Dienstag, 6. Dezember 2016

**Geburtstagsgewinnspielauslosung**


Vielen Dank für Eure lieben Kommentare und die Teilnahme an meinem Geburtstagsgewinnspiel.

Und da heute Nikolaus ist, macht es noch einmal so viel Spaß, Geschenke zu verteilen. Meine kleine persönliche Losfee war fleißig und hat für mich die Lose gezogen.

Ich mache es auch ganz kurz, die Bücher/Hörbücher gehen an:

Moni von Buecherloewe


Sinni



Miri von Geschichtenwolke
Yvonne und Pauli






 



Die Päckchen machen sich diese Woche noch auf den Weg zu Euch.

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß mit Euren Gewinnen und allen eine schöne Vorweihnachtszeit.



Sonntag, 4. Dezember 2016

Rezension "Der namenlose Tag" von Friedrich Ani - Suhrkamp Verlag





Taschenbuch: 298 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (29. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518467204
ISBN-13: 978-3518467206
D: 10,99 Euro







Inhalt:


Kriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden. Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation eingeholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens, das sich umgebracht haben soll, und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete.
Zwanzig Jahre sind vergangen, und Ludwig Winther glaubt noch immer nicht an den Selbstmord seiner Tochter. Er ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, »einen toten Fall zum Leben zu erwecken «. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der »Gedankenfühligkeit «: Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.

Friedrich Ani und seine Kunst der Konstruktion gewöhnlich-außergewöhnlicher Kriminalistikrätsel; Friedrich Ani und seine Sprache, die vom Tod auf das Leben melancholisch gelöste Perspektiven wirft – Friedrich Ani und seine Kunst erreichen in seinem neuen Roman unvorhersehbare Dimensionen.
Quelle: Amazon




Der Autor:


Friedrich Ani (geb. 1959) schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele und Drehbücher. Er erhielt mehrfach den Deutschen Krimipreis, den Stuttgarter Krimipreis sowie den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Sein Roman „Der namenlose Tag“ (Suhrkamp) wurde unter die zehn besten internationalen Kriminalromane des Jahres gewählt. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Er lebt in München.
Quelle: Amazon




Rezension:


Dieses Buch in eine bestimmte Kategorie einzuordnen fällt mir schwer. Meinem Empfinden nach handelt es sich weder um einen Krimi, noch um einen Thriller. Vielleicht könnte man es der Sparte Spannungsroman zuordnen. Dies setze ich voran, da die Erwartungshaltung, die wir in ein Buch setzen, oftmals das weitere Lesen und unsere Emotionen stark beeinflusst.

Als Leser müsst ihr vor allem Geduld und ein wenig Ausdauer mitbringen. Der Sog in das Geschehen selbst entwickelt sich erst mit dem Fortgang der Handlung von Seite zu Seite. Ich gebe zu, anfangs tat ich mich mit dem Schreibstil von Friedrich Ani schwer und war schon fast an dem Punkt angelangt, das Buch beiseite zu legen. Er führt den Leser eher bedächtig langsam an das eigentliche Szenario heran. Es gibt keinen brausenden Orkan, der durch die Handlung fegt und dennoch war da dieser eine Punkt, an dem er mich hatte. Ab da mochte ich das Buch nicht mehr weglegen und mehr über die Ereignisse erfahren. 

"Der namenlose Tag" zeigt jedem Einzelnen sein Spiegelbild auf, blickt hinter das nach außen getragene Gesicht einer angepassten Gesellschaft. Wie wirken sich die Erlebnisse der eigenen Kindheit auf das Spätere Leben und die folgenden Generationen aus? Sprachlosigkeit führt zu  Missverständnissen und Hilflosigkeit, die wiederum in Gefühlskälte enden kann. Anstelle von einer einfachen tröstlichen Umarmung, tritt Distanz und man geht sich aus dem Weg. Schweigen macht sich breit und frisst die Menschen von innen heraus auf.
Welche Kreise der Verlust einfacher alltäglicher, für die Mehrheit von uns normaler kleiner Gesten, führen kann, wird hier deutlich. Melancholie und das Wissen um verpasste Gelegenheiten, aber auch der Verlust von kindlicher Naivität und die Frage nach der eigenen Identität sind in der Handlung dieser Geschichte verwoben. 

