und dennoch war ich nach den ersten Seiten vorerst auf der falschen Spur.




Noch eine Woche lassen wir Euch zappeln, dann gibt es die Auflösung sowie Rezensionen zum Buch und eine Überraschung erwartet Euch!
Vielleicht hat ja jemand eine Idee, um welchen Thriller es sich handeln könnte. 
In den nächsten Tagen gibt es hier noch einmal ein, zwei Hinweise zum Inhalt.
Viel Spaß beim Rätseln.

Sonntag, 27. August 2017

Rezension "Oh, ein Tier" Bestimmungsbuch von Felix Bork - Eichborn Verlag


Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: Originalaiusgabe (16. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 384790633X
ISBN-13: 978-3847906339
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Oh, ein Tier!
D: 28,00 Euro







Inhalt:


Sie denken, Bambi wäre ein Reh? Dann, und nicht nur dann, sollten Sie dieses Buch in die Hände nehmen: Umwerfend schön illustriert und mit einem eigenen Witz, der garantiert zum Lachen bringt, ein schwerer Schatz für alle Freunde von Natur und Design, Illustration und anstößigem Humor.

Übrigens: Bambi ist ein Weißwedelhirschkitz. Wir haben ja gesagt, Sie sollten dieses Buch lesen.
Quelle: Amazon



Der Autor:


Felix Bork ist fast dreißig Jahre alt. Er kommt aus Berlin, aber hat in Halle an der Saale bei ATAK studiert, lernte zeichnen und beobachtete viele Tiere. Das Ergebnis veröffentlicht er nun im Eichborn Verlag. Für das Werk erhielt er den Giebichenstein Designpreis 2016.
Quelle: Amazon



Rezension:


Wir kennen uns aus bei Tigern, Löwen, Vogelspinnen und weiteren Exoten der Tierwelt. Doch wie schaut es mit der heimischen Fauna aus? Wie bewandert sind wir Eltern bzw. unsere Kinder hier?

Der Eichborn Verlag hat ein wunderbares informatives und dabei unterhaltsames Sachbuch für Kinder heraus gebracht. Der einzige "Makel" des Buches, es ist recht unhandlich - groß und schwer.
Dafür sind die darin enthaltenen Zeichnungen kindgerecht und dennoch mit einem guten Wiedererkennungswert der dargestellten Tierarten in der freien Natur entworfen.
Dieses Kompendium  ist sehr farbig und umfassend in seiner Ausführung, ausgestattet mit einem dicken festen Pappumschlag und etwas dickeren Seiten, die sich von kleinen Händen gut greifen lassen, wodurch sich der stattliche Preis von 28,00 Euro rechtfertigen lässt.




Kurze kompakte Einführungstexte, in denen die ursprünglich lateinischen Begriffe - noch immer lesbar - durchgestrichen und durch verständliche einfache Worten ersetzt wurden, vermitteln interessantes Wissen zur den verschiedenen Tierarten. Diese Texte muten wie von Kindern verfasste Aufsätze an. Es ist in der Art einer Notizensammlung, eines Aufgabenheftes angelegt. Auf manchen Seiten befindet sich nur ein Satz. Dieser wiederum ist mit einer fokussierten Aussage zu dem jeweiligen Tier versehen. Nicht nur Kinder können mit "Oh, ein Tier" ihr Wissen aufbessern.

Dennoch benutzt der Autor eine sehr deutliche, nicht unbedingt für jüngere Kinder geeignete, Sprache. Das Leben und Handeln der Tiere wird ohne wortgewaltige Umschreibungen auf den Punkt gebracht. Da fallen auch einmal Wörter wie Sex, Pipi und weitere derbe Ausdrücke. Gleichfalls ist der versteckte Witz in den Karikaturen für Kinder nicht immer verständlich. Hier bedarf es der Unterstützung der Eltern. Gemeinsam die Tierwelt zu erkunden macht ja auch viel mehr Spaß.

"Oh, ein Tier" ist ein ungewöhnliches Sachbuch, das mich rundum begeistert hat.





Donnerstag, 24. August 2017

Rezension "Der Junge auf dem Berg" von John Boyne - FISCHER KJB


Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (24. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737340625
ISBN-13: 978-3737340625
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
D: 16,99 Euro







Inhalt:


Seit über 10 Jahren ein Welterfolg: ›Der Junge im gestreiften Pyjama‹
Mit seinem neuen Roman kehrt John Boyne in das dunkelste Kapitel unserer Geschichte zurück.

Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz.
Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.

Ein brandaktuelles Buch in Zeiten des weltweiten Rechtsrucks.

