Sonntag, 16. Juli 2017

*** Pixibuch-Challenge 2017 - Part 6 *** Mein Sticker-Pixi *** - Carlsen Verlag

Bevor es auf Reisen geht, sind wir immer am Überlegen, was wir zum Zeitvertreib mit einpacken. Bei einer Flugreise, so wie in diesem Jahr, muss natürlich auch die Gewichtsbegrenzung des Handgepäcks beachtet werden. Dicke Wälzer oder große Spiele lassen sich da nicht transportieren.

Doch es gibt eine Abhilfe - die Sticker-Pixis. Hier finden gerade kleine Kinder maximalen Spaß und Beschäftigung auf minimalem Raum. Doch auch die Größeren lassen sich hiervon gern begeistern.






Natürlich gibt es auch hier eine bunte Auswahl an Themen und die nachfolgenden drei Pixi-Bücher haben gerade unserem Jüngsten gefallen.


Mein Sticker-Pixi "Zu Hause"


stellt die einzelnen Räume in der Wohnung vor und wofür sie genutzt werden. Mit den Kindern lassen sich so bekannte Gegenstände benennen und entdecken. Kurze Sätze und viele Bilder unterstützen, lassen aber viel Freiraum für eigene Gedanken.


Sondereinband: 24 Seiten
Verlag: Carlsen 
Sprache: Deutsch
Pixi-Serie: 234 / Nr. 2127
ISBN: 978-3-551-05079-3
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre
D: 0,99 Euro






Mein Sticker-Pixi "Fahrzeuge"


zeigt uns, wo wir welche Fahrzeuge im Alltag antreffen. Ob auf der Baustelle, an der Tankstelle, dem Bauernhof oder beim Hilfseinsatz von Polizei und Feuerwehr. Unterwegs bei Fahrten mit dem Auto, ist besonders unser Kleiner immer begeistert, wenn er diese dann in natura bei der Arbeit entdeckt bzw. beobachten kann.


Sondereinband: 24 Seiten
Verlag: Carlsen 
Sprache: Deutsch
ISBN: Pixi-Serie 234/Nr. 2129
ISBN: 978-3-551-05079-3
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre
D: 0,99 Euro






Mein Sticker-Pixi "Bei der Polizei"


ist sicher ein Buch, das vorrangig Jungs lesen möchten, doch auch für kleine Mädchen interessant ist.
Es zeigt, dass Polizisten nicht nur Verbrecher jagen, sondern noch ganz andere Aufgaben erfüllen. 



Sondereinband: 24 Seiten
Verlag: Carlsen 
Sprache: Deutsch
ISBN: Pixi-Serie 234/Nr. 2128
ISBN: 987-3-551-05079-3
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre
D: 0,99 EUro






Alle Pixi-Stickerbücher beinhalten eine Doppelseite mit abziehbaren Stickern und fördern damit noch einmal die Kreativität. Die Sticker können in das Pixi eingeklebt und so die einzelnen Szenen ergänzt werden. Sie lassen sich in der Regel auch leicht wieder abziehen und neu positionieren. Natürlich können die Sticker auch zur Gestaltung eigener Bilder Verwendung finden.

Sticker-Pixi sind tolle Erlebnisbücher für kleine Entdecker und kreative Köpfchen.



Dienstag, 11. Juli 2017

Rezension "Der Tag, an dem wir dich vergaßen " von Diane Chamberlain - Harper Collins



Broschiert: 400 Seiten
Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (8. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Marion Ahl
ISBN-10: 3959670850
ISBN-13: 978-3959670852
Originaltitel: The Silent Sister
D: 12,00 Euro




Inhalt:



Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch? Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens …

„Ein absoluter Pageturner und ein Muss für alle Mystery-Fans!“
Library Journal

Quelle: Harper Collins





Die Autorin:


Diane Chamberlain ist in Plainfield, New Jersey, geboren und aufgewachsen. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als medizinische Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. Bisher sind 16 Romane von ihr erschienen, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Diane Chamberlain hat drei erwachsene Stieftöchter, einen Enkelsohn und zwei Shelties, die immer dann mit ihr spielen wollen, wenn ihr gerade eine großartige Idee für ein neues Buch gekommen ist.