Mit einer sehr komplexen Handlung, die sich mit der Psyche der Menschen beschäftigt, geht Friedrich Ani der Frage nach, was an diesem einen Tag vor zwanzig Jahren wirklich geschah. 
Er zeigt, wie schnell Menschen verurteilt werden und daran zerbrechen, welche Auswirkungen eine einzige Tat haben kann. Die Lösung am Ende ist keine einfache und wirft noch viele Fragen auf, gibt aber auch den Anstoß für Veränderungen.

Und da bin ich wieder bei der Frage, in welche Kategorie ich das Buch einzuordnen würde. Vielleicht könnt ihr mir ja dabei weiterhelfen...

Mittwoch, 30. November 2016

3 Jahre "Zwiebelchens Plauderecke" - Geburtstagsparty mit Verlosung

Happy Birthday to me, Happy Birthday to me.....






Zwiebelchens Plauderecke“ ist auf den Tag genau drei Jahre alt. 

Vor drei Jahren hätte ich mir nie träumen lassen, wohin mich meine spontane Idee, einen eigenen Internetblog zu betreiben, einmal hinführen würde.
Doch ich habe in dieser Zeit sehr viel erlebt und dazugelernt, bin öfter über meinen eigenen Schatten gesprungen und habe vor allem ganz viele liebe Menschen kennengelernt.

In diesem Jahr durfte ich als erste TA-Herbstlese-Bloggerin unterwegs sein und viele interessante Lesungen in Erfurt besuchen. Ein Highlight, von dem ich vor einem Jahr nicht zu träumen gewagt hätte. Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen von Euch mit meinen Berichten mit vor Ort nehmen.

Heute ist es an der Zeit, einmal Danke zu sagen. 

Ohne meine Familie, die immer hinter mir steht und mir auch die notwendigen Freiräume gewährt, könnte ich mein Hobby nicht so ausleben. Ich habe Freunde gewonnen, die mir lieb und teuer geworden sind und die ich nicht mehr missen mag. Es hat sich eine für mich wichtige Gemeinschaft entwickelt und fast alle von Euch habe ich inzwischen auch schon persönlich treffen dürfen.

Danke, dass ihr irgendwie immer da seid.

Danken möchte ich allen Verlagen, für viele Anregungen, Einblicke und die gewährte Unterstützung. Ja und ganz wichtig seid Ihr als Leser, denn was nützt ein Blog mit Beiträgen, die keiner liest.

Ich mag Euch jetzt auch gar nicht weiter zutexten. Zwar hat „Zwiebelchens Plauderecke“ Geburtstag, doch zur Feier des Tages gibt es Geschenke für Euch.

Ich bitte Euch hierfür nur um einen kurzen Kommentar unter dem Post, für welches der Geschenke oder auch alle vier, Ihr in den Lostopf hüpfen möchtet und wie ich Euch im Gewinnfall kontaktieren kann. 

Vielleicht verratet Ihr mir ja auch, welcher Beitrag Euch bisher auf dem Blog am besten gefallen hat oder ihr habt Tipps, was ich in Zukunft verbessern könnte. Ich bin für alles offen.


Auswählen dürft Ihr unter den folgenden Büchern/Hörbüchern. 



Alle Bücher/Hörbücher sind neu und ungelesen. Einzig bei "Winterträume in Virgin River" handelt es sich um ein Mängelexemplar.

Die Teilnahme am Gewinnspiel ist bis zum 04.12.2016 um 23.59 Uhr möglich.

Ich drücke allen die Daumen und bin gespannt auf Eure Kommentare.


Eure Anja






Teilnahmebedingungen

  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten möglich.
  • Der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschland, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass im Gewinnfall der Gewinner öffentlich auf dem Blog genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 04.12.2016 um 23:59 Uhr.

Sonntag, 27. November 2016

Erfurter Herbstlese 2016: Heinz Rudolf Kunze & Co lassen mit "Quentin Qualle" Kinderaugen strahlen


Der erste Advent stand bei der diesjährigen Herbstlese ganz im Zeichen der Kinder bzw. derer, die sich den kindlichen Blick auf die Welt erhalten haben. 



Heinz Rudolf Kunze lies gemeinsam mit dem Autor und Musiker Jens Carstens und der Illustratorin Julia Ginsbach Quentin Qualle auf der Bühne lebendig werden. Es folgte eine Mitmachlesung der besonderen Art.


Die Idee zu Quentin Qualle entstand nach einer Idee von Heinz Rudolf Kunze und der Überlegung, welche Namen sich mit dem Anfangsbuchstaben Q bilden lassen. 
Kein leichtes Unterfangen. Doch es ist geglückt und unsere Helden tragen kuriose Namen wie Quadalbert, Quotan oder Quendola, um nur einige zu nennen. 