»Unfassbar und unfassbar gut. « The Times

»Ein Bravourstück … Überwältigend. « The Guardian

»Die Leser werden John Boynes Botschaft begreifen:
Wenn das Pierrot passieren kann, dann kann es auch uns passieren.«
Irish Indipendent

»Erneut zwingt uns diese Parabel über einen Jungen in Kriegszeiten dazu,
über das Beste und das Schlechteste im Menschen nachzudenken. «
The Irish Times

»Eine tief bewegende Parabel … Diese erschreckende Darstellung
jugendlicher Verführbarkeit und Sühne klingt noch lange nach. «
Daily Mail
Quelle: Amazon



Der Autor:


John Boyne wurde 1971 in Dublin, Irland, geboren, wo er auch heute lebt. Er studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben und bekam bereits als Student erste Auszeichnungen. Nach zahlreichen Kurzgeschichten hat er inzwischen sieben Romane geschrieben, von denen bisher drei auf Deutsch veröffentlicht wurden. Sein 2006 erschienener und bereit kurz darauf erfolgreich verfilmter Roman ›Der Junge im gestreiften Pyjama‹ wurde in über 40 Sprachen übersetzt, mit zahlreichen nationalen wie internationalen Auszeichnungen und Preisen geehrt und hat weltweit über fünf Millionen Leser gefunden.
Quelle: Amazon




Rezension:


Er war ein ganz normaler kleiner Junge mit einem weichen Herzen und einem Sinn für Gerechtigkeit. Sein bester Freund - ein gehörloser Junge jüdischer Abstammung. Doch dann wird das Leben Pierrots in seinen Grundfesten erschüttert und die Persönlichkeit des einst warmherzigen Jungen durchlebt in den folgenden Jahren eine tragische Wandlung.

John Boyne hat zehn Jahre nach seinem Welterfolg "Der Junge im gestreiften Pyjama" erneut ein wegweisendes Werk vorgelegt, das in den Tiefen der Seele erschüttert. 
Die Perspektive, aus der wir dieses Mal die Zeit des Zweiten Weltkrieges betrachten, ist jedoch eine andere. Seine fiktive, doch so engmaschig mit geschichtlich belegten Ereignissen verknüpfte Geschichte zeigt ein Schicksal auf, wie es sich tatsächlich hätte ereignen können. Parallelen lassen sich leicht zu vielen ähnlichen Lebensgeschichten knüpfen.

“...Du weißt, warum Leute Uniformen tragen, oder, Pierrot?”, sprach der Chauffeur weiter. Der Junge schüttelte den Kopf. “Weil sie glauben, dann könnten sie alles machen, was sie wollen. […] Uniformen erlauben es uns, unsere Grausamkeit auszuleben, ohne jemals Schuld zu empfinden...” 

Die Grundfrage ist, warum folgten so viele dem nationalsozialistischen System und wie kam es zur regelrechten Heldenverehrung Hitlers? 

"Der Junge auf dem Berg" ist so feinfühlig, wie kompromisslos. Es gibt keinen leichten Weg durch die Zeilen.

John Boyne ging mit seinem Buch ein Wagnis ein, das sich gelohnt hat. Er weckt Verständnis für einen jungen Mann, der verblendet durch falsche Ideologien, einen Weg einschlug, den wir nach heutigem Wissen nur verdammen können. Pierrot begeht Fehler, die sich nicht wieder heilen lassen und die mich in ihrer Endkonsequenz tief erschüttert haben. Wie kann ein Kind zu solchen Handlungen in der Lage sein und dabei psychisch keinen Schaden erleiden? Die Frage war, welche Entwicklung ergibt sich aus den Ereignissen. Mit seinen Schuldgefühlen wird er ein Leben lang zurechtkommen müssen.

"...Pierrot mochte die Vorstellung, vor nichts Angst zu haben. Und auch die Vorstellung, irgendwo dazuzugehören..."

Es schmerzte, diesen Jungen auf seinem Weg zu begleiten, zu wissen, wohin er steuert und ihm keinen Einhalt gebieten zu können. Schlussendlich erkennt er seine Verfehlungen und sucht den Weg zurück zu seinen Wurzeln. Ein Hoffnungsschimmer, auch im Hinblick auf die heute wieder aktuellen Ereignisse.

"...Denkst du nicht manchmal", fragte er vorsichtig, "dass es besser wäre, selbst andere zu quälen, als gequält zu werden? Zumindest könnte einem dann nie jemand weh tun..."

Mit sieben Jahren ist Pierrot ein kleiner schmächtiger Junge und das typische Opfer. Nach dem Tod der Eltern fühlt er sich zurückgewiesen, einsam. Aus Pierrot wird Peter und der letzte Bezug zu seiner Vergangenheit wird regelrecht ausradiert, auch wenn dies zu seinem Schutz geschah. Peter verliert seine Identität. Anpassung ist gefragt.
John Boyne zeigt, wie schnell ein Opfer zum Täter werden kann. Wie sensibel eine Kinderseele ist und wie rasch man diese zerstören bzw. in die falschen Bahnen lenken kann.

"...wie gemein sie zu ihm gewesen waren und wie Rottenführer Kotler ihm seine belegten Brote weggenommen hatte. Er wusste nicht recht, ob er so ein Mensch werden wollte wie sie..."