Quelle: Harper Collins


Rezension:


Den Leser erwartet eine recht ruhig aufgebaute, dadurch jedoch umso intensivere Geschichte. 
Von Beginn an emotional und geheimnisvoll lassen einen die Geheimnisse dieser Familientragödie nicht aus ihren Fängen. Der Autorin gelingt es, ihre Figuren greifbar und intensiv darzustellen. So erleben wir mit ihnen eine Kaskade an Gefühlen. Nicht immer ist klar, wem die eigene Sympathie gelten soll. Meine Emotionen haben sich hinsichtlich einiger Protagonisten im Laufe der Geschichte sehr verändert. Dieses Mitwachsen mit der Handlung hat Diane Chamberlain für mich perfekt umgesetzt.

"Der Tag, an dem wir dich vergaßen" zeigt, wie weit wir für unsere Lieben gehen würden. Wie viel wir bereit wären aufzugeben. Oft spielen zufällige Begegnungen eine wichtige Rolle im Leben. Schicksalsschläge lassen uns wachsen sowie unsere inneren Stärken entdecken. Vertrauen und Liebe geben hierbei den nötigen Halt. 




Wie gut kennen wir unsere Eltern, Geschwister oder Freunde? Für Riley zerbricht bei ihrer Suche nach Antworten eine Familie und fügt sich neu zusammen. Viele kleine Puzzlestücke fügen sich am Ende zu einem Bild zusammen, dessen Ausmaße niemand vorhersehen konnte. Nicht jedes verletztes Herz kann geheilt werden, doch die Liebe lässt einen viele Hürden überwinden. In dieser Hinsicht empfand ich gerade die Darstellung von Rileys Bruder Danny sehr berührend.

Diane Chamberlain scheut sich nicht davor, ihre Protagonisten Fehler begehen zu lassen. Selbst wenn man über die manchmal kurzsichtigen Handlungen von Riley den Kopf schüttelt, muss man auch einmal ehrlich in sich gehen. Aus der Distanz gesehen erscheint vieles einfach und logisch. Ist man jedoch selbst in einer ähnlichen Situation gefangen, ergeben sich völlig andere Reaktionen. Verstand und Gefühle laufen nicht immer auf einer Ebene. Die Auseinandersetzung mit diesem Konflikt und dessen Verarbeitung haben mir am Plot gefallen.

Ein wenig irritierend ist für mich allerdings die Beurteilung des Library Journal, die auch im Klappentext angeführt wird -"...ein Muss für alle Mystery-Fans!". Hier werden Erwartungen erzeugt, die nicht befriedigt werden, denn Mystery-Elemente konnte ich keine entdecken. Dies nur als Anmerkung, damit niemand unter falschen Voraussetzungen das Buch zur Hand nimmt. Der Spannung selbst tut dies keinen Abbruch. 

Hier gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Freitag, 23. Juni 2017

Zwiebelchen goes on holiday!

Ja, einmal im Jahr machen wir auch unseren großen Familienurlaub. Und nun ist es soweit.
Sommer, Sonne, Strand und noch viel, viel mehr.



In diesem Jahr geht nach zehn Jahren ein Traum in Erfüllung. Mit der Großen waren wir schon einmal da, doch mit allen drei Kindern, das schien in den letzten Jahren fast unmöglich. Wohin es genau geht, verrate ich nicht. Ich glaube es erst, wenn ich wirklich dort bin. Im Moment verschiebt sich der morgige Flug immer weiter nach hinten. Bitte drückt die Daumen, dass alles gut geht!




Falls ich irgendwo ein freies WLAN finde, vorausgesetzt, mein Handy macht auch mit, gibt es sicher einmal zwischendurch Bilder via Instagram.

Ansonsten bleibt es hier in den nächsten zwei Wochen ruhig. Bis bald!

Rezension: "Fürchte die Nacht" von Claudia Puhlfürst - Coppenrath Verlag



Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (16. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3649671271
ISBN-13: 978-3649671275
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
D: 14,95 Euro





Inhalt:

Eine Woche Exkursion ins Nirgendwo – auf so eine Idee können auch nur verschrobene Biolehrer kommen, finden Lena und ihre beste Freundin Anne. Rund um ihr Landschulheim gibt es nichts als hohe Bäume und dichtes Unterholz. Zumindest eignet sich dieser Ort bestens für nächtliche Mutproben, und gleich am ersten Abend fordern die Jungs Lena und ihre Freundinnen dazu heraus, mit ihnen im Wald zu übernachten. Doch spät in der Nacht wird Anne von einer vermummten Gestalt angegriffen und gleich am nächsten Abend kommt es zu einem weiteren Überfall. Ein Mädchen aus der Gruppe wird im Wald erdrosselt aufgefunden! Völlig traumatisiert bricht die Klasse den Ausflug ab – doch der Mörder muss ihnen nach Hause gefolgt sein und lauert schon auf sein nächstes Opfer … Jugendthriller mit raffiniertem Katz-und-Maus-Spiel.
Quelle: Coppenrath Verlag





