Samstag, 10. Juni 2017

Rezension "Das Bild aus meinem Traum" von Antoine Laurain - Atlantik Verlag





Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Atlantik (14. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455650457
ISBN-13: 978-3455650457
Originaltitel: Ailleurs si j'y suis
D: 20,00 Euro






Inhalt:


Maître Pierre-François Chaumont, ein brillanter Pariser Anwalt, ist leidenschaftlicher Kunstsammler und lässt sich keine Auktion entgehen. Von einem alten Ölgemälde kann er eines Tages den Blick nicht mehr abwenden: Der dargestellte Mann mit gepuderter Perücke ähnelt ihm wie sein Spiegelbild! Das Porträt soll seine Sammlung krönen und er ersteigert es, aber schon bald wandelt sich das Glücksgefühl in Paranoia, denn Pierre-François fürchtet, verrückt geworden zu sein: Niemand seiner Familie oder Freunde sieht die frappierende Ähnlichkeit.
Mithilfe des Wappens findet er jedoch die Familie des Porträtierten - ein altes Adelsgeschlecht, das seit Jahrhunderten auf Schloss Mandragore in der Bourgogne lebt. Heimlich reist Pierre-François dorthin und erlebt eine weitere Überraschung: Jeder scheint ihn zu kennen! Man hält ihn für den seit Jahrzehnten verschollenen Grafen, und Pierre-François belässt es dabei - er kann der Versuchung nicht widerstehen, einfach eine neue Identität anzunehmen und ein neues Leben anzufangen … Antoine Laurain erzählt in seinem Debüt von der Suche nach Identität, sich selbst und dem Glück, und von der Faszination für schöne und alte Dinge, die ihre eigenen Geschichten haben.
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Der Autor und Mitwirkende:


Antoine Laurain arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler in Paris. Er ist in Frankreich ein gefeierter Bestsellerautor. Mit Liebe mit zwei Unbekannten (Atlantik Verlag, 2015) gelang ihm der internationale Durchbruch. Zuletzt erschien sein Roman Der Hut des Präsidenten (Atlantik Verlag, 2016), mit dem er an seinen großen Erfolg anknüpfte.

Sina de Malafosse, geboren 1984 in Siegen, studierte Romanistik und Vergleichende Literaturwissenschaften in Mainz und Dijon. Zuletzt als Verlagslektorin in Frankfurt a.M. tätig, lebt sie nun als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse.
Quelle: Amazon




Rezension:



Spätestens nach "Der Hut des Präsidenten" bin ich der Feder von Antoine Laurain verfallen. Da war es einfach ein Muss, dass "Das Bild aus meinem Traum" in Zwiebelchens Plauderecke einzog. Und ich bin dem Autor und seinem Werk erneut erlegen. 

Ich liebe es, durch Schlösser zu wandern und die Porträts der ehemaligen Bewohner zu betrachten. Als Kind stellte ich mir gern vor, wie es wäre, zu diesen Zeiten gelebt zu haben oder wenn die dargestellten Personen Ahnen von mir wären. Manchmal mache ich das heute noch. 

Ich fühlte mich Pierre-François Chaumont im Buch stellenweise sehr nah. Auch mich begeistert das Sammeln antiquarischer Dinge. Es fasziniert, sich vorzustellen, mit welchen Erlebnissen diese einst verflochten waren. In manchen Dingen scheint die Seele der ehemaligen Eigentümer noch sehr präsent und sie erzählen uns Geschichten. Manchmal sind sie auch der Beginn einer neuen Geschichte. Hier kann die Fantasie noch ungebremst Purzelbäume schlagen. 




Pierre-François Chaumont ist ein Suchender. Fast schon obsessiv verfolgt er seine Sammelleidenschaft. Stellenweise scheint es, als ob sich unser Protagonist in einer Sackgasse verfangen hat. Auf seinem Weg muss er lernen loszulassen, sich von altem Ballast zu trennen, um vielleicht seiner wahren Bestimmung folgen zu können. 

Vom Leben überrannt, so würde ich unseren Protagonisten beschreiben, bis er auf diesen einen Gegenstand trifft, der ihn bis in die Seele hinein trifft. Dies ist der Augenblick, der alles verändert und zum Neubeginn seines Lebens werden soll.

Raffiniert verbindet Antoine Lauraint Realität und Traum miteinander und fügt gekonnt feinsinnige Prisen Humor an den richtigen Stellen ein. Mit seiner einprägsamen farbigen Sprachgestaltung zeichnet er die Bilder der Geschichte lebendig in unsere Köpfe.

"Das Bild aus meinem Traum"
ist keine komplizierte Geschichte, dafür umso wärmer und voller Glücksmomente. Es ist einfach 192 Seiten geballte Lesefreude.





1 Kommentar:

Irve hat gesagt…

Liebe Anja, das klingt nach einem leichten, schönen Sommerroman :-)
Viele Grüße, Heike