Pierrot ist wie ein steuerloses Schiff auf hoher See. Auf der Suche nach Anerkennung und einer Vaterfigur gerät er in den Bann Adolf Hitlers. Schleichend geht mit dem einst liebenswerten Junge eine Veränderung vor sich, die nicht aufzuhalten ist. Eine große Rolle spielt hierbei sicher auch das von der Welt abgeschottete Leben auf dem Berg. Peter hat kaum Kontakte zur Außenwelt. Seine Naivität macht ihn zum perfekten Mitläufer. Hitler und seine Schergen werden zu etwas wie einer Familie und der Hunger nach Macht und Zugehörigkeit nimmt erschreckende Wege. Peter ist nach vielen Jahren der Beeinflussung nun selbst zu Gewalt und Grausamkeiten fähig, unter denen er als kleiner Junge leiden musste. Schuldgefühle schiebt er rigoros beiseite. Verblendet und euphorisch zerstört er die letzten sozialen Bindungen zu Freunden und der Familie. Am Ende ist er wieder ein Treibholz, das nirgendwo dazugehört. Doch er hat den Mut zu einem Neuanfang.

"...du hast noch viele Jahre vor dir, um zu verarbeiten, dass du bei all dem mitgemacht hast. Aber red dir nie ein, du hättest von nichts gewusst....Das wäre das schlimmste Verbrechen überhaupt..."

"Der Junge auf dem Berg" macht betroffen und regt hoffentlich viele Leser zum Nachdenken an.
Ich hoffe, es findet viele offene und kritische Leser.
Der Lesealterempfehlung stimme ich im Großen zu, allerdings sollte man auch Zwölfjährige mit der Thematik nicht allein lassen. Hierfür gibt es einige nur schwer zu verarbeitende Szenen, bei denen unbedingt Gesprächsbedarf besteht.




Mittwoch, 23. August 2017

Rezension "Mörderisches Weinviertel" von Bettina Kiraly - Verlag Berger





Taschenbuch: 68 Seiten
Verlag: Berger & Söhne, Ferdinand (31. Juli 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3850287947
ISBN-13: 978-3850287944
D: 7,90 Euro








Inhalt:


Gibt es hilfsbereite Menschen, die zu gut sind, um wahr zu sein? Kann Josepha wirklich alle Rätsel lösen, die ihr begegnen? Wie soll man Wiedergutmachung für einen Fehler leisten, der unwiderrufliche, tragische Folgen hatte? Was geschieht, wenn die verdiente Ruhe gestört wird? Ist Walder in der Lage, den persönlichsten Fall seines Lebens aufzuklären? Gelingt es Emma rechtzeitig, hinter die Fassade eines Täters zu blicken? Und soll Franz seinen Feinden diesen guten Jahrgang vorenthalten?
In den sieben Kurzkriminalgeschichten, in der sich alles um das Weinviertel dreht, darf mitgeraten und mitgefiebert werden.
Quelle: Amazon



Die Autorin:



Geboren 1979 als Bettina Slaby wuchs Bettina Kiraly im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich auf und lebt hier noch immer mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern. Ihre Matura absolvierte sie im Erzbischöflichen Aufbaugymnasium, einer katholischen Privatschule. Dort entschied sie sich für Humanpsychologie als Wahlfach, schon damals auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: Warum handeln Menschen, wie sie es tun? Verbrechen lernte sie von der anderen Seite des Gesetzes bei der Arbeit in einem Rechtsanwaltsbüro sowie in einem Notariat kennen. Fasziniert von den dunklen Flecken auf der menschlichen Seele beschäftigen sich die Texte von Bettina Kiraly mit der Psyche der Hauptpersonen ihrer Geschichten.
Seit 1.1.2010 ist sie Mitglied der Künstlervereinigung ART Schmidatal. 2014 schloss sie sich mit vierzehn anderen Autorinnen zur Romance Alliance - Bücher mit Herz zusammen.
Bettina Kiraly schreibt Romane über starke, außergewöhnliche Frauen, die um ihr Stück vom Glück kämpfen. Für Romane mit Mystery-Anteil verwendet die Autorin das Pseudonym Betty Kay. Unter dem Pseudonym Ester D. Jones veröffentlicht Bettina Kiraly historische Liebesromane.
Bei ihren Werken arbeitete die Autorin bereits mit verschiedenen Lektorinnen zusammen, um ihre Schreibfähigkeiten zu verbessern. Bettina Kiraly hat zwei Kurse für Sprachtraining besucht und das Gelernte bei mehreren Lesungen angewendet.
Quelle: Amazon




Rezension:


Ich höre oft Aussagen wie: "Ich würde ja gern auch einmal ein Buch lesen, finde jedoch einfach keine Zeit dafür., Das Buch ist so dick, da weiß ich ja am Ende gar nicht mehr, was ich anfangs gelesen habe." oder andere Ausreden, warum man zwar gern lesen möchte, es dann aber einfach nicht umsetzt.
Für all diejenigen und natürlich alle Leseratten, habe ich heute ein kleines Schmankerl für zwischendurch.

In sieben kurzen, dafür mörderischen Kurzgeschichten darf der Leser seine kriminalistischen Fähigkeiten erproben. Nicht immer gibt es ein abgeschlossenes Ende. Manchmal belässt es Bettina Kiraly in perfekt gesetzten Andeutungen und es verbleibt uns Lesern die weiteren Schlussfolgerungen zu ziehen. 


Menschliche Abgründe, tödliche Neugier, Verzweiflung, überbordende Trauer oder eine einfache, dafür umso wirksamere, Präsentation als Drohung finden sich in diesen Geschichten wieder. Kriminalfälle, wie sie sich hinter jeder Tür in unserer Nachbarschaft ereignen könnten.