Die Autorin:


Claudia Puhlfürst, geboren 1963, studierte Biologie und Chemie und arbeitete als Dozentin und Lehrerin, bevor sie Redakteurin beim Duden-Verlag wurde. In der Belletristik hat sich die Autorin mit mehreren Psychothrillern einen Namen gemacht. Sie bezeichnet sich selbst als "kriminelle Schreibtischtäterin". Mit ihrem Hund und zwei Meerschweinchen lebt Claudia Puhlfürst in Zwickau.
Quelle: Coppenrath Verlag




Rezension:


Wäldern wohnt etwas Geheimnisvolles und Romantisches inne. 
Eine sonnendurchflutete Waldlichtung strahlt pure Magie aus. Ganz anders verhält es sich bei Nacht. Undefinierbare Schatten im trüben Mondlicht, das leiseste Rascheln im Unterholz verursachen Gänsehaut. Die Fantasie schlägt Purzelbäume und unsere Urängste kommen hervor. 
Doch gerade dieses Gefühl von Gefahr reizt. So stürzen sich Lena und Anna ins vermeintliche Abenteuer.

Was danach geschieht erscheint so real und wäre für mich der pure Alptraum. Egal, ob selbst betroffen oder als Elternteil. 
Da es sich bei den Protagonisten um Sechzehn-/Siebzehnjährige handelt, spiegelt sich dies auch in ihrem Verhalten wieder. Manchmal erscheinen sie dadurch recht nervig. Doch genau das spricht für eine authentische Handlung. Mal ernsthaft, nachdenklich, dann wieder recht oberflächlich oder naiv erleben wir die Jugendlichen. Der Autorin gelingt es das typische Verhalten von Teenagern und auch die Unterschiede im Wesen ihrer Protagonisten herauszuarbeiten.

Das Szenario ist geheimnisvoll, stellenweise düster und quälend. Psychologisch war das Buch für mich ein Pageturner

Claudia Puhlfürst spielt regelrecht mich den Ängsten ihrer Leser. Von Beginn an möchte man die Geheimnisse lösen, denn es gibt mehr als nur eines zu erforschen. Immer, wenn ich mich am Ziel angekommen fühlte, gab es eine neue Wendung und die Lösung rückte in weite Ferne. 

Das Ende hat mich sehr überrascht und ich wollte es am liebsten gar nicht wahrhaben... 


Sonntag, 18. Juni 2017

Rezension "Kasimir Karton – Mein Leben als unsichtbarer Freund" von Michelle Cuevas - FISCHER KJB





Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (23. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737340463
ISBN-13: 978-3737340465
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
D: 12,99 Euro





Inhalt:


"Man ist nur so unsichtbar, wie man sich fühlt ..."
Manchmal wundert Kasimir sich schon, warum ihn niemand beachtet. Im Sportunterricht wird er nicht als Letzter ins Team gewählt, er wird gar nicht gewählt. Der Busfahrer schließt die Tür vor seiner Nase, und seine Eltern vergessen, ihm bei den Mahlzeiten einen Teller hinzustellen. Nur seine Zwillingsschwester Fleur hält zu ihm. Doch eines Tages macht Kasimir eine schockierende Entdeckung: Er ist unsichtbar! Fleur hat sich ihn ausgedacht! Mit dem Wunsch, ein echter Junge zu werden, begibt sich Kasimir auf eine lange Reise …
Die wirklich wahre Lebensgeschichte eines unsichtbaren Freundes – phantasievoll, pfiffig und superwitzig!

Quelle: Amazon

Die Autorin:



Michelle Cuevas wurde 1982 in Massachussetts, USA, geboren. Sie studierte Kunst und Kreatives Schreiben und arbeitete als Kunstpädagogin beim Whitney Museum of American Art in New York. Eines Tages begegnete ihr Kasimir Karton und erzählte ihr seine ganz echte Lebensgeschichte. Und die musste sie einfach aufschreiben.

Literaturpreise:
Die italienische Ausgabe von Kasimir Karton/Confessions of an imaginary friend hat in Italien den ›Premio Andersen‹ 2016 in der Kategorie Kinderbuch von 9-12 gewonnen.

