Sonntag, 13. November 2016

Sebastian Fitzek auf der Erfurter Herbstlese 2016 - Meet & Greet und 10jährige Jubiläumsshow



„Who the fuck is Fitzek?”

Ein Erlebnisabend der besonderen Art stand am Sonnabend, 12.11.2016 im Theater Erfurt an. Sebastian Fitzek war mit seiner multimedialen Jubiläumsshow „10 Jahre Sebastian Fitzek“, vor mit rund 800 Plätzen ausverkauftem Haus, Gast bei der Erfurter Herbstlese.

Er ist ein Ausnahmekünstler und der deutsche Thrillerautor schlechthin. Seit vor zehn Jahren sein erstes Buch „Die Therapie“ mit einer Auflage von gerade einmal 4000 Stück erschien, ist er aus den Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Dabei lief der Verkauf anfangs eher schleppend, bis das Buch urplötzlich auf Platz 1 im Verkaufsrang landete und sich dort wochenlang hielt. Seither kommt man an dem Namen Sebastian Fitzek in der Buchbranche nicht mehr vorbei.



Mit Bestsellern wie „Das Kind“, „Splitter“, „Der Augensammler“ oder „Passagier 23“ folgten über die Jahre hinweg weitere Thrillererfolge. Mit sechs Millionen verkauften Büchern in zehn Jahren, die in 20 Sprachen übersetzt verlegt wurden, befindet sich Sebastian Fitzek auf ungebrochenem Erfolgskurs. Aktuell erobern seine Geschichten die Theaterbühnen.








Ausverkaufte Lesungen, lange Warteschlangen am Verkaufs- und Signierstand prägen das Bild rund um seine Veranstaltungen. 




Da kommt es auch vor, dass er nach dem Showabend noch bis 2.00 Uhr nachts geduldig Bücher signiert, mit Lesern plaudert und für Fotos zu haben ist.



Die aktuelle Tour hat Sebastian Fitzek seinen Eltern gewidmet. Seinem Vater, der immer hinter ihm stand, aber leider Anfang diesen Jahres verstorben ist. Aber auch seiner Mutter, die zwar „Die Therapie“ noch vor Erscheinen lesen konnte, den Erfolg ihres Sohnes allerdings leider nicht mehr miterleben durfte. Sie gab ihm die Kraft, diesen Weg zu beschreiten, glaubte an ihren Sohn, wenn andere zweifelten. Mit „Vertrau Deiner alten Mutter Bastel!“ stärkte sie ihm den Rücken, auch wenn er für den von den Eltern vergebenen Kosenamen nicht unbedingt dankbar war.



Mit jungenhaftem Charme führte er auch am Sonnabend sein Publikum durch den Abend. Dabei musikalisch immer live begleitet von der Band „Buffer Underrun“ nimmt er uns mit auf eine Zeitreise durch sein Leben. Mit Anekdoten und Bildern aus seiner Kinder- und Jugendzeit bis hin zu witzigen Begebenheiten aus dem Autorenalltag unterhält er die Leserschaar über zwei Stunden hinweg. 



Aufgelockert wird das Ganze durch einen freundschaftlichen Schlagabtausch mit seinem Regisseur, Johannes Megow, den er gern mit Mark Forster vergleicht. 

So nimmt Sebastian Fitzek den in einer Umfrage, bei der ein älteres Foto von ihm vorgezeigt wurde, geäußerten Vergleich mit einem Frettchen oder die Einstufung als Langweiler und Sachbuchautor mit Humor und einem Augenzwinkern.

Dabei empfindet er es sogar als angenehm, visuell nicht überall bekannt zu sein und dadurch auch privat weiterhin gewisse Freiheiten genießen zu können.


Der Besuch seiner Jubiläumsshow verspricht ein Erlebnis für alle Sinne. 





Natürlich stellte er in diesem Rahmen auch seinen aktuellen Thriller „Das Paket“ vor.














Die Leseabschnitte wurden durch Bild-, Licht- und Soundeffekte perfekt in Szene gesetzt. 