Inzwischen dürfen wir uns bereits über das dritte Unterwasserabenteuer mit der witzigen Quallenfamilie freuen. 

Mit „Die Muräne hat Migräne“ begannen die Erlebnisse von Quentin und seinen Freunden. Es folgten „Rock am Riff“ und „Halligalli bei Zirkus Koralli“. In den Geschichten geht es um Mut, Freundschaft und Zusammenhalt. 



Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (17. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 378558038X
ISBN-13: 978-3785580387
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
D: 14,95 Euro

Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (14. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785580398
ISBN-13: 978-3785580394
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
D: 14,95 Euro



Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785581807
ISBN-13: 978-3785581803
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
D: 14,95 Euro

Die Kinder erleben, was es bedeutet, füreinander einzustehen, Spaß und Freude zu erleben und wie Musik eine ganz eigene Gemeinschaft schaffen kann. 



Kindgerechte Texte und zauberhafte Bilder werden musikalisch ergänzt, da jedes Buch eine passende Lieder-CD beinhaltet. Quentin Qualle ist der Erlebnisspaß für die komplette Familie.


Einige Wörter oder Sachverhalte bedürfen bei den kleineren Lesern noch der Erläuterung durch die Eltern. Manch versteckter Witz ist eher für die Vorleser gedacht, doch dadurch wird für genügend Gesprächsstoff zwischen den Großen und Kleinen gesorgt. So erleben wir zum Beispiel im zweiten Band einen Musikwettbewerb zwischen den Bands „Status Q“ und „KRABBA“. 


Heinz Rudolf Kunze stellte mit tatkräftiger Unterstützung von Jens Carstens und Julia Ginsbach die Familie und Freunde rund um Quentin Qualle musikalisch und unterhaltsam für Kinder und Erwachsene vor. Neben den hörspielartigen Inszenierungen, durften die Gäste das zeichnerische Talent von Julia Ginsbach live bestaunen. 





Es war eine spannende und lustige Reise durch alle drei Quentin Bücher. Die Lesung kam einem Rollenspiel mit musikalischer Begleitung gleich. 














Dieser Spätnachmittag wurde für alle Anwesenden zu einem eindrucksvollen Leseabenteuer mit Musik und Tanz.




Auch Tiffany (8) hatte ihren Spaß und genoss mit mir gemeinsam diesen besonderen Nachmittag.

  


Natürlich hat uns Quentin Qualle mit persönlicher Signatur nach Hause begleitet und wird nun unsere Abende mit Leben erfüllen.












Sonntag, 20. November 2016

Rezension "Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm" von Günther Schwarberg - Steidl Verlag

Gebunden: 224 Seiten
Steidl-Verlag
Deutsch

ISBN 978-3-86930-837-1
1. Auflage 05/2016
D: 18,00 Euro








Inhalt:

»Ich war und bin so erschüttert und fassungslos, kann gar nicht meine Gefühle beschreiben. [...] Mein Vater, meine Mutter, Walter und ich wurden im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Die Männer und Kinder wurden von uns getrennt. Walter hat seine Kappe vergessen und ist zurückgekommen um sie zu holen, danach war er der letzte in der Reihe, hat sich umgedreht, gewinkt und gelächelt und das war das letzte Mal, dass meine Mutter und ich Walter gesehen haben.« – Siebzig Jahre lang glaubte die Shoa-Überlebende Grete Hamburg, ihr Bruder Walter Jungleib sei auf einem der Todesmärsche von Auschwitz umgekommen. Erst im Jahr 2015 konnte sie herausfinden, dass sich Walter unter den zwanzig Kindern befand, die am 20. April 1945 mit 18 anderen jüdischen Jungen und Mädchen im Keller einer Hamburger Schule auf barbarische Weise ermordet worden waren. An diesen Kindern – die jüngsten fünf, die ältesten zwölf Jahre alt – hatte der KZ-Arzt Kurt Heißmeyer monatelang pseudowissenschaftliche Experimente durchgeführt, sie mit Tuberkulose infiziert, ihnen die Lymphdrüsen herausoperiert. Kurz vor Kriegsende erhielt SS-Obersturmbannführer Arnold Strippel per Fernschreiben den Befehl, »die Abteilung Heißmeyer aufzulösen«, was nicht weniger hieß, als den Kindsmord einzuleiten
 und alle Beweise zu vernichten.