Quelle: Amazon


Rezension:


Kinder leben ihre Fantasie unbekümmert aus. Leider verlieren wir im Erwachsenenalter diese Fähigkeit zunehmend. Mit Kasimir Karton dürfen alle noch einmal in das Reich der Fantasie und Kindheit abtauchen.

Ganz ehrlich, wer hatte als Kind keinen unsichtbaren Freund? Jemanden, der einfach da war, wenn man ihn brauchte, dem man Geheimnisse erzählen konnte, mit dem man weinen durfte, ohne sich zu schämen, der auch bei Wutattacken verständnisvoll und geduldig zuhörte?

Bei mir war es keine konkrete Gestalt, die ich mir vorstellte, dafür wohnte meinen Plüschtieren Leben inne und wir spielten miteinander, führten tiefsinnige Gespräche oder tanzten durch die Wohnung. Sie waren im weiteren Sinne also auch eine Art unsichtbare Freunde.

Manchmal fühlen sich Kinder selbst unsichtbar und werden durch einen erfundenen Freund für sich selbst wieder realer oder fühlen sich sicherer. Sie sind nicht mehr so allein.

An diesem Buch reizte mich, dass es nicht um ein Kind mit einem unsichtbaren Freund, sondern um diesen Freund selbst geht. Kasimir muss schmerzvoll feststellen, dass er der unsichtbare Freund seiner heißgeliebten Schwester ist. Mit einem Schlag stellt Kasimir fest, dass es ihn eigentlich gar nicht gibt – oder doch? Was passiert, wenn Kinder aus dem Alter herauswachsen und keinen imaginären Freund mehr brauchen? Verschwinden unsere Fantasiewesen einfach, lösen sie sich in Luft auf? 


Diesen Fragen geht Michelle Cuevas in ihrem Buch nach. Mit großer Sensibilität, geht sie mit dem Thema um. Auch wenn das Buch aus Kasimirs Sicht geschrieben ist, wird noch einmal deutlich, wie wichtig so ein imaginärer Freund für ein Kind sein kann und dass Eltern diesen ernst nehmen sollten. 


Kasimirs Existenz ist ein ewiger Kreislauf und zeigt, wie sehr wir in unserer Entwicklung Träume und Fantasien brauchen. Ein unsichtbarer Freund kann trösten und Geheimnisse bewahren, die niemand sonst verstehen würde. Jeder imaginäre Freund ist anders. Ihre Verschiedenartigkeit zeigt, wie facettenreich wir Menschen und wie unterschiedlich unsere Bedürfnisse sind.

Dabei ist Kasimirs Geschichte poetisch und humorvoll. Es wird turbulent, witzig und nachdenklich. 
Die einzelnen Kapitel lassen sich leicht und schnell lesen. Für die jüngere Zielgruppe sind einige Passagen vielleicht noch zu anspruchsvoll ausgearbeitet, bieten aber wunderbaren Gesprächsstoff für die ganze Familie.

„Kasimir Karton: Mein Leben als unsichtbarer Freund“
ist originell und hebt sich von den üblichen Kindergeschichten ab. 
Ich empfand den Ausspruch: „Du bist nur so unsichtbar, wie du dich fühlst, egal ob dich jemand erfunden hat oder nicht“ sehr prägend und möchte euch diesen gern mit auf den Weg geben.



Freitag, 16. Juni 2017

Rezension "Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten" von Mamen Sánchez - Thiele & Brandstätter Verlag





Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag (17. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3851793382
ISBN-13: 978-3851793383
D: 20,00 Euro






Inhalt:


Der Fund eines zierlichen Damenstrumpfs in ihrer Wäsche verändert das Leben der 43jährigen Anwältin Cecilia von einem Tag auf den anderen. Nach zwölf Jahren Ehe und dem vergeblichen Versuch, ein Kind zu bekommen, ist sie plötzlich wieder allein und muss sich neu erfinden. Sie zieht aus ihrer schicken Dachterrassenwohnung am Retiro-Park in Madrid aus und beschließt, das alte Haus am Ufer des Manzanares, das sie von ihren Großeltern geerbt hat, in eine Pension für Studentinnen umzuwandeln.