Mal kürzer, mal länger gehalten, kann jede der Kurzgeschichten als Lesehäppchen dienen. So findet jeder für wenige Minuten eine spannende Auszeit. Ich habe das Buch in einem Ritt durchgelesen und mich gut unterhalten gefühlt.




Montag, 21. August 2017

Rezension "Todesblau" von Felix Leibrock - Knaur Taschenbuch


Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516160
ISBN-13: 978-3426516164
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Sascha Woltmann lässt sich aus Sorge um seine betagten Eltern aus dem hektischen Berlin ins eher beschauliche Weimar versetzen. Sein Problem: Hier darf er erst mal nur als Streifenpolizist arbeiten. Doch als er zu einem Tatort gerufen wird und die Leiche einer älteren Frau findet, kann er es nicht lassen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Ein riskantes Unterfangen, wäre da nicht seine alte Freundin, die Polizeihauptkommissarin Mandy Hoppe, die ihm immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht.
Quelle: Amazon



Der Autor:


Felix Leibrock ist Polizeiseelsorger bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei, leitet das Evangelische Bildungswerk im Zentrum Münchens und ist Mitglied der Evangelischen Redaktion bei Antenne Bayern. Früher war er Stadtkulturdirektor von Weimar und Pfarrer in Thüringen. Er lebt in München und Weimar. Seine Krimis TODESBLAU und EISESGRÜN vermitteln Weimarreisenden unterhaltsam viel Wissen über die Stadt. Aber die Handlung könnte sich so ähnlich überall abspielen. Leibrock ist auch für seine Literaturabende bekannt, an denen er aktuelle Neuerscheinungen unterhaltsam vorstellt. Mehr unter www.felixleibrock.de
Quelle: Amazon




Rezension:



Schon lange wollte ich diese Weimarer Krimireihe lesen. Immer wieder hat sich etwas dazwischen geschoben. Doch nun erscheint bereits am 01.09.2017 offiziell das Taschenbuch zum dritten Teil und es gab keine Ausreden mehr. Ich habe mich auf kriminalistische Spurensuche in meine Heimatstadt nach Weimar begeben. 

Es ist ein anderes Lesen, wenn man sich in einer fiktiven Geschichte an Orten bewegt, die man aus Kindertagen kennt. Alles wirkt vertraut und durch die liebevollen detaillierten Beschreibungen einfach nur heimisch. Auch wenn es sich um einen Krimi handelt, ist der Schreibstil gerade im Hinblick auf die Natur- und Ortsbeschreibungen farbig poetisch. Wer Weimar nicht kennt, wird sich nach dieser Lektüre in den Straßen und Parks des Städtchens bestens zurechtfinden. 
Hier merkt man, dass Felix Leibrock die Örtlichkeiten sehr gut kennt und spürt in jeder Zeile seine Liebe zu Weimar und seinen Einwohnern. Er weiß, wie die Menschen hier ticken und fängt die Atmosphäre perfekt ein.

Geschickt verweben sich die persönlichen Schicksale der Protagonisten mit den Ermittlungen. 
Diese werden ausdrucksvoll, mit all ihren Ecken und Kanten dargestellt. Dem Autor ist eine wundervolle Charakterzeichnung gelungen. Ob nun der spleenige Chef Remde, die taffe Mandy Hoppe, bei der ich immer ein Geheimnis hinter der oft harschen Fassade vermutete oder Sascha Woltmann, dessen Sorge um seine Eltern hypochondrisch, aber dennoch sehr liebenswert wirkt. Sie alle prägen das Geschehen und verleihen diesem Krimi seine Lebendigkeit.

Unterhaltsam begibt man sich neben der kriminalistischen Spurensuche auch auf eine Zeit- und Kunsthistorische Reise durch die Klassikerstadt. Kurze Rückblenden in die Zeit des Naziregimes machen neugierig. Die Bombardierung des Weimarer Kindergartens 1945 ist mir aus Erzählungen meiner Oma, die damals gerade vierzehn Jahre alt war, bekannt. Und ja, dadurch waren auch die Gefühle beim Lesen intensiver. Der Abstand zum Geschehen ist kaum zu spüren, alles wirkt sehr real.

Ein gut durchdachter Handlungsstrang sowie ein mit Humor gespickter Plot versprechen spannende Lesestunden. Trotz vieler Hinweise hinkt man der Entlarvung des Täters immer einen Schritt hinterher und die Lösung des Falls ergibt sich erst im letzten Showdown. 

Ich befinde mich schon mit einem Auge im nächsten Band "Eisesgrün" und bin auf die weitere Entwicklung der Protagonisten gespannt. 




Donnerstag, 17. August 2017

Rezension "Death Call - Er bringt den Tod: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 8)" von Chris Carter - Ullstein Taschenbuch


    Taschenbuch: 416 Seiten
    Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. August 2017)
    Sprache: Deutsch
    Übersetzung: Sybille Uplegger
    ISBN-10: 3548289525
    ISBN-13: 978-3548289526
    Originaltitel: The Caller
    D: 10,99 Euro




    Inhalt:


    Er findet dich. Immer. Überall.