In jahrelanger Arbeit ist der Journalist Günther Schwarberg den Spuren der Kinder vom Bullenhuser Damm nachgegangen, hat Eltern und Geschwister ausfindig gemacht, die Tat und ihre Hintergründe bis ins Detail rekonstruiert. Zu seiner Recherche gehören auch die juristischen Nachspiele in der jungen BRD, die bis heute Fragen aufwerfen.
Quelle: Steidl Verlag



Der Autor:

Günther Schwarberg, geboren 1926 in Vegesack, war ein deutscher Journalist und Autor. Er arbeitete mehr als 20 Jahre für den stern. Die Recherche und Aufarbeitung des Kindermords am Bullenhuser Damm wurde zu Schwarbergs Lebensaufgabe. Dafür erhielt er, zusammen mit der Rechtsanwältin Barbara Hüsing, 1988 den Anne-Frank-Preis. Günther Schwarberg starb 2008 in Hamburg.


Quelle: Steidl Verlag 
Rezension:
© Wikipedia -
Schule Bullenhuser Damm in Rothenburgsort


Dies ist ein Buch, das traurig und vor allem wütend macht. Wütend auf Menschen, deren Gewalt sich gegen hilflose Kinder richtete, gegen deren menschenverachtenden Praktiken, ihr Denken und Handeln, aber auch gegen diejenigen, die ihre Augen vor den unbeschreiblichen Tatsachen verschlossen haben. Es geht hier nicht nur um die Täter an sich, sondern die Justiz und all die Menschen, die die Täter bis zuletzt schützten.

Noch immer kann ich nicht nachvollziehen, wie ein zu Hause liebevoller fürsorglicher Vater an anderer Stelle diese Verbrechen an unschuldigen Kindern vornehmen konnte.

Auf den ersten Blick sind es „nur“ zwanzig Namen auf weißem Papier, dann kommen die Jahreszahlen – Geburts- und Todesdatum hinzu. Wem hierbei keine Gänsehaut über den Rücken läuft, ich weiß nicht. Das jüngste der Kinder war gerade einmal fünf Jahre alt. Man mag sich die Torturen, denen sie in ihren letzten Lebensmonaten ausgeliefert waren, nicht vorstellen. Günther Schwarberg gibt diesen Kindern und auch den Menschen, die bis zum Schluss an ihrer Seite waren und ihnen mit geringen Mitteln versuchten, ein wenig der Geborgenheit und Liebe zu vermitteln, die so sehr fehlte, wieder ein Gesicht.

Dabei bleiben von einigen nur die Namen zurück. Fotografien sind nicht von allen Kindern und weiteren Opfern vorhanden. Ganze Familien wurden ausgelöscht, ihr Leben schlichtweg ausradiert. Unkorrektheiten in der Schreibweise der Namen führten dazu, dass sich die Suche nach evtl. überlebenden Verwandten schwierig gestaltete. Noch immer verbleibt das Schicksal vieler im Unklaren. 

Das Buch hat aber auch auf diesem Wege einiges bewirken und Schicksalsfäden zusammenführen können. 


*1938 in Radom, Polen
*1933 in Polen


*1933/1936 in Eindhoven, Niederlande


*1934/35 in Polen
*1938 in Zduńska Wola, Polen
*1937 in Neapel, Italien
*1939 in Polen
*1934 in Sandomierz, Polen
*1932 in Paris, Frankreich
*1937 in Polen
*1932 in Paris, Frankreich
*1934 in Kattowitz, Polen

*1937 in Radom, Polen
*1938/1939 in Radom, Polen
*1937 in Ostrowiec, Polen
*1933 in Polen
*1936 in Zawichost, Polen
*1933 in der Slowakei







Die Betreuer der Kinder, die in dieser schweren Zeit immer bei ihnen waren und mit ihnen gemeinsam in den Tod gingen.




*1886 im Elsass, Frankreich
*1884 in Sarlat-la-Caneda, Frankreich

Dirk Deutekom
*1885 in Amsterdam, Niederlande
*1909 in Deventer, Niederlande














Das Schicksal dieser zwanzig Kinder steht symbolisch für das von vielen Tausenden. Wir dürfen nicht vergessen, damit genau das nie wieder geschieht. 

All diese Kinder starben nur wenige Tage vor Kriegsende und traurig ist, es gab mehr als eine Gelegenheit, ihr Leben zu retten. Es hätte nur ein wenig Menschlichkeit und Courage ausgereicht.