Doch schon bei der Renovierung kommt es zu hitzigen Wortgefechten mit dem ruppigen Bauleiter Andrés Leal, der alles besser weiß. Ein geheimnisvolles goldenes Medaillon, das bei den Umbauarbeiten in einer Zwischenwand gefunden wird, sorgt für weitere Verwirrung. Vor allem als Cecilia später denselben Anhänger am Hals der neuen Haushälterin Azucena entdeckt.
Als endlich mit der schüchternen Noelia, der wunderschönen Ivana und der kriminalistisch veranlagten Catalina die ersten Pensionsgäste einziehen, stellt Cecilia kuriose Hausregeln auf, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Doch Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden, und auch Cecilia kann nicht verhindern, dass nach vielen Turbulenzen die Liebe Einzug hält in der schönsten Pension der Welt ...
Quelle: Thiele Verlag





Die Autorin:


Mamen Sánchez studierte in Madrid Kommunikationswissenschaften, dann Literaturwissenschaften an der Sorbonne und an den Universitäten von London und Oxford. Heute ist sie die stellvertretende Chefredakteurin der spanischen Zeitschrift Hola! und Chefredakteurin der mexikanischen Ausgabe. Sie ist verheiratet und hat fünf Kinder. Mit dem Roman Die schönste Art sein Herz zu verlieren erzielte die Journalistin und Autorin in Spanien einen grandiosen Erfolg. Der Roman verkaufte sich 150.000 Mal und stand in Deutschland auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Quelle Thiele Verlag




Rezension:


Um es gleich vorweg zu nehmen, entweder man liebt diesen Roman oder mag ihn nicht. Die Entscheidung muss jeder für sich selbst fällen. 

Mich hat die Geschichte rund um Cecilia toll aus dem Alltag entführen können und mir so eine schöne Auszeit beschert. Dabei war es ganz leicht, den Kopf und auch das ein oder andere Mal die Logik auszuschalten und sich treiben zu lassen.

Die Geschichte lebt von ihren facettenreichen sympathischen Charakteren. Sie wirken verletzlich, beweisen aber in kritischen Situationen große Stärke. Jede einzelne Figur trägt eine Last mit sich herum, die es zu erkunden gilt. Witzige, oftmals überspitzt ausgedrückte Hausregeln werden zu einem Mantra von Cecilia und leiten die einzelnen Kapitel ein. Nur dumm, dass sich niemand, nicht einmal Cecilia selbst, daran hält. Unsere Protagonisten stürzen sich dabei in tragische, komische oder abstruse Abenteuer. Intrigen werden gesponnen, Freundschaften geschlossen und natürlich kommt die Liebe nicht zu kurz. Das ein oder andere Geheimnis wird aufgedeckt und ab und zu schimmert auch etwas Gesellschaftskritik mit durch. Aktuelle Themen, wie Flüchtlingspolitik etc. werden zwar aufgegriffen, aber eben nur am Rande gestreift und dienen als Rahmen für die Handlung. Zu viel Tiefgang darf man als Leser hierbei nicht erwarten.
Dennoch gibt es einige Überraschungen und sehr berührende Momente.

Mamen Sánchez
 hat es manchmal mit der Romantik etwas zu gut gemeint und das Ende kommt auf einer großen rosaroten Zuckerwattewolke daher. Ich muss gestehen, genau das habe ich aber zum Zeitpunkt meines Lesens auch gebraucht und daher war ich glücklich mit diesem Abschluss. Für mich einfach das passende Buch zur richtigen Zeit.

Jetzt seid ihr an der Reihe zu entscheiden, ob „Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten“ heute, morgen oder überhaupt der passende Lesebegleiter für euch ist.




Mittwoch, 14. Juni 2017

Rezension "Mein Geheimes Tagebuch" von Klaartje de Zwarte-Walvisch - C.H.Beck Verlag



Gebundene Ausgabe: 202 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 2 (30. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406688306
ISBN-13: 978-3406688300
Originaltitel: Alles ging aan flarden. Het oorlogsdagboek van Klaartje de Zwarte-Walvisch. Met een inleiding van Ad van Liempt. Tekstbezorging Ariane Zwiers
D: 17,95 Euro






Inhalt:


Am 22. März 1943 dringen „Judenjäger“ in das Amsterdamer Haus von Klaartje de Zwarte-Walvisch ein. Während sie auf ihren Mann warten, vertreibt sich einer von ihnen mit Klavierspiel die Zeit. Die Hölle beginnt langsam. Die Registrierung erweist sich als Internierung, und der neue Wohnort ist in Wirklichkeit ein Konzentrationslager. Das erst vor wenigen Jahren entdeckte Tagebuch der jungen Jüdin Klaartje de Zwarte-Walvisch ist in mehrfacher Hinsicht ein Wunder: Sie kann fast täglich protokollieren, was sie erlebt, ohne entdeckt zu werden. Kurz bevor sie den Zug in ein Vernichtungslager besteigt, übergibt sie das Tagebuch heimlich einem Verwandten, dem gegen alle Wahrscheinlichkeit die Flucht gelingt. Mehr als sechzig Jahre nach Kriegsende werden die Hefte in seinem Nachlass entdeckt. Ein Wunder sind die Aufzeichnungen aber vor allem, weil es kein zweites Zeugnis gibt, das so furchtlos und unbefangen, so wütend und fassungslos und zugleich mit so viel Witz und Ironie schildert, welches Schicksal die niederländischen Juden zu erleiden hatten.
Quelle: Amazon