    Tanya Kaitlin freut sich auf einen entspannten Abend. Plötzlich klingelt ihr Handy, ein Videoanruf von ihrer besten Freundin. Tanya nimmt den Anruf an, und der Alptraum beginnt: Ihre Freundin ist gefesselt und geknebelt. Tanya hat eine Chance, die Freundin zu retten, hört sie von einer tiefen, unheimlichen Stimme. Sie muss nur zwei Fragen richtig beantworten. Sie scheitert - und ihre Freundin wird vor ihren Augen brutal ermordet. Profiler Robert Hunter und sein Partner Garcia haben einen neuen Fall: ein Serienmörder, der seinen Opfern in den sozialen Medien auflauert. Er studiert ihre Fehler und nutzt sie für sein perfides Spiel. Und das hat gerade erst begonnen ...
    Quelle: Ullstein Buchverlage


    Der Autor:


    Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre lang als Kriminalpsychologe für die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London. Seine Thriller um Profiler Robert Hunter sind allesamt Bestseller.
    Quelle: Ullstein Buchverlage




    Rezension:

     
    Nach diesem Thriller möchtet ihr keine Videoanrufe führen - glaubt mir.

      Fast ein Jahr ist es her, dass ich Chris Carter live zur Eröffnungsveranstaltung seiner recht kurzen Deutschlandlesetour im Rahmen der Erfurter Herbstlese erleben durfte. Ein Abend, der noch immer nachhallt. Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen. Der sympathische Autor hat mich in seinen Bann gezogen und bis heute nicht losgelassen. Andererseits kam es mir wie eine Ewigkeit vor, bis ich seinen neuesten Thriller in den Händen halten durfte.
      Ein absoluter Pageturner.

      "Death Call" brilliert einmal wieder durch seine detaillierten Schilderungen, besonders im Hinblick auf die Psyche der beteiligten Personen. Dieser Thriller ist nichts für zart besaitete Leser, dennoch nimmt sich Chris Carter - im Vergleich zum vorherigen Band - in seinen Ausführungen sehr zurück. Ja, die Szenen sind brutal, doch trotz der bildhaften Beschreibungen verbleiben die extremsten Details der Vorstellungskraft jedes Einzelnen. Ihr entscheidet, wie weit sich die Bilder in Euren Köpfen manifestieren.

      Im Laufe der Handlung lässt er uns die Opfer näher kennen lernen, Sympathien zu diesen entwickeln, um seine Leser anschließend in einem gekonnten Schachzug mit in den Abgrund zu reißen. Es gibt immer zwei Opfer. Eines, das die physischen Qualen ertragen muss und eines, das ein Leben lang psychisch gestraft sein wird. Die Ideologie hinter den Taten ist erschreckend wie traurig.
      Chris Carter hat eine besondere Art, mit Worten Bilder zu entwerfen und somit eine Art Film in den Kopf des Lesers zu projizieren. Seine Protagonisten werden zu Freunden, Verbündeten und umso schmerzhafter ist anschließend der Verlust.



    Der Autor schafft es scheinbar mühelos den Spannungsbogen von Kapitel zu Kapitel steigen zu lassen. Winzige Cliffhänger an deren Enden bewirkten, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Der Täter bleibt bis zum Schluss im Dunklen verborgen und so mancher Lösungsweg erweist sich als Sackgasse. Ich habe bis zur Entlarvung des Mörders nicht sagen können, um wen es sich handelt. Verschiedene Handlungsstränge sorgen für einen weiteren Kick. Schlussendlich verlaufen sie aber auf einen gemeinsamen Punkt hinaus.
    Einer ist die angehende "Lovestory" für Hunter. Mein Lieblingsprotagonist und Ermittler ist und bleibt Hunter. Ich hoffe, das leichte Schmetterlingsflattern wird im nächsten Band zum Flügelschlagen. Verdient hätte er es.

    Neben Spannung und Unterhaltung gibt uns Chris Carter dieses Mal noch einige Denkanstöße mit auf den Weg. Wir alle bewegen uns in den verschiedenen Bereichen der Social Media. Ganz selbstverständlich teilen wir Gedanken, Erlebnisse, Fotos und vieles mehr. Welche Gefahren sich hinter dieser Transparenz verbergen, wird spätestens nach "Death Call" noch einmal deutlich bewusst.


    Auch Band 8 der Hunter-Garcia-Reihe ist ein absolutes MUSS für Thrillerliebhaber.