Wie sich die Wahrnehmung eines Szenariums allein durch den Ausdruck des Vorlesers und die musikalische Untermalung verändern kann, zeigte er dem Publikum recht anschaulich.



















„Die skurrilsten und gruseligsten Geschichten schreibt das Leben selbst.“ 

So beruht eine Badezimmerszene in „Das Paket“ auf einer wahren Begebenheit. In Hotelzimmern findet sich häufiger das Phänomen, dass auf durch Wasserdampf beschlagenen Spiegeln unheimliche Botschaften zum Leben erweckt werden. „Spaßvögel“ lieben es, z. B. Sätze wie „Help me!“ darauf zu hinterlassen. 



Sebastian Fitzek liebt die Nähe zu seinen Lesern und freut sich immer über Post, die er versucht zeitnah zu beantworten. Einige ihm besonders ans Herz gewachsene Leserbriefe finden sich als Abschluss in „Das Paket“.

Wer einen mitreißenden, witzigen und spannenden Abend mit Sebastian Fitzek verbringen möchte, sollte sich einen Platz während der 10 Jahre-Sebastian Fitzek-Tour sichern.





Meet & Greet mit dem Autor vor der Show

Dank der Thüringer Allgemeinen und der Erfurter Herbstlese durfte ich beim Meet & Greet mit Sebastian Fitzek dabei sein und diesen hautnah erleben.


Trotz Zeitdruck und der bevorstehenden Show erwartete uns ein relaxter Sebastian Fitzek auf der Bühne. Im Erfurter Theater fühlt er sich wohl und ist von der familiären Ausstrahlung des Saals begeistert. Der sympathische Autor nahm sich die Zeit, um mit uns zu plaudern und einige unserer Fragen zu beantworten. Wir durften sogar einen ersten exclusiven Blick auf die Bühnenkulisse werfen.

Sebastian Fitzek kam - wie viele Autoren vor ihm - über das Lesen zum Schreiben. Was als Hobby begann wurde sehr bald mehr. Dabei kann die Grundidee für eine Geschichte bereits Jahre zurück liegen, bis sie ausgereift genug ist, um geschrieben zu werden. So geschehen bei "Passagier 23".


Danach beginnt das Plotten und nach drei bis vier Monaten steht der erste Entwurf. Dieser wird überarbeitet und anschließend für ca. vier Wochen ins Lektorat gegeben. 
Rechercharbeiten laufen bei ihm oft parallel zum Schreiben. Hier gehört der Mut, sich bei Problemen an die richtigen Personen zu wenden und Hilfestellungen anzunehmen, unbedingt zum Handwerk dazu. Vom ersten Satz bis zum fertigen Buch vergeht in der Regel mindestens ein Jahr. 

Das Schreiben ist für Sebastian Fitzek in erster Linie Spaß und beschert ihm einen gewissen Freirraum auch für die Familie.


Drei Dinge bilden für ihn die Grundlage des Schreibens.

  1. Scheuklappen, um Bemerkungen wie "Das wird ja doch nichts" ausblenden zu können.
  2. Durchhaltevermögen/Beharrlichkeit, um auch bei einer Anhäufung von Absagen durch Verlage oder Agenturen nicht aufzugeben.
  3. Der Wille zur Überarbeitung, um dem Geschriebenen den richtigen Schliff zu verpassen.
Im Gespräch verriet uns Sebastian Fitzek, dass er auf seinen Lesungen eher weniger aus den aktuellen Thrillern liest und lieber über sich erzählt. Dabei spricht er viel über die Entstehungsgeschichte des Buches oder unterhält das Publikum mit Anekdoten aus seinem Leben.

Auf der anschließenden Lesung gab es dennoch sehr viele Lesehäppchen, die neugierig auf die komplette Story machten.




Zum Schluss wurden die mitgebrachten Bücher signiert und es gab Erinnerungsfotos mit Sebastian Fitzek.


Das Meet & Greet sowie die Jubiläumsshow gehören zu meinen absoluten Highlights der Erfurter Herbstlese 2016. 






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