Autorenkommentar:


Klaartje de Zwarte-Walvisch, geboren 1911, arbeitete in Amsterdam als Näherin und heiratete 1934 den Lagerarbeiter Joseph de Zwarte. Im März 1943 wurden beide in das Konzentrationslager Herzogenbusch (Kamp Vught) deportiert. Am 16. Juli 1943 wurde sie in Sobibór ermordet.

Quelle: Amazon




Rezension:


In diesen Tagen wäre Anne Frank 88 Jahre alt geworden. Ihr Leben endete jedoch bereits 1945 mit gerade einmal 15 Jahren. Ohne ihr Tagebuch wäre ihr Name nur ein Sandkorn im Wind und bereits lange in Vergessenheit geraten. Ihre Aufzeichnungen sind ein Vermächtnis, ungefilterte Gedanken und ein direkter Blick auf die damaligen Ereignisse. Diese Tagebucheintragungen waren nie für die Allgemeinheit gedacht. Sie sollten ihr als Vorlage für ein Buch dienen, welches sie nach Kriegsende gern geschrieben hätte. 

Dagegen schrieb Klaartje de Zwarte-Walvisch ihre Gedanken mit der Hoffnung nieder, dass diese der Nachwelt erhalten bleiben würden. Ihr großer Wunsch, dass diese Zeilen gelesen werden, wenn sie nicht mehr da ist, ging in Erfüllung. Sie offenbaren einen neuen Blick auf die Zeit des Naziterrors, denn Klaartjes Eintragungen beginnen dort, wo die Anne Franks enden. Wir Menschen sind verschieden und genauso unterschiedlich sind unsere Wahrnehmungen und Erlebnisse in vergleichbaren Situationen.



Klaartje ermöglicht uns einen weiteren differenzierten Blick auf ein unmenschliches System, das rein auf die Massenvernichtung einzelner Bevölkerungsgruppen ausgerichtet war. Unwertes Leben nannten Sie es, Menschen zweiter Klasse. Die Auswirkungen musste Klaartje am eigenen Leib erfahren. Als Jüdin stand sie im Focus der Vernichtungsmaschinerie.

Heimlich und unter Lebensgefahr entstand ein authentischer Bericht über das Leben in Gefangenschaft, mit unbändigem Hunger, Verzweiflung und Angst. Das Schreiben wurde immer mehr zum Anker, der sie festhielt und aus dem sie ihre Kraft bezog.

Wir erleben zwischen den Zeilen eine verbitterte, mit dem Schicksal hadernde Frau. Sie schreibt sich ihre Wut und Verzweiflung vom Herzen und dennoch verspürt man dahinter immer wieder einen Funken Hoffnung. Eine Hoffnung, die sich leider nicht erfüllen sollte. Klaartje findet harte Worte, sarkastisch blickt sie auf ihre Peiniger und deren Mitläufer. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten. Dafür wohnt ihr eine Kraft und Stärke inne, die eher wächst, als unter den menschenverachtenden Umständen im Lager zu versiegen. Gerade einmal eine Zeitspanne von 5 Monaten umfasst ihr Geheimes Tagebuch. Doch diese konnte sie als Mahnmal für die Nachwelt erhalten, bevor sie mit nur 32 Jahren ermordet wurde.

Wie wichtig es ist, sich mit dieser Vergangenheit auseinander zu setzen, das Leid der Menschen nicht zu vergessen, zeigt sich heute immer wieder deutlich.

Klaartje war eine einfache Frau, die nur eines wollte, leben und in Würde alt werden. Auch wenn ihr dies verwehrt blieb, ihre deutlichen, klaren Worte blieben als Vermächtnis bestehen und helfen uns, weiter „Gegen das Vergessen“ anzukämpfen.


Collectie Joods Historisch Museum, Amsterdam
Klaartje de Zwarte-Walvisch und ein Ausschnitt aus ihrem Tagebuch