Sonntag, 13. August 2017

Rezension "All die verborgenen Dinge" von Sarah Moore Fitzgerald - FISCHER KJB



Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (23. März 2017)
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Adelheid Zöfel
ISBN-10: 373735197X
ISBN-13: 978-3737351973
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
D: 14,99 Euro





Inhalt:


Glück ist (k)ein Wunder
Unten am Fluss liegt das Glück. Genauer gesagt im Wohnwagen am Flussufer. Er ist einer dieser wenigen Orte auf der Welt, wo man sagen kann, was man denkt und sich nicht verstellen muss. Dort wohnt Ned. Er ist neu an Mintys Schule und so ganz anders als alle anderen. Die Mitschüler finden ihn seltsam, wollen nichts mit ihm zu tun haben. Aber Minty ist fasziniert. Ned traut sich, ganz er selbst zu sein, egal, was andere denken. Im Gegensatz zu Mintys Eltern, die sich gerade getrennt haben und so gar nicht sie selbst sind. Durch ihre Freundschaft zu Ned sieht Minty, was so vielen verborgen bleibt: Wir entscheiden selbst, wie wir die Welt sehen. Glück ist kein Wunder, wir haben es selbst in der Hand.
Authentisch, einfühlsam und mit ganz viel Herz.
Quelle: S. Fischer Verlag




Die Autorin:



Sarah Moore Fitzgerald, geboren 1965 in New York, USA, ist Professorin für Psychologie. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Limerick, Irland, und glaubt ganz fest an die magische Wirkung von Apfelkuchen. Und daran, dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf.

Literaturpreise:
›Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens‹:
Nominiert für den Waterstones Children's Book Prize (Shortlist) 2015
Ausgezeichnet mit dem Irish Book Award 2014
Quelle: S. Fischer Verlag





Rezension:


Bereits mit  "Das Apfelkuchenwunder oder die Logik des Verschwindens" konnte mich Sarah Moore Fitzgerald vor einer Weile sehr begeistern und nun war ich auf ihr neuestes Werk mehr als gespannt. 

Wieder bewegen wir uns in der realen Welt und erhaschen einen Blick auf die Gedanken- und Gefühlswelt Heranwachsender unter dem Einfluss ihrer familiären Zustände. Es geht um alltägliche Probleme in der Schule, im Freundeskreis und mit den Eltern. 

Missverständnisse können lawinenartig Aktionen in Gang setzen. Halbwahrheiten zeigen, um wie vieles wichtiger Ehrlichkeit im Umgang miteinander ist.
Die Protagonisten im Buch kämpfen mit dem Alleinsein, Intoleranz, Ausgrenzung, Vorurteilen der Gesellschaft, den eigenen Unsicherheiten und Träumen. Wir erleben, wie zerbrechlich zart geknüpfte Bande der Freundschaft sind und wie stark die innere Verbundenheit dennoch werden kann.

"Gerüchte sind nur Wörter. Sie schweben durch die Luft, von einer Stimme zu anderen, und sie sind unsichtbar. Komisch, wenn man sich überlegt, wie viel Macht sie trotzdem haben können." 

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Minty erzählt und der Leser findet sich nach kurzer Orientierung sehr gut in ihre Gedankenwelt hinein. Ned besticht dagegen mehr durch die von Minty beobachteten Handlungen und ihre Beschreibungen seines Gemütszustandes. Man ist versucht, selbst in die Geschichte einzugreifen und gegen die Ungerechtigkeiten, denen besonders Ned ausgesetzt ist, anzukämpfen. Beide Protagonisten könnten unterschiedlich nicht sein und doch existiert zwischen ihnen eine Verbundenheit, gegen die sie sich nicht erwehren können. 

"So viel verschiedene Gefühle meldeten sich: Loyalität und Verbundenheit, Hoffnung und Freundschaft."

Der bildhafte, stellenweise poetische und ausdrucksstarke Schreibstil der Autorin hat mich hier wieder einmal fesseln können. Aufgrund kurz gehaltener Kapitel ist es es möglich, passende Leseunterbrechungen einzufügen, wobei sich die 240 Seiten des Buches recht zügig lesen lassen. Dabei muss man immer wieder innehalten, um die wundervollen Zitaten im Buch genießen zu können.

Leider geht Sarah Moore Fitzgerald dieses Mal für mich nicht genug in die Tiefe. Sie belässt es bei kurzen Anschüben und plätschert mehr an der Oberfläche herum. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Intensität gewünscht. Dennoch entwickelt man bei Lesen eine starke Verbundenheit mit Ned und Minty. 

Es ist eine Geschichte, die bewegt, über Abenteuer und den Wert von Ehrlichkeit, Vertrauen und Freundschaft. 

Montag, 7. August 2017

Rezension "Mitternachtstango" von Katrin Koppold - Books on Demand





Taschenbuch: 388 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (14. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3743149257
ISBN-13: 978-3743149250
D: 11,99 Euro








Inhalt:


Ich wollte mein Herz nie wieder an etwas hängen, von dem ich nicht ertragen könnte, es zu verlieren. Aber so funktioniert das Leben nicht ...
Die Journalistin Amelie Schneider arbeitet in ihrer Freizeit als Klinikclown und liebt diesen Job über alles. Um ihre kleinen Patienten aufzuheitern, ist ihr keine Mühe zu viel. Deshalb denkt Amelie auch nicht lange nach, als sich ein kranker Junge ein Autogramm des Hollywoodstars Nik von Hohenstein wünscht: Schließlich muss sie sowieso nach Südfrankreich, wo Nik gleich mit seiner ersten Regiearbeit als heißer Anwärter auf die Goldene Palme gilt.
Doch ein paar Tage vor der Preisverleihung wird der ebenso ehrgeizige wie attraktive Nik in einer höchst pikanten Situation erwischt und hat ganz andere Probleme, als den Autogrammwunsch eines kleinen Jungen zu erfüllen. Womit er allerdings nicht gerechnet hat: Amelie ist überaus hartnäckig und bald auch die Einzige, die ihm aus seinem Schlamassel heraushelfen kann ...
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Katrin Koppold:
"Wenn du an eine Weggabelung kommst, geh einfach drauf zu".
Dieses Zitat aus dem Film "360°", das die Autorin ihrem Debutroman "Aussicht auf Sternschnuppen" vorausgestellt hat, trifft ihre Lebensphilosophie ziemlich genau. Nicht lange zaudern, Neues ausprobieren, auch wenn man sich dabei blaue Flecke holt, Risiken eingehen, Visionen haben!
Nach Abitur und Studium ist Katrin Koppold viel gereist, hat die Welt erkundet, als Fitnesstrainerin, Journalistin, Mode- und Kosmetikdarstellerin und in einem Restaurant gearbeitet, bevor sie den Mann ihrer Träume kennen gelernt hat und sesshaft geworden ist. Heute lebt sie mit ihrer Familie und den Katzen Merlin und Fiona in einem Häuschen in der Nähe von München.
Ihre Romane rund um die Liebe, das Leben und das große Glück lässt sie immer wieder an Orten spielen, an die sie ihr Herz verloren hat: Italien, Irland, München, Paris ...
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Rezension:


Den Verlauf der Geschichte dürfen wir aus zwei Perspektiven erleben. Einmal aus Amelies und einmal aus Niks Sicht erhalten wir einen Einblick auf ihre Gefühls- und Gedankenwelt. „Mitternachtstango“ ist erneut eine Achterbahnfahrt durch unsere Emotionen. Romantisch, witzig, spannend, ernst und gefühlsgeladen darf sich der Leser durch die Seiten tragen lassen.

Starke Protagonisten und der aktuelle ernste Grundton (DKMS) sorgen für eine Ausgewogenheit zwischen Unterhaltung und nachdenklich stimmenden Passagen.
Dennoch ist es ein heiteres Buch, in das man leicht eintauchen und sich fallen lassen kann.

Trotz aller Leichtigkeit hat Katrin Koppold es wieder getan und eine winzige Passage eingefügt, auf die ich ehrlich gestanden, schon gewartet hatte. Ich wusste, ich würde meine Taschentuchpackung brauchen…

Als wunderbar exzentrisch empfand ich Amelies Freundin und Kollegin Lieselotte mit ihrer Wünschelrute „Herbert“. Ich könnte sie mir gut als Protagonistin in einem weiteren Roman vorstellen.

Lebendig sowie farbig beschriebene Handlungsorte entführen uns romantische Dörfer und pulsierende Großstädte. Man bekommt direkt Lust, sich ins Auto zu setzten und loszufahren bzw. zu fliegen.

Nehmt euch einen Kurzurlaub und reist in die Welt von "Mitternachtstango".


Mittwoch, 2. August 2017

Rezension "Im Glashaus gefangen zwischen Welten" von Devakumaran Manickavasagan (Deva) - Engelsdorfer Verlag / Nova MD Verlag




Taschenbuch: 195 Seiten
Verlag: Engelsdorfer Verlag; Auflage: 1 (31. Juli 2012)

             Nova MD Verlag; Auflage 2 (18. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3862689204
ISBN-13: 978-3862689200
D: 6,81 Euro / 2. Auflage: D: 14,50 Euro









Inhalt:


»Im Glashaus gefangen zwischen Welten« bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.
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Der Autor:



Devakumaran Manickavasagan, geb.1987 in Ratingen.
Seit über 10 beschäftigte er sich mit dem Wandel verschiedener Kulturen in Deutschland. Dies gelang ihm durch den Austausch mit betroffenen Menschen,begleitet von zahlreichen Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen mit dem Leben zwischen zwei Kulturen. Während der Flüchtlingskrise, die Deutschland im Jahre 2015 heimsuchte, konnte er als Betreuer und später Leiter einer Notunterkunft mit seiner tatkräftigen Unterstützung einen wertvollen Beitrag für die neu angekommenen Menschen in Deutschland leisten. Der Autor war lange Jahre im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit aktiv, um seine Forschungen und Beobachtungen, die er persönlich im Glashaus gemacht hat, zu widerlegen

Mehr über den Autor: www.devamanick.com
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Rezension:


Nach einem sehr netten und höflichen Kontakt, hat mich dieses bereit 2012 erschienene Buch direkt über den Autor erreicht.
Die Problematik ist aktueller denn je und ich war gespannt, ob ich hier Antworten auf meine unterschiedlichen Fragen finden würde.

Der Buchtitel leitet sich von dem Ausspruch "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“ ab, der wohl jedem bekannt ist. Doch was genau bedeutet er wirklich?

Hier gibt es unterschiedliche Interpretationen, die letztendlich jedoch auf dieselbe Aussage abzielen.

Man sollte niemanden Dinge vorwerfen, die man selbst tut bzw. getan hat. In heiklen Situationen sollte man darauf achten, nicht unüberlegt zu handeln und diese dadurch zu verschlimmern. Kritik an anderen ist leicht geübt, doch sollte niemand ein Urteil über das Verhalten anderer Personen fällen, wenn man selbst kein anderes Verhalten an den Tag legt.