Doch was erwartet man, wenn Ärzte experimentelle Versuche an Kindern vornehmen, deren Leben sie auf eine Stufe mit dem eines Meerschweinchens setzen. 

"Für mich gab es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Menschen und Versuchstieren."
Experimente, deren wissenschaftliche Bedeutung bereits null und nichtig war. Das Ergebnis von Dr. Kurt Heißmeyers makaberen Studie stand bereits fest – negativ - doch die Versuchsreihe musste von ihm vervollständigt und abgeschlossen werden. 

Wie krank muss man als Mensch sein? Wie kann ein Arzt dieses Handeln mit seinem einmal geleisteten hippokratischen Eid vereinbaren? Die Beteiligten empfanden auch Jahre später weder Schuld noch Reue. Dr. Alfred Trzebinski versteckte sich sogar hinter dem Mantel der Humanität, da er die Kinder vor deren Tötung mit Morphium betäubt und so ihr Leiden verringert hätte. 


"Ich kann mir keinen Vorwurf machen, dass ich den Kindern vor ihrer Hinrichtung eine barherzige Morphiumspritze gemacht habe. Dies war im Gegenteil eine humane Tat, der ich mich nicht zu schämen brauche"
Eine Aussage, bei der man in Unglauben und Unverständnis den Kopf schüttelt und die Gänsehaut verursacht. Wie krank doch die Gedankengänge dieses Mannes waren und es gab so viele Gleichgesinnte...

Aber auch viele Jahre später erfuhren die Opfer keine wirkliche Gerechtigkeit. Einer der Täter rutschte immer wieder durch die Maschen des Gesetzes. SS-Obersturmführer Arnold Strippel musste seine Taten nie büßen. 
Er ist kein Ausnahmefall, doch hier wurde umfassend recherchiert sowie Faktenwissen gesammelt, die Hintergründe aufgedeckt – und genau diese Tatsachen machen wütend.

Ich habe bereits viele Bücher über den Holocaust und Vernichtungslager gelesen. Einzelschicksale von Überlebenden, Zeitzeugenberichte oder Lebensgeschichten derer, die nicht so viel Glück hatten und in Konzentrationslagern für immer verschwanden. Doch so hilflos und wütend habe ich mich beim Lesen noch nie gefühlt. Um meine Gefühle nicht mit in den Alltag zu übernehmen, musste ich im Anschluss immer wieder zu einer leichteren Lektüre umschwenken. Etwas, das mir in dieser Intensität noch nicht passiert ist. 


"Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm" ist kein einfaches Buch und verlangt seinen Lesern sehr viel ab. Doch es ist wichtig, damit wir niemals Vergessen und eine Wiederholung dessen nie erfolgen wird.

Ja, es geht um Kinder, auch sehr kleine Kinder und als Mutter reagiert man besonders emotional. Doch das allein war es nicht einmal. Emotional aufgewühlt hat mich das Prozedere nach Kriegsende bis in die heutige Zeit. Die Manipulation von Beweisen, der Umgang mit Zeitzeugen in den wiederkehrenden Prozessen und die immer währende Straffreiheit für einen Haupttäter. Als normal denkender und empfindender Mensch kann man dessen Kälte, Selbstherrlichkeit und Ignoranz nicht nachvollziehen. Und in seinen Augen, war er immer im Recht und hat dies auch von den Behörden durch die abgebrochenen Prozesse und aufgehobenen Urteile immer wieder bestätigt bekommen. 

Eine Realität, die mich noch lange nach Beendigung des Buches arg beschäftigen wird.

In der Hamburger Schule am Bullenhuser Damm entstand nach vielen Widerständen eine Gedenkstätte, in der man dem Andenken an die getöteten Kinder und deren Betreuer gerecht wird. Ein wichtiger Beitrag "Gegen das Vergessen". Die Zeit und unsere Gesellschaft werden immer schnelllebiger, historisch unangenehme Tatsachen geraten ins Abseits und drohen zu verblassen. Dabei scheint es heute wichtiger denn je, sich die damaligen Ereignisse vor Augen zu führen und seine Lehren daraus zu ziehen.


Die im Artikel verwendeten Fotos stammen von der Website der Gedenkstätte Bullenhuser Damm und ich bedanke mich für die freundliche Erlaubnis, diese hier nutzen zu dürfen. 





Foto des Ausstellungsraums mit den Biografien der Kinder in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2012.


Ausstellungsraum mit den Biografien der Kinder in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2012. (ANg 2014-471)