Ich habe im eigenen Bekanntenkreis den Fall, das von der betreffenden Person öffentlich harsche Kritik für etwas geübt wurde, Leute regelrecht verdammt wurden, auf Unverständnis sowie Ablehnung stießen, das der Kritikübende selbst in der Vergangenheit nicht anders gehandhabt hatte. Ja, man kann seine Ansichten ändern. Wenn ich jedoch Kritik übe, denselben „Fehler“ aber selbst auch begangen habe, sollte dies nicht unerwähnt bleiben. So aber wirken die Äußerungen für mich heuchlerisch.

Wie münzt der Autor nun dies auf das Thema seines Buches um? 

Deva spricht aus eigener Lebenserfahrung heraus. Er verschweigt gemachte Fehler nicht und zeigt seinen Weg der Verarbeitung auf. Der Autor verdammt nicht, er entschuldigt auch nichts. Sein Anliegen ist darauf ausgerichtet, Verständnis zu schaffen - für die Probleme von Migranten und deren Kindern, Betroffenen einen Ausweg zu zeigen und Hilfestellungen zu geben. Er möchte nicht, dass wir das Verhalten akzeptieren, sondern die Gründe, den Ursprung begreifen, aus denen sich diverse Problematiken entwickeln.

Wir sehen nur die Flüchtlinge, die ins Land strömen, Forderungen stellen, aber dennoch keine Verbundenheit mit der neuen Heimat aufbauen wollen. Der erste Gedanke von Flüchtlingen ist immer die Flucht und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Dabei bleiben Pläne, wie dies in einem neuen Land, ohne Hab und Gut zu realisieren ist, außen vor. Das Erwachen kommt meist zu spät. Es ist ein Neuanfang, der viele vor unüberwindbare Hürden stellt. Sprachbarrieren und veraltete Wertvorstellungen behindern einen fortschrittlichen Weg. Handlungsweisen verstärken sich ins Extreme, weil man eine Art Heimatgefühl bewahren möchte. Der Wunsch selbst ist nur zu verständlich, an der Umsetzung hapert es. Die Kinder dieser Familien sind am schlimmsten getroffen. Sie bewegen sich zwischen zwei Kulturen, zwei Welten und gehören doch nirgends wirklich dazu. Wo liegen ihre wahren Wurzeln und wie verbunden sind sie noch mit diesen? Es folgt eine oft lebenslange Identitätssuche.

Kontroversen sind vorprogrammiert. Fehlverhalten oder die Fluch in die vorgelebten, meist von Gewalt geprägten Muster, resultieren hieraus. Deva betreibt Ursachenforschung, ohne Anklage zu erheben. Er möchte wachrütteln und Konfliktlösungen aufzeigen.

Mir hat das Buch zum Beispiel die Frage, warum Migranten ihre Religion strenger ausüben, sich oft nur in ihre eigenen Kulturkreise zurückziehen, dafür von der Kultur des Landes, in dem sie Zuflucht gesucht haben, abkapseln und regelrecht fanatisch an Sitten und Gebräuchen der alten Heimat festhalten, beantwortet.

„Im Glashaus gefangen zwischen Welten“ würde ich in den Bereich Sachbuch einordnen. Es ist informativ und hilft, Verhaltensweisen nachvollziehen zu können. Dabei fordert das Buch beim Lesen große Aufmerksamkeit, denn was sich anfangs noch leicht wie eine Art Autobiografie liest, wird mit Fortschreiten psychologisch und philosophischer. Der Schreibstil gleicht an vielen Stellen einer wissenschaftlichen Abhandlung, dann wechselt der Autor wieder ein einen eher erzählerischen Tenor.

Natürlich darf man die vom Autor getätigten Ausführungen nicht auf alle Menschen ummünzen. Es gibt viele Ausländer, die sich in ihrer Wahlheimat voll integrieren, einen ausgewogenen Weg zwischen der Landeskultur und dem mitgebrachten Glauben finden konnten.

Auch blitzt beim Autor immer mal wieder ein verklärter Blick auf das Leben deutscher Jugendlicher und ihrer Familien durch. So unähnlich sind die Strukturen im Vergleich zu tamilischen Familien gar nicht. Leistungsdruck wird auch hier sehr oft aufgebaut. Spricht man mit deutschen Jugendlichen, fühlen sich diese in ihren Freiheiten von den Eltern auch eingegrenzt.

Das Unbekannte, das, was man selbst nicht leben darf oder kann, erscheint immer als erstrebenswertes Ziel. Doch manchmal unterscheidet sich das angestrebte Leben nur in wenigen Punkten von dem eigenen. Ungebrochen dessen bedeutet es eine Gratwanderung, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen und den eigenen Weg zu finden.

Deva hat mit seinem Buch einen Schritt in die richtige Richtung getan. Er öffnet denen, die es zulassen, den Blick auf die Möglichkeit von einem Leben mit Traditionen und Fortschritt, unter dem Einfluss verschiedener kultureller Strömungen, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren. Allen anderen gibt er hoffentlich ein wenig mehr Verständnis für unsere Mitmenschen mit auf den